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| Nicht nur der Alkohol ist in Russland auf dem Vormarsch (foto: ld/rufo) | |
Dienstag, 24.08.2004
Drogen: Russlands neue Abhängigkeit
Moskau. Berüchtigt ist der russische Drang zu Rauschmitteln. Jelzin schwang im Wodkarausch den Dirigentenstab, Breschnjew suchte Erleichterung durch Beruhigungs- und Schmerzmittel. Nicht die Einzigen, denn die Sehnsucht nach Rauschmitteln scheint groß. Nach Medikamenten und Hochprozentigem erobern nun Drogen den russischen Volksverstand.
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Schwierig ist es in Russland nicht, an Rauschmittel heranzukommen. Wer sucht der findet – sogar ohne hohen finanziellen Aufwand. Russland ist – begünstigt durch einkommensschwache Zöllner – als Transitland für Kokain, Heroin und Marihuana bekannt. Neuerdings wächst allerdings auch der inländische Verbrauchermarkt für synthetische Drogen.
Er wächst so stark, dass in universitären Laboratorien chemische Cocktails hergestellt werden, um die enorme Nachfrage in Moskauer Techno-Clubs zu stillen. Unterfinanzierte Wissenschaftler nutzen ihre Fachkenntnisse, um Amphetamine herzustellen. Die Herstellungskosten sind im Gegensatz zum Wiederverkaufswert geradezu minimal.
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Bis vor kurzem wurde jede Form von Drogenaufklärung staatlich verfolgt; das Problem mehr verdrängt als verarbeitet. Doch kriminalistische Mittel allein können die Drogenflut nicht aufhalten. Vor allem unter Jugendlichen sind Berührungsängste mit Drogen kaum vorhanden. Unwissenheit, Lebenslust und die neue Freiheit, fast alles tun, lassen und kaufen zu können, schaukeln sich gefährlich hoch.
(cu/.rufo)
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