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Sehenswürdigkeiten wie die Moskauer Basilius-Kathedrale reichen nicht aus, um Touristen nach Russland zu locken (Foto: Siegmund/.rufo)
Sehenswürdigkeiten wie die Moskauer Basilius-Kathedrale reichen nicht aus, um Touristen nach Russland zu locken (Foto: Siegmund/.rufo)
Dienstag, 07.03.2006

Weniger Touristen kommen nach Russland

Moskau. Ausländische Touristen machen wieder einen Bogen um Russland. Im vergangenen Jahr ging die Zahl der Besucher um 16,6 Prozent gegenüber 2004 zurück. Experten sehen die Ursache in den hohen Preisen.

Immerhin: Nach wie vor stehen die Deutschen ganz oben in der offiziellen Touristenstatistik. 313.500 Bundesbürger verbrachten im vergangenen Jahr ihren Urlaub in Russland, knapp 40.000 weniger allerdings als im Jahr 2004. Die nächstgrößten Besuchergruppen bilden Chinesen (204.400), Finnen (175.500) und US-Amerikaner (156.700).

Preise steigen, Service bleibt schlecht


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• Touristenzahl in Moskau erzielt neuen Rekord (24.11.2005)
• Baikal-Bahn aus dem Dornröschenschlaf erweckt (14.11.2005)
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• St. Petersburg laufen die Touristen weg (11.10.2005)
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Sicherlich lässt sich die russische Statistik nur mit Vorsicht genießen. Denn viele Individual-Touristen aus dem Westen reisen mit Geschäftsvisa in das Land, um den bürokratischen Aufwand zu verringern. Umgekehrt geben viele Besucher aus Ländern wie China, Polen oder Türkei Tourismus als Reisegrund an, obwohl sie in Wirklichkeit z.B. als Kleinhändler Waren an- und verkaufen.

Allerdings steht außer Zweifel, dass das russische Fremdenverkehrs-Gewerbe in einer Krise steckt. Mit einem Durchschnittspreis von 1.500 Euro sei eine klassische einwöchige Bildungsreise nach Moskau und St. Petersburg für Europäer schlichtweg zu teuer, meinen Experten. „Die Preise steigen ständig, aber niemand kümmert sich darum, den Service zu verbessern“, klagte sogar der Moskauer Staatsrundfunk. Als Ziele für Städtetouren seien daher Prag oder Budapest derzeit viel attraktiver als die russischen Metropolen, zumal für die meisten westlichen Ausländer dort kein Visum nötig sei.

Als besonders problematisch gilt der landesweite Mangel an Mittelklasse-Hotels. In Moskau verschärft sich die Situation derzeit mit jedem Monat. Mit dem „Rossija“ wird in der Hauptstadt in Kürze das letzte preisgünstige Touristenhotel im Staatszentrum abgerissen.

Auch die russischen Urlauber bevorzugen es – nicht zuletzt aus Kostengründen – seit Langem, ihre Ferien im Ausland zu verbringen. 1,5 Millionen russische Touristen besuchten allein im vergangenen Jahr die Türkei, 1,1 Millionen die Volksrepublik China. Knapp 700.000 erholten sich in Ägypten.

(kp/.rufo)


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