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Der Kreml könnte auch mit Julia Timoschenko ... (Foto Archiv/TV)
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Dienstag, 05.01.2010

Dame oder Bube? Ukraine überwindet allmählich Spaltung

Kiew. Bei den am 17.Januar bevorstehenden Präsidentenwahlen in der Ukraine erreicht keiner der Kandidaten die absolute Mehrheit. Erst im zweiten Wahlgang siegt Janukowitsch klar vor Timoschenko, besagen Meinungsumfragen. Bisher.

Ganz chancenlos bleibt nach den Meinungsumfragen der Amtsinhaber Viktor Juschtschenko, aber auch für Premierministerin Julia Timoschenko wirkt sich der Amtsbonus nicht positiv genug aus. Im ersten Wahlgang bleibt die attraktive Dame mit Zopf nach den bisherigen Prognosen etwa 15 Prozent hinter dem jetzigen Oppositionsführer Viktor Janukowitsch, der aber auch nur etwa 40 Prozent erreichen dürfte.

Stichwahl zwischen Bube und Dame


Da im ersten Wahlgang am 17.Januar keiner der Kandidaten die absolute Mehrheit erreicht, wird eine Stichwahl zwischen Janukowitsch und Timoschenko nötig. Dabei dürfte dann der Ex-"Blaue" Janukowitsch mit etwa 57 Prozent vor der Ex-"Orangenen" Timoschenko siegen, die nur etwa 40 Prozent erreicht.

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In dieser Prognose seien sich im Trend alle Meinungsforschungsinstitute einig, berichtet heute die moskauer Zeitung Iswestija. Die Umfragen wurden alle noch im Dezember von den Instituten "Fond Öffentliche Meinung" (FOM), "Institut für soziale und politische Psychologie", "Internationales Institut für Soziologie Kiew" und der "Research & Branding Group" durchgeführt.

Janukowitsch hatte sich bei den umstrittenen vergangenen Präsidentenwahlen als Spitzenmann des blauen Lagers ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit dem orangenen Revolutionshelden Juschtschenko geliefert. Seitdem konnte Janukowitsch sich aber von dem Image lösen, er sei nicht mehr als ein Mann Moskaus.

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Spaltung der Ukraine wird allmählich überwunden


Ob Moskau viel Freude mit einem Präsidenten Janukowitsch hätte, ist tatsächlich eine Frage, denn das Staatsoberhaupt in Kiew muss auf jeden Fall auch die eindeutig westorientierte Hälfte des Landes vertreten - ohne den Osten zu vergessen.

Der "Ostler" Janukowitsch hat sich tatsächlich um den Westen bemüht und die "Westlerin" Timoschenko ist inzwischen für viele im Osten des Landes akzeptabel.

Jedenfalls scheint der ehemals blaue moskauer Bube Janukowitsch den chaos- und revolutionsmüden Ukrainern aus beiden Lagern eher geeignet, eine Politik ohne Experimente zu machen, als die ehemals orangene Zopfdame und "Gasprinzessin" Julia Timoschenko, die das Image der Zickigkeit nicht los wird.

Das wichtigste Wahlergebnis ist unabhängig vom Sieger


Und bisher sieht es so aus, als ob die Ukraine bei den bevorstehenden Präsidentenwahlen die Spaltung des Landes in Blau und Orange, in Ost und West, in zwei unversöhnliche Lager überwinden könnte.
Das wäre das wichtigste Wahlergebnis, egal ob nun Janukowitsch oder Timoschenko das Rennen machen.

Nur: Prognosen sind eine schwierige Sache, besonders wenn sie die Zukunft betreffen, wie der ehemalige russische Botschafter in der Ukraine, Viktor Tschernomyrdin zu sagen pflegte.



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