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Igor Setschin: Der Erfolgsmeldung folgt die Ernüchterung (Foto: Archiv/.rufo)
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Montag, 29.09.2014

ExxonMobile friert Arktis-Projekt mit Rosneft ein

Moskau. Die Sanktionen behindern die russische Erschließung der Arktis. ExxonMobil, Partner des russischen Staatskonzerns Rosneft, friert seine Aktivitäten in Russland ein. Rosneft hofft auf die Rückkehr der Amis - und macht weiter.

Manchmal liegen Sieg und Niederlage ganz dicht beieinander: Erst am Samstag hatte der russische Ölgigant Rosneft über die Erschließung riesiger neuer Rohstoffvorräte in der Arktis berichtet. Bei Probebohrungen in der Karasee sind Experten auf bedeutende Öl- und Gasvorkommen gestoßen.

Rosneft-Präsident Igor Setschin schätzte die Reserven auf 338 Milliarden Kubikmeter Gas und über 100 Millionen Tonnen „wunderbaren Leichtöls“, vergleichbar mit der Marke Siberian Light, dem hochwertigsten russischen Öl.

Erstem Sieg folgt erste Niederlage


Das ist unser erster Sieg und vor uns liegen noch viele weitere“, kündigte Setschin im Zusammenhang mit dem Fund an: Doch diese Siege wird Rosneft zunächst einmal ohne seinen Partner ExxonMobil einfahren müssen. Der amerikanische Öl-Multi muss sich wegen der neuen vom Weißen Haus im Zuge der Ukraine-Krise verhängten Sanktionen aus Russland zurückziehen.

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Für die Beendigung der ersten Bohrungen im Universitetskaja-Feld hatte ExxonMobil noch eine Spezialerlaubnis bekommen, doch eine Verlängerung der Genehmigung wurde nich mehr erteilt: „ExxonMobil muss seine Arbeiten einstellen und bis Mitte Oktober sein Personal abziehen“, zitiert die russische Tageszeitung „Kommersant“ einen Informanten aus dem Konzern.

Für Rosneft ist das ein herber Know-how-Verlust: Bei der 2011 geschlossenen strategischen Allianz kam ExxonMobil der technologische Teil zu. Bei insgesamt vier Joint-Ventures (drei davon in der Karasee) sollte der US-Konzern 3,2 Milliarden Dollar in geologische Voruntersuchungen investieren.

Bis 2015 auf Eis gelegt


Augenblickliche Konsequenzen wird der Rückzug nicht haben. Wegen des bevorstehenden Winters müssen die Probebohrungen heuer ohnehin beendet werden. Experten zufolge sind in der Region aufgrund des starken Eisaufkommens erst im nächsten August wieder Erschließungsarbeiten möglich.

Die Rosneft-Führung setzt anscheinend darauf, dass die Sanktionen bis dahin aufgehoben werden. „Wenn einer (der Partner - die Redaktion) seine Arbeit nicht fortsetzen kann, oder gehen muss, so hat er die Option auf eine Rückkehr“, hielt Setschin ExxonMobil zumindest vorläufig weiter die Tür offen.

Russland kann auch allein


Der stellvertretende russische Energieminister Kirill Molodzow allerdings erklärte, im Notfall sei Russland imstande, die Bohrarbeiten allein fortzusetzen: „Insgesamt verfügen wir über acht rein russische Bohrplattformen“, sagte er. Darunter sind seinen Angaben nach auch drei Plattformen, die arktistauglich sind. Die Bohrinseln wurden für die Gazprom-Lagerstätte Shtokman gebaut, deren Erschließung sich verzögert.

Bisher wurde die Erschließung von „Universitetskaja“ jedenfalls mit einer Plattform der North Atlantic Drilling (NADL) durchgeführt, an der Rosneft nur einen Minderheitsanteil besitzt, während der Großteil der Aktien vom Norweger John Fredriksen kontrolliert wird. Da sich auch Norwegen den Sanktionen gegen Russland angeschlossen hat, ist neben der Kooperation mit NADL auch die Allianz mit Statoil (gleiches gilt übrigens für die italienische Eni) in Frage gestellt.

Rosneft brauche Partner in der Arktis, um die Investitionslast zu teilen und den Zugang zu Technologien sicherzustellen, erklärte Sberbank-Analyst Waleri Nesterow. Derzeit gebe es aber wenig Interessenten, räumt er ein. Rosneft muss also hoffen, bei den langfristigen Projekten in der Arktis die Sanktionen aussitzen zu können.



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Nichttroll 01.10.2014 - 10:16

STOLL

http://www.aktuell.ru/russland/kommentar/angstpropaganda_mit_russischer_gefahr_soll_europa_auf_vordermann_bringen_634.html#comments_end

erkläre mir doch mal bitte, von welcher \"FREIHEIT\" du permanent seuselst und träumst. Doch nicht etwa von der geglaubten Freiheit, hier in der BRD alles sagen und schreiben zu dürfen. Meine Erfahrung war/ist eine andere - eine, die nichts mit Meinungsfreiheit und deren Veröffentlichung zu tun hatte. Um konkreter zu werden. Ich schrieb in den vergangenen Monaten mehrfach Kommentare auf der Seite der ARD zum Thema Ukraine und bezog hierbei Stellung gegen die USA-Strategen. STOLL - was meinst du, wie frei war wohl die ARD, diese, meine Standpunkte zu veröffentlichen!?!?!? Zensur nennt sich der Vorgang, in dem Geäußertes bzw. Geschriebenes nicht veröffentlicht wird - eben, wie es die ARD tat. Also STOLL - in welcher Traumwelt einer endlosen und unumschränkten Freiheit lebst du eigentlich - du Traumtänzer und Superwissender, der vierzig Jahre Sowjetunion durchlebt hat, vorgibt, aus dieser Zeit aus eigenem Erleben berichten zu können - oder lebtest du vielleicht doch gar nicht in jener Zeit in jenem Lande, das du so verhöhnst samt Regenten und Menschen. Beginne du erst einmal über den eigenen Tellerrand zu blicken, ein wenig mehr zu begreifen, als die BILD und ARD dich wissen lassen...


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