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Gedankenspiele um eine Abkopplung des russischen Netzes vom globalen Internet ruft Kritik bei Bürgerrechtlern hervor.
Gedankenspiele um eine Abkopplung des russischen Netzes vom globalen Internet ruft Kritik bei Bürgerrechtlern hervor.
Freitag, 19.09.2014

Russland erwägt Schaffung des Inter-Njets

Moskau. Russlands Behörden wollen das Internet stärker kontrollieren. Moskau sieht seine nationale Sicherheit durch die Abhängigkeit von einer internationalen IP-Adresszuweisung gefährdet und erwägt eine Abkopplung des Ru-Nets.

Die Ukrainekrise dominiert derzeit das Handeln des Kremls: Auf internationalem Parkett hat sich Russlands Präsident Wladimir Putin gerade für die Ausrichtung einer Ukraine-Friedenskonferenz in Wien ausgesprochen. Auf nationaler Ebene versucht die russische Führung die Ausbreitung des „Maidan-Virus“ zu verhindern und den Einfluss des Westens zu minimieren. Wirtschaftlich mit der Wendung gen Asien, ideologisch mit der Regulierung des Nachrichtenflusses.

Abkopplung im Notfall


Dabei gerät auch das Internet ins Visier der Behörden: Laut der Tageszeitung „Wedomosti“ sollen in der kommenden Woche auf einer Sitzung des nationalen Sicherheitsrats im Beisein Putins Maßnahmen zur „Stärkung der Souveränität“ des so genannten RU-Nets beraten werden. Diskutiert wird einerseits darüber, die Domänverwaltung in die Hände des Staates zu legen, andererseits über die Möglichkeit, das russische Netz im Notfall vom world wide web abzukoppeln. Laut einem Informanten von „Wedomosti“ fallen Krieg oder Massenproteste im eigenen Land unter diese Definition.

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• Kreml hofft auf bessere Auslandsdarstellung (09.12.2013)
• Russischer Nachrichtenagentur Rosbalt droht die Schließung (31.10.2013)
Russische Bürgerrechtler wie Lew Ponomarjow und Swetlana Gannuschkina reagierten besorgt auf die Nachricht einer möglichen Abschaltung des Internets und warnten vor einer Isolierung des Landes.

Kreml beruhigt


Putins Sprecher Dmitri Peskow allerdings beruhigte: „Es kann keine Rede davon sein, dass Russland vom globalen Internet abgeschaltet wird, dass es sich darauf vorbereitet oder so eine Möglichkeit erwägt“, sagte er. Es gehe nicht darum sich abzuschotten, sondern die Sicherheit des russischen Internets gegenüber äußeren Angriffen zu erhöhen und sich wegen des „unberechenbaren Verhaltens“ von Europäern und Amerikanern „für den Fall der Fälle“ zu rüsten, fügte er hinzu.

Geplant ist offenbar die Schaffung eines eigenes Regulators für die Zuteilung von IP-Adressen im eigenen Land - derzeit ist die amerikanische NGO „Internet Corporation for Assigned Names and Numbers“ (ICANN) weltweit für die Vergabe von IP-Adressen zuständig. Diese, so fürchtet Moskau, könne im Fall eines Konflikts auf Druck Washingtons die Arbeit des Ru-Nets lahmlegen.

Theoretisch sei die Verlagerung nach Russland möglich, sagt Wjatscheslaw Kokorin, Generaldirektor von NLO Marketing. Schnell sei das allerdings nicht zu realisieren, zudem verliere Russland damit den Kontakt zur Außenwelt, warnt der Internetexperte. Seinen Angaben nach sind auch viele russische Internetprojekte auf Auslandsservern geparkt, die dann nicht mehr zugänglich sind.



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Nichttroll 01.10.2014 - 00:18

selbige Gedanken...

@koktem - genau das Gleiche ging mir eben auch durch den Kopf: der Alleinunterhalter STOLL ist wieder voll in seinem Element. Man ist der glücklich, mal wieder so richtig loszuwettern... gegen den so bösen Onkel Putin, diesem Kriegstreiber... Wo nur bleibt bei manchen Leuten der Sinn für die Erfassung der großen Politik, für die Erfassung ganzer Politikzusammenhänge??? Hier jedenfalls regiert das Forum ein Filius der BILD... Auf das der mal glücklich wird mit seinem Superargument...


koktem 22.09.2014 - 13:22

Anmerkung

Hier seid Ihr beiden richtig, wer anders meldet sich schon gar nicht mehr hier, von der Leserseite. Na da könnt Ihr Euch wenigstens gegenseitig schön die Taschen vollhauen! Ihr Russlandspezialisten!


Stoll 21.09.2014 - 21:46

Putins Angst vor freien Meinungsäußerungen

Abkoppeln,Russland gehört nicht zu Europa, Hinwendung zu Asien.
Zehntausende, auf youtube heute gesehen, haben den Mut gefasst und gegen Putins Krieg demonstriert. Da ziehe ich doch meinen Hut und mache eine ganz tiefe Verbeugung. Es gibt doch noch mehr als einen versprengten Haufen Russen, die der Hetze in den Medien widerstehen. Es ist ein Zeichen von großer Schwäche, wenn Putin das Internet unter fadenscheinigen Gründen kappen will.Da scheint also doch mehr gegen Putin im Gange zusein, als wir im Westen vermuten.Klar dokumentiert Putin auch damit seine Hilflosigkeit, denn die Menschen lassen sich nicht immer belügen. Putins Hass auf den Westen hat neue Dimensionen angenommen.Aber doch alte Bekannte, Repressionen, Meinungsbeschneidung, Medienhetze und Verarschung, aus kommunistischen Zeiten begegnen uns wieder. Die Mittel sich dagegen zu wehren sind noch immer die gleichen.Ziviler Ungehorsam, organisieren mit Gleichgesinnten , der staatlichen Propaganda trotzen usw..


Royaler 21.09.2014 - 21:08

Russland mit Nein zum Krieg

Moskau, Sankt Petersburg, Perm, Novosibirsk, Jekaterinenburg,blau gelb neben weiß blau rot. \"Hände weg von der Ukraine\".\"Putin hör auf zu lügen\". \"Krieg mit der Ukraine - Schande und Verbrechen Russlands\". Eine deutliche Sprache auch ohne Internet. Soviel zum Neuesten aus Russland am Sonntag, dem 21.9.2014. Aus Deutschland: Heute Köln und gestern Berlin waren zur Solidarität mit Russlands Anti Kriegs Demonstration dabei. Putin mit Schattenbildern Stalins und Hitlers fielen als selbst gemaltes Plakat besonders auf.


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