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Das Geschäft rund um Opel zeigt neue Formen der Ost-West-Kooperation auf. (Foto: newsru.com)
Das Geschäft rund um Opel zeigt neue Formen der Ost-West-Kooperation auf. (Foto: newsru.com)
Freitag, 11.09.2009

Der Opel-Shop – Selbstbedienungsladen für Patentklau?

Gisbert Mrozek, Moskau. Natürlich will Russland Technologietransfer, wer will das nicht. GM-Manager werden auch schon abgeworben. Aber Moskau wird bei "Opel-New" bzw. "Opel.ru" nie so dominant werden, wie Detroit es war.

Gute Raketen konnte man hier schon lange bauen, gute Autos weniger. Nicht nur hier hat Russland wirklich Nachholbedarf.

Bei all dem Gerede über russischen "Patentklau", Technologie und Know-how-Transfer sollte nicht in Vergessenheit geraten, dass sich GM in den Jahren seit der Übernahme von Opel gnadenlos an den Opel-Entwicklungen bedient hat – und trotzdem den Laden ruinierte.

GM hat sich die Nutzung in der Magna-Sberbank-Vereinbarung jetzt auch festschreiben lassen. GM, so die Experteneinschätzung, sei ohne Opel-Patente gar nicht lebensfähig.

Russischer Aufholbedarf


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• Soziale Proteste der Autowerker bei Lada in Togliatti (07.08.2009)
In der russischen Autoindustrie geht es aber bisher noch gar nicht um das Auto der Zukunft, sondern darum, endlich das Niveau von heute zu erreichen. Was zu Breschnjews Zeiten das Fiat-Werk in Togliatti war, das sind heute die Montagewerke aller internationalen Marken, in denen seit einigen Jahren Qualität geübt wird.

Montagewerke und die dazugehörigen Zulieferbetriebe sind ein erheblicher Beitrag zur Modernisierung der russischen Automobilindustrie und Industrie überhaupt. Aber es geht erstmal nur darum, ein- und aufzuholen.

Die Opelpatente von morgen, auf die man nach der neuen Vereinbarung Zugriff hätte, könnte man hier bei GAZ, Lada oder UAZ noch gar nicht realisieren. Das dafür nötige Technologieniveau ist noch lange nicht erreicht. Die Patente von gestern gehören GM - und "New-Opel" muss für deren Nutzung GM bezahlen.

Neu Form der Ost-West-Kooperation



Das Wichtigste und Spannendste bei der Trennung Opels von GM scheint aber eine wirklich neue Form der Ost-West-Kooperation in einem strategisch wichtigen Industriebereich zu sein.

Wenn 55 Prozent der Aktien dem Magna-Sberbank-Konsortium gehören, zehn Prozent der Opel-Belegschaft und 35 Prozent bei GM bleiben, dann kann Moskau nie so dominant werden, wie Detroit es war, auch wenn der weite russische Markt erschlossen wird.

Die Musik spielt in Europa. Dabei hilft Moskau – natürlich aus Eigennutz.



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