Moskau. Nach Angaben der Internetseite „Meeresanzeiger“ ist der Frachter Arctic Sea in den letzten vier Jahren mehrmals tagelang vom Radar verschwunden gewesen – immer in der Gegend von Gibraltar und immer mit Holz an Bord.
In diesem Jahr konnte das Automatische Identifikationssystem (AIS) das Schiff zwischen dem 1. und 11. April nicht ausmachen. Es verschwand in der Straße von Gibraltar und tauchte erst bei der Rückkehr aus dem Mittelmeer wieder auf.
Ähnliches ereignete sich zwischen dem 13. Februar und 4. März 2008 und zwischen dem 26. April und 14. Mai 2007. Jedes Mal hatte der Frachter Holz aus Finnland oder Estland geladen. In den angegebenen Zeiträumen lief das Schiff regelmäßig zwei algerische Häfen an.
Der Eigner der Arctic Sea, die Reederei Solchart, verweigert jede Äußerung zu diesem rätselhaften Verschwinden.
Die Arctic Sea war Ende Juli in der Ostsee wahrscheinlich von Piraten gekapert und erst Mitte August von einem russischen Kriegsschiff befreit worden. Inzwischen befindet sich das Schiff nach einer längeren Liegezeit vor den kanarischen Inseln wieder auf offener See, Ziel unbekannt.
Russische Ermittler wollen nichts außer Holz auf dem wie ein Geisterschiff anmutenden Frachter gefunden haben; es gibt aber auch Gerüchte, es wäre eine Waffenladung für den Iran oder Syrien an Bord gewesen.
Hauptsache, man lässt sich die Laune nicht verderben.Dann lässt es sich auch im hintersten russischen Dorf noch recht gut leben.( Topfoto: Mrozek/.rufo)