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Energieverschwendung ist Gift für alle - für Wirtschaft, Klima, Mensch und Natur (Foto: Archiv)
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Freitag, 10.07.2009

Energierevolution einleiten, Treibhausgase halbieren

Moskau/Aquila. Mindestens um die Hälfte will Russland den Ausstoss von Treibhausgasen bis zum Jahre 2050 reduzieren. Nicht um anderen zu gefallen, sagt Medwedew, sondern zum Nutzen der eigenen Wirtschaft und Energieeffizienz.

Bei seiner Abschlusspressekonferenz zum G-8-Gipfel im italienischen Aquila sagte Medwedew, Russlands Beitrag zum Klimaschutz sei es, die Treibhausgase im Vergleich zum Jahre 1990 um die Hälfte zu kürzen.

In der G-8-Erklärung wird als Zielvorgabe eine Reduzierung von 80% bis 2050 formuliert. Das sei ein "ehrgeiziges und schwieriges Ziel", sagte Medwedew. Mit dieser Entscheidung könne aber das Entwicklungsmuster der Menschheit verändert werden.

Mit Medwedews 50%-Ziel weicht Russland von der G-8-Erklärung deutlich ab. Der Wirtschaftsberater Medwedews Arkadi Dworkowitsch hatte dazu erklärt, eine 80%-Kürzung sei für Russland "nicht akzeptabel respektive nicht erreichbar".

Wirtschaftswachstum nicht dem Klimaschutz opfern?


Derartige Verpflichtungen würden das russische Wirtschftswachstum bremsen. "Wir werden aber das Wirtschaftswachstum (dem Klimaschutz) nicht opfern", sagte Dworkowitsch wörtlich.

Bei Russland-Aktuell
• Medwedew fordert Energiesparen – „statt Geschwätz“ (18.06.2009)
• Dokumentation: Redetext Steinmeiers vor der Akademie der Wissenschaften, Moskau (10.06.2009)
• Russisch-deutsche Energiespar-Agentur vor Gründung (30.04.2009)
• Russland und Deutschland gründen Energieagentur (02.02.2009)
• Gaskrise (3): Russlands Gasreserven und Energieeffizienz (31.01.2009)
Medwedew scheint das allerdings eher anders zu sehen, als sein Wirtschftsberater. Der Vorgänger Dworkowitschs, Andrej Illarionow hatte sich als Berater Putins schon als Feind einer Klimaschutzpolitik profiliert. Illarionow hatte bestritten, dass es überhaupt einen Treibhauseffekt gebe - und selbst wenn, dann würde Russland seiner Wirtschaft keine Fesseln anlegen.

Wladimir Putin hatte dagegen gegen den Widerstand Illarionows die Realisierungs des Kyoto-Protokolls angemahnt.

Dmitri Medwedew betont noch deutlicher, dass Energieeffizienz ein Motor der Innovation und der Wirtschaft sein soll. In seinem Energieeffizienz-Dekret forderte Medwedew schon vor einem Jahr, gleich nach seinem Amtsantritt, Russland solle bis zum Jahre 2020 bereit 40% des heutigen Energieeinsatzes sparen.
Bei Russland-Aktuell
• Schwarzes Loch: Medwedew beklagt Energieverschwendung (03.07.2009)

Energieeffizienz ein Motor der Innovation und der Wirtschaft


Zur Umsetzung dieser für Russland revolutionären Energiepolitik hatte Medwedew am vergangenen Wochenende eine Sitzung des Staatsrates in Archangelsk einberufen. Er hatte dort gefordert, Energieverschwendung zu beenden und sich auf eine "Energierevolution" vorzubereiten. Dies sei für die Modernisierung der russischen Wirtschaft unabdingbar.

Bei den am 16.7. bevorstehenden deutsch-russischen Regierungs-konsultationen in München soll eine "Russisch-Deutsche-Energieeffizienz-Agentur"
(RuDEA)
gegründet werden, deren Aufgabe es sein soll, durch Know-how-Austausch die ehrgeizigen Ziele auf dem Sektor der Energieeffizienz zu erreichen.



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