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Einsam durchs Eis: Der Gas-Tanker River Ob bahnt sich seinen Weg durch die Arktis (Foto: gazprom.ru)
Einsam durchs Eis: Der Gas-Tanker River Ob bahnt sich seinen Weg durch die Arktis (Foto: gazprom.ru)
Donnerstag, 06.12.2012

Neue Energieroute: Erdgas auf dem Nördlichen Seeweg

Moskau. Erstmals ist ein Tanker mit Flüssig-Erdgas (LNG) über den Nördlichen Seeweg nach Asien gefahren. Gazprom möchte sich in Zukunft auf diesem Weg neue Märkte erschließen. Das Gas der Testpartie kam allerdings aus Norwegen.


Der eistaugliche LNG-Tanker „OB River“ war am 7. November aus dem nordnorwegischen Hafen Hammerfest ausgelaufen. Vom 9. November an wurde er dann neun Tage lang von russischen Atomeisbrechern über den Nördlichen Seeweg entlang Sibiriens Nordküste eskortiert.

Gestern kam das Schiff schließlich zur Entladung im japanischen Hafen Tobata an. Im Oktober hatte der Tanker leer die gleiche Strecke in der Gegenrichtung befahren.

Die Testfahrt geschah im Auftrag des Gaskonzerns Gazprom, der damit erproben und demonstrieren wollte, dass in Zukunft russisches Erdgas auch ganz ohne teure Pipelines von den Gasfeldern im Norden Sibiriens ins energiehungrige Ostasien transportiert werden kann.

Arktische Vorteile: Kurz, kalt und piratenfrei


Kürzere Lieferfristen, Treibstoffersparnis und geringere Emissionen, aufgrund der Kälte der Polarregion geringere Verluste durch Verdampfen des LNG und schließlich das Fehlen jeglicher Piratengefahr werden von Gazprom als Vorteile der neuen Zustellungsroute gegenüber dem Weg durch den Suez-Kanal genannt. Die Testfahrt habe bewiesen, dass innerhalb einer polaren Schifffahrtssaison ein Gastanker aus Ostasien die Route einmal leer und einmal befüllt zurück schaffen kann, heißt es.

Nach Angaben des Konzerns war das erste Drittel des Nördlichen Seewegs völlig eisfrei. Von der Nordspitze Sibiriens auf der Tajmyr-Halbinsel bis zur Beringstraße sei das zu dieser Jahreszeit erst entstehende Eis etwa 30 Zentimeter dick gewesen.

Verkehrszunahme: Mehr Arbeit für die Atomeisbrecher


Umsonst ist deshalb die Nutzung der nur 5600 Kilometer langen Abkürzung auf dem Weg von Europa nach Ostasien nicht zu haben: Zwei Atomeisbrechern machten der „River Ob“ ein Fahrwasser frei - über die Kosten dafür schweigt sich Gazprom aus.

Bei Russland-Aktuell
• Nördlicher Seeweg: Russland will die Arktis öffnen (23.09.2011)
• Erz aus Russland nach China – durch die Arktis (08.07.2011)
• Fähre Georg Ots wechselt von Baltijsk nach Wladiwostok (13.08.2010)
• Gazprom schaut gen Osten: Gaslieferungen nach Südkorea (10.11.2010)
• Putin: Flüssiggas ist Alternative zu Ostsee-Pipeline (13.11.2008)
Auch mit dieser Assistenz ist die auch „Nordost-Passage“ genannte Strecke entlang der sibirischen Küste für Tankschiffe nur drei bis vier Monate im Jahr befahrbar - es sei denn, der Klimawandel taut das Eis noch weiter ab.

Seit 2010 sind auch schon vier Tanker mit russischem Erdöl auf diesem exotischen Weg in die Pazifikregion gedampft – was Umweltschützer angesichts der besonders sensiblen arktischen Natur aber gar nicht gerne sehen.

Der Verkehr auf Russlands "Meeres-Transsib" nimmt unterdessen stetig zu: 2010 waren es nur vier Schiffe, die hier im Transit durchfuhren, in diesem Jahr schon 40. Manches ist dabei auch nur eine Frage der Technik: Der russische Metallurgiekonzern Norilsk Nickel verfügt bereits über eine Flotte von fünf Containerschiffen der höchsten Eisklasse, die den Nördlichen Seeweg auch ohne Eisbrecherbegleitung befahren können.

Noch gibt es kein Flüssiggas aus Sibirien


Vorerst kann Russland allerdings noch gar kein LNG aus der Polarregion liefern - weshalb der Test-Tanker auch in Norwegen befüllt wurde: Die einzige Verflüssigungsanlage im Gazprom-Imperium steht auf der Pazifik-Insel Sachalin.

Mittelfristig gedacht soll LNG (liquefied natural gas) von den Gasfeldern der Jamal-Region aber auch mit polartauglichen Tankschiffen westwärts in Richtung Europa gebracht werden. In dieser Richtung ist zudem der Weg bedeutend kürzer und die Schifffahrtssaison länger.



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