Matwijenko und Knauf bei der Eröffnung einer Fabrik in St. Petersburg (Foto: Litvinenko/.rufo)
Montag, 02.10.2006
Knauf Gips KG will 1 Mrd. USD in Russland investieren
Moskau. Der deutsche Baustoffhersteller Knauf will vom Bauboom in Russland profitieren. In den Aufbau weiterer Werke in Russland wolle Knauf eine Milliarde USD investieren, teilte Geschäftsführer Nikolaus Knauf mit.
Es seien mehrere Regionen für den Aufbau weiterer Fabriken im Gespräch, darunter auch Sibirien, sagte Knauf auf einem Wirtschaftsforum in Sotschi. Was in den Fabriken hergestellt werden soll, ließ der Unternehmer offen. Knauf hat sich in erster Linie auf die Herstellung von Gips- und Gipsplatten spezialisiert, unterhält allerdings in der Nähe Moskaus (Krasnogorsk) auch eine Zementfabrik.
Knauf mit Tradition in Russland
Insgesamt gehören russlandweit zehn Unternehmen zur Knauf-Gruppe. Seit 1993 ist Knauf in Russland aktiv, die Gesamtinvestitionen belaufen sich bisher auf etwa 500 Mio. USD. Erst Ende August wurde in Kolpino (St. Petersburg) ein Werk zur Herstellung von Gipskartonplatten eröffnet. Nikolaus Knauf und die Bürgermeisterin von St. Petersburg, Valentina Matwijenko, setzten bei der feierlichen Eröffnung persönlich die Fabrik per Knopfdruck in Gang.
Mit dem nun angekündigten Investitionsprogramm will Knauf seinen Expansionskurs in Russland noch einmal deutlich verschärfen. Niklaus Knauf wurde für sein Engagement in Russland bereits mit dem Titel eines Konsuls ausgezeichnet. Der Unternehmer investiert in Russland jedoch nicht aus humanitären Gründen: „Jede Mark, jeder USD, jeder Rubel, den wir investiert haben, lohnt“, zeigt sich Knauf bereits seit Jahren vom Wirtschaftsstandort Russland überzeugt.
Regierungsprogramm verspricht weitere lukrative Aufträge
Der Knauf-Verantwortliche für die GUS-Staaten, Heinz Jurkowitsch, hatte bereits vor der letzten Investitionsankündigung seines Chefs mitgeteilt, dass das Unternehmen ein Programm erarbeite, dass die Nutzung von Knauf-Baustoffen beim Bau von sozial verträglichem Wohnraum möglich mache.
Die russische Regierung hat die Bereitstellung sozial verträglichen Wohnraums zu einem der nationalen Projekte erklärt. Somit sind Großinvestitionen aus dem russischen Budget in den Wohnungsbau zu erwarten. Davon möchte offensichtlich auch das deutsche Familienunternehmen Knauf profitieren.
Schon jetzt sei durch den Bauboom ein Defizit von Baumaterialien in allen Regionen Russlands spürbar, sagte der Generaldirektor der Bau- und Industrieveinigung für Nordwestrussland, Michail Wiktorow gegenüber der Wirtschaftszeitung „Kommersant“. Wenn das Regierungsprogramm in den nächsten zwei – drei Jahren realisiert werde, stoße die Bauindustrie auf ein gewaltiges Defizit an Zement, Dämmmaterialien und wärmebeständigem Glas, sagte Wiktorow.
Daher sind Wirtschaftsexperten überzeugt, dass sich das Investitionsprogramm von Knauf rentieren werde. Schon jetzt verdient der Konzern den Großteil seines Geldes im Ausland. Durch die neuen Investitionen wird der Anteil Russlands am Umsatz von Knauf deutlich steigen.
(ab/.rufo)
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Containerumschlag im Hafen von St. Petersburg: Auf diese Weise importiert Russland vor allem - exportiert werden vorrangig Rohstoffe wie Öl, Gas, Metall und Holz.(Topfoto:Deeg/.rufo)