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Eine Sondereinheit der Polizei (OMON) bei einer Waffenübung (Foto: Archiv)
Eine Sondereinheit der Polizei (OMON) bei einer Waffenübung (Foto: Archiv)
Dienstag, 27.11.2007

Journalisten in Inguschetien entführt und ausgesetzt

Moskau. Ein Journalistenteam des russischen Fernsehsenders Ren-TV und der Bürgerrechtler Oleg Orlow sind am Wochenende in der Teilrepublik Inguschetien von Unbekannten gekidnappt worden. Die Täter trugen Polizei-Uniformen.

Die Journalisten wollten über eine Oppositionskundgebung berichten. Auch Orlow war angereist, um an der Demonstration teilzunehmen.

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Überfall um Mitternacht


Die drei Journalisten Artjom Wyssotzki, Stanislaw Gorjatschich und Karen Sachinow waren in der Nacht zum Samstag bei einer Arbeitsbesprechung, als etwa 15 maskierte und Männer mit Maschinenpistolen ins Hotelzimmer eindrangen.

Sie zwangen die Journalisten zu Boden, zogen ihnen schwarze Säcke über den Kopf und raubten Filmmaterial und Dokumente. Anschließend verfrachteten sie die Journalisten in einen Kleinbus, in dem bereits der ebenfalls gekidnappte Bürgerrechtler Oleg Orlow (Memorial) saß.

Erschießung angedroht


Auf einem verschneiten Feld wurden sie halbnackt ausgesetzt und misshandelt. Dabei drohten die in Uniformen der Polizei-Sondereinheit OMON gekleideten Männer ihren Opfern die Erschießung an, wenn sie noch einmal nach Inguschetien reisen sollten.

Barfuß mussten die Entführten anschließend in die nächste Ortschaft zurücklaufen. Nach Angaben der Journalisten versuchte die Polizei, den Fall zunächst herunterzuspielen. Das Innenministerium der Republik nannte die Entführung der Journalisten eine Provokation, „um die Behörden zu diskreditieren.“

Entschuldigung und erneuter Versuch einer Beschlagnahmung


Erst später wurde ein Ermittlungsverfahren eingeleitet. Präsident Murat Sjasikow entschuldigte sich bei den Journalisten und versprach ihnen seinen „persönlichen Schutz“. Sogar die Oppositionskundgebung konnte das Kamerateam aufnehmen.

Auf dem Rückweg zum Flughafen allerdings versuchte ein Grenzposten, das Filmmaterial zu beschlagnahmen. Dies gelang nicht, weil die Journalisten das Sujet auf einem anderen Weg bereits nach Moskau geschickt hatten.

(ab/epd/.rufo/Moskau)


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