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Der Rubel rollt, aber derzeit rollt er auf den Abgrund zu (Foto: Deeg/.rufo)
Der Rubel rollt, aber derzeit rollt er auf den Abgrund zu (Foto: Deeg/.rufo)
Freitag, 21.06.2013

Regierung dementiert bevorstehende Abwertung des Rubels

Moskau. „Das beste, was Sie machen können, ist im Rubel investiert zu bleiben“, rät Vize-Premier Igor Schuwalow. Derweil stehen die Signale auf Sturm für die russische Landeswährung, die einem neuen Tief entgegen strebt.

Aktuell kratzt der US-Dollar an der 33-Rubel-Marke, während der Euro inzwischen sogar weit mehr als 43 Rubel kostet. Das ist der höchste Stand für den Euro seit über einem Jahr. Auch der US-Dollar nähert sich seinem Jahreshöchstwert vom vergangenen Juni. Anders herum ausgedrückt: Der Rubel ist auf Talfahrt.

Finanzminister macht Russen Angst


Der schleichende Prozess zieht sich schon einige Monate hin, beschleunigte sich aber zuletzt, u.a. durch Aussagen von Finanzminister Anton Siluanow, der erklärte, die Regierung sei unter Umständen bereit, den Rubel abzuwerten, um das Wirtschaftswachstum zu stimulieren.

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• Zentralbank fürchtet Inflation, nicht Wachstumseinbruch (02.10.2012)
• Euro und Dollar legen gegenüber Rubel kräftig zu (20.09.2012)
• Sinkender Ölpreis zieht Rubelkurs in den Keller (22.06.2012)
• Russische Zentralbank greift zur Rubelstütze ein (06.06.2012)
Immerhin bereitet der russischen Führung auch das BIP einige Sorge. Von den noch zu Jahresbeginn avisierten fünf Prozent Wachstum ist keine Rede mehr. Erst Mitte der Woche hatte der IWF seine Prognose von 3,4 auf 2,5 Prozent nach unten revidiert, womit die internationalen Experten immer noch optimistischer sind als das Wirtschaftsministerium (2,4 Prozent) und Präsident Wladimir Putin, der dem IWF beim Internationalen Wirtschaftsforum in St. Petersburg „übermäßigen Optimismus“ bescheinigte.

Keine gezielte Abwertung


Doch eine gezielte Abwertung des Rubels, um Wachstum zu erzielen, werde es nicht geben, stellte nun Vize-Premier Igor Schuwalow klar. „Ich sage es so, wie es ist. Wenn der Rubel ein wenig schwächer wäre, wäre das toll für die Einnahmen unseres föderalen Haushalts. Aber können und werden wir irgendetwas dafür tun? Nein, wir werden nichts tun, weil wir das für schädlich halten“, sagte er.

Gerüchte über die bevorstehende Abwertung nannte er „Gruselmärchen“ und riet seinen Landsleuten, im Rubel investiert zu bleiben. Ein klares Bekenntnis zum Rubel sieht anders aus, aber immerhin bekommt er Unterstützung vom ehemaligen Finanzminister Alexej Kudrin, der ebenfalls eine deutliche Abwertung des Rubels ebenfalls ausschließt. „Im Rahmen der jetzt vorherrschenden Tendenzen wird es zu keiner scharfen Abwertung kommen“, sagte der Finanzexperte.

In Russland ist die Angst vor einer Geldentwertung nach wie vor groß innerhalb der Bevölkerung. In den 90er Jahren mussten die Menschen zweimal einen radikalen Schnitt hinnehmen, zuletzt 1998, als Russland den Bankrott (default) erklärte. Innerhalb weniger Tage verlor der Rubel 60 Prozent seines Werts.



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