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| Juschtschenko bei der Feuerbekämpfung (Foto: newsru) | |
Montag, 27.08.2007
Heißer Wahlkampf: Feuerwehrmann Juschtschenko
Kiew. Der Wahlkampf in der Ukraine tritt buchstäblich in seine heiße Phase. Präsident Juschtschenko hat persönlich an der Bekämpfung von Waldbränden teilgenommen. Danach wollte er den Katastrophenschutzminister feuern.
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Die Bilder gingen um die Welt: Viktor Juschtschenko mit einem Spaten in der Hand wirft Sand aufs Feuer. Anschließend schiebt er mit anderen Feuerwehrleuten ein Löschfahrzeug an. Ein Mann, der zupacken kann, das beweisen die Bilder.
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Es ist nicht das erste Mal, dass sich Juschtschenko als Feuerwehrmann betätigt. Genau vor einem Jahr rettete er höchstpersönlich seine eigene Datscha auf der Krim vor den Flammen. Schwere Waldbrände auf der ukrainischen Halbinsel hatten damals auch die Gegend um Jalta erreicht. Während der Parlamentsvorsitzende Alexander Moros auf einer Yacht vor dem anrückenden Feuer flüchtete, schleppte Juschtschenko Wassereimer, bis die Einsatzkräfte anrückten.
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Lahmer Minister bringt Präsidenten in Wallung
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Auch in diesem Jahr sorgt der heiße Sommer in der Ukraine wieder für Waldbrände. Im Gebiet Cherson toben die Brände seit einigen Tagen. Was den Präsidenten jedoch in Hitze brachte, war nicht das Feuer, sondern die Falschmeldung des Katastrophenschutzministers. Dieser hatte nämlich berichtet, dass das Feuer völlig unter Kontrolle sei.
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Aus dem Flugzeug habe er die Flammen gesehen, erklärte Juschtschenko. Deshalb habe er den Jet wenden lassen und persönlich als Retter eingegriffen. Nachdem er die Flammen gelöscht hatte, goss der Präsident jedoch an anderer Stelle Öl ins Feuer. Katastrophenschutzminister Nestor Schufritsch forderte er zum Rücktritt auf. Selbst feuern kann der Präsident ihn nicht, da Ministerentlassungen in das Ressort von Premier Viktor Janukowitsch fallen.
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Gekonnte PR vor den Wahlen?
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Schufritsch ist ein enger Vertrauter von Janukowitsch und steht zudem auf Platz fünf von Janukowitschs „Partei der Regionen“. Die Partei reagierte dementsprechend genervt und bezeichnete die Aktion von Juschtschenko als schlechten PR-Gag. Dabei wird der „Partei der Regionen“ eigentlich der Sieg bei den bevorstehenden Wahlen vorhergesagt, während die Präsidentenfraktion „Unsere Ukraine“ den Voraussagen nach schlecht abschneiden wird.
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Es ist also höchste Zeit für Juschtschenko, die Stimmung ein wenig anzuheizen, wenn er noch punkten will. Mit Schufritsch hat er sich dabei einen geeigneten Gegner ausgesucht. Schon bei der Phosphor-Katastrophe in Lwow (Lemberg) reagierte der Minister äußerst langsam und zögerlich. Erst vier Tage später war er überhaupt vor Ort, um sich ein Bild von der Lage zu machen.
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Juschtschenko als verdienter Feuerwehrmann
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Damals hielt Janukowitsch zu seinem Minister und auch jetzt deckt er ihn vorläufig noch. Wie lange er sich noch die Finger für ihn verbrennen wird, ist allerdings ungewiss.
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Schufritsch reagierte übrigens kaltblütig auf die Forderung nach seiner Absetzung. Er dankte Juschtschenko für „sein persönliches Vorbild bei der Brandbekämpfung“. Er werde ihn für die Auszeichnung „Verdienter Feuerwehrmann“ vorschlagen, sagte Schufritsch. Damit könnte Juschtschenko nach einer möglichen Niederlage bei den Präsidentschaftswahlen immerhin noch bei der Feuerwehr anfangen.
(ab/.rufo/Moskau)
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