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| Der Ex-Besitzer der Wadan-Werften sitzt in Moskau in Untersuchungshaft (Foto: TV) | |
Mittwoch, 09.12.2009
Russischer Ex-Besitzer der Wadan-Werften verhaftet
Moskau. Der frühere Besitzer der Wadan-Werften in Rostock, Wismar und der ukrainischen Stadt Nikolajew, Andrej Burlakow, sitzt in Moskau in U-Haft. Er wird verdächtigt, den Kauf der Werften mit Betrug finanziert zu haben.
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Burlakows Investmentgesellschaft FLC West hatte die Werften im Frühjahr 2008 gekauft. Der Kaufpreis lag bei rund 250 Mio. Euro. Die Werften sollten sich vor allem auf den Bau von Containerschiffen fokussieren.
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Rettung der Ostsee-Werften bei deutsch-russischem Gipfel Doch bereits nach einem Jahr mussten die Werften Konkurs anmelden. Im Sommer 2009, kurz vor den Bundestagswahlen, retteten Gespräche zwischen Kanzlerin Angela Merkel und Russlands Präsidenten Dmitri Medwedew die Lage.
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De facto sprang Gazprom als Geldgeber ein. Der Leiter von Nordstreams (Betreiber der Ostseepipeline) Moskauer Büro, Witali Jussufow, kaufte die Werften für 40 Mio. Euro. Jussufows Vater Igor Jussufow ist ehemaliger Energieminister Russlands und sitzt im Aufsichtsrat von Gazprom.
Gazprom-Klüngel als Retter „Der neue Investorenpool wird deutlich effektiver und erfolgreicher“ für die Wadan-Werften, versprach Medwedew Merkel bei der Übernahme. Offiziell wird der Kauf als persönliches Geschäft von Jussufow junior ausgegeben. Das Geld dafür stamme „aus der Familie und von Freunden“, heißt es.
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Ex-Besitzer ein Betrüger? Für den Ex-Besitzer Burlakow hat das Werftenabenteuer allerdings ein böses Nachspiel.
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Burlakow arbeitete von 2002 bis 2009 bei der „Finansowaja Leasingowaja Kompanija“ (FLK). FLK gehört zur staatlichen Flugzeugbau-Holding OAK und soll Leasinggeschäfte für Flugzeuge finanzieren. Zu diesem Zweck hat das Unternehmen 2007/2008 rund 250 Mio. USD an Obligationen ausgegeben, die sie freilich schon Ende letzten Jahres nicht mehr bedienen konnte.
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Schiffe statt Flugzeuge, Gelder umgeleitet Wie sich herausstellte hatte Burlakow als stellvertretender Generaldirektor einen Teil der Gelder umgeleitet, um den Kauf der Werften zu finanzieren. Die Behörden haben daher, wie sich erst jetzt herausstellte, bereits Anfang November einen Haftantrag gegen Burlakow genehmigt.
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Die Staatsanwaltschaft wirft dem glücklosen Werftbesitzer Betrug vor. Ihm wird die Entwendung von 1,5 Mrd. Rubel (34 Mio. Euro) zur Last gelegt. Ihm droht nun eine mehrjährige Haftstrafe.
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Interessant wäre in dem Zusammenhang wohl auch eine Untersuchung der Verbindungen zwischen Jussufow und Burlakow. Die beiden sollen sich Medienberichten nach gut gekannt haben. Jussufow wollte bereits vor dem Regierungstreffen bei Burlakow einsteigen – zu der Zeit noch als Partner. Wie viel er von den Machenschaften seines Partners wusste, bleibt unklar.
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