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Trauer bei den Hinterbliebenen (Foto: TV)
Trauer bei den Hinterbliebenen (Foto: TV)
Mittwoch, 13.08.2008

Staatstrauer um die Toten in Südossetien und Georgien

Moskau/Tiflis. Seltene Einheit: Sowohl in Russland, als auch in Georgien herrscht heute Staatstrauer. Beide Seiten trauern um ihre Gefallenen in dem Konflikt. Über die genaue Anzahl der Opfer herrscht weiter Unklarheit.

Russland spricht offiziell von 1.600 Toten, die allein die georgische Militäroffensive in Südossetien gefordert habe. Unabhängige Quellen für diese Angaben gibt es nicht. Die meisten der Opfer seien Zivilisten, erklärte die russische Führung einhellig. Die Anzahl der getöteten Blauhelmsoldaten soll bei 74 liegen.

Trauer und Leid auf beiden Seiten groß


Zeitgleich trauert auch Georgien um seine Toten. Bei russischen Bombenangriffen, insbesondere auf die Stadt Gori, die unterschiedlichen Angaben zufolge auch am Mittwoch noch umkämpft sein soll, kamen etliche Zivilisten ums Leben. Die genaue Anzahl der Toten ist unbekannt.

Bei Russland-Aktuell
• Krieg unter Glaubensbrüdern – Religionen im Kaukasus (13.08.2008)
• Ziel erreicht: Russland beendet Einsatz in Georgien (12.08.2008)
• Abchasien beginnt Militäroffensive im Kodori-Tal (12.08.2008)
• Südossetien: Jede Seite kämpft mit ihrer Wahrheit (10.08.2008)
• Russland steht faktisch im Krieg mit Georgien (08.08.2008)
Zehntausende Flüchtlinge haben in Südossetien auf der einen Seite und in Georgien auf der anderen Seite ihre Heimat verlassen aus Angst vor Bomben, Panzern und Tod. Das Leid ist auf beiden Seiten groß.

Hass und Misstrauen


Doch auch wenn die orthodoxen Kirchen von Georgien und Russland gemeinsam bereits kurz nach Ausbruch des Konflikts zu einem Ende der Gefechte aufgerufen haben, so betet doch jede Seite nur für ihre eigenen Toten. Zu groß ist das gegenseitige Misstrauen, als dass geteiltes Leid halbes Leid sein könnte.

Propagandaschlacht vertieft die Gräben


Bereits kurz nach dem ebenso brutalen wie abenteuerlichen Militäreinsatz der Georgier „zur Wiederherstellung der konstitutionellen Ordnung“ kam die Vokabel „Völkermord“ in den Umlauf. Offensiv wurde sie von russischen Politikern verwendet, um die georgische Führung als Schlächter zu brandmarken und eigene Fehler der Vergangenheit zu vertuschen. In Fernsehberichten wurden Hitler-Vergleiche angestellt.

Auf der anderen Seite der Propagandaschlacht verstieg sich Georgiens Präsident Michail Saakaschwili zu der Behauptung, dass Russland den Krieg begonnen habe, um das kleine Freiheit liebende Georgien zu besetzen. Russische Panzer rollten angeblich auf Tiflis zu.

Bei der Berichterstattung in West und Ost wurden Fakten umgedeutet, verschwiegen oder entstellt. So wurde auch die Wahrheit ein Opfer des Kaukasus-Konflikts. Wir sollten eine Schweigeminute für sie einlegen – genauso wie für die unschuldigen Opfer des Kriegs.



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