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| Ilja Simin gehörte zu den besten Fernsehjournalisten Moskaus (Foto: NTW) | |
Dienstag, 28.02.2006
Schneller Ermittlungserfolg bei Journalistenmord
Moskau. Er war einer der besten Fernseh-Journalisten bei NTW. Sein Tod erschüttert Moskau. Aber es war wohl kaum ein politischer Mord. Ilja Simin (33) war erst in einer Nachtbar, dann öffnete er seinen Mördern selbst die Tür.
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In der Nacht auf Sonntag war Ilja Simin bis weit nach Mitternacht in der Diskothek und Nachtbar „Samoljot“ (Flugzeug) im Zentrum. Gegen zwei Uhr fuhr er nach Hause in die angesehene Wohngegend an der Ulitsa Koroljowa nicht weit vom Fernsehzentrum Ostankino entfernt, wo auch die Redaktion des Fernsehsenders NTW untergebracht ist.
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Am Sonntagnachmittag wurde er von Kollegen tot aufgefunden, die sich Sorgen machten, weil Ilja nichts von sich hören ließ. Sie fanden die Wohnungstür geöffnet und ohne Einbruchsspuren. In der Wohnung war alles durcheinander geworfen. Ilja Simin lag tot auf dem Boden. Irgendjemand erzählt von einer leeren Whiskyflasche.
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Tödliche Kopfverletzungen
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Als Todesursache stellten Gerichtsmediziner schwere Kopf- und Gesichtsverletzungen fest. Er habe schwere Schläge auf den Hinterkopf erhalten. Simin habe wahrscheinlich noch versucht, zum Telefon zu kommen. Aber selbst wenn ihm dies gelungen wäre oder wenn die Nachbarn seine Hilferufe gehört hätten, wäre er nicht mehr zu retten gewesen.
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Die Staatsanwaltschaft sagte in einer ersten Stellungnahme, es gebe keine Hinweise auf eine Verbindung zwischen dem Mord und dem Beruf des Ermordeten. Später hieß es, es bestätige sich mehr und mehr, dass es sich um „Alltagskriminalität“ gehandelt habe.
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Der in Wladiwostok geborene 33-jährige Ilja Simin hatte seine Laufbahn in dem dortigen Regionalfernsehen begonnen. Seit 1995 war er NTW-Regionalchef. Im Jahre 2000 kam er zu NTW nach Moskau, wechselte mit einem Teil des NTW-Teams zu TV-6 und TWS, kehrte dann aber zu NTW zurück. Er hatte vor allem für die Reportage- und Enthüllungs-Serie \"Beruf Reporter\" an allen Brennpunkten gearbeitet.
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Homsexualität in Medienszene in Moskau keine Seltenheit
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Freunde und Kollegen des Ermordeten bestätigen das im Wesentlichen. Ilja habe in letzter Zeit nicht an irgendwelchen "heißen Themen" gearbeitet. Iljas sexuelle Orientierung sei „nicht traditionell“ gewesen. Allerdings ist Homosexualität in der Moskauer Polit-, Show- und Medienszene keine Seltenheit.
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Eine Verbindung zu dem Überfall oder Raubüberfall einiger Kaukasier auf Ilja Simin im vergangenen Herbst – ebenfalls an der Ulitsa Koroljowa – bei dem dem Journalisten ein Bein gebrochen wurde, sehen Kollegen ebenfalls nicht. Wohl kaum hätte Ilja einem der damaligen Täter selbst die Tür geöffnet.
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Tatverdächtiger ermittelt und wird bald festgenommen
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Bereits am Montagabend hatten die Ermittler den Tathergang weitgehend rekonstruiert und konnten einen Tatverdächtigen zur Fahndung ausschreiben. Er werde in nächster Zeit verhaftet werden, hieß es in der Staatsanwaltschaft.
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Hätte der Mord politische Hintergründe, wäre es nicht so schnell gegangen. Der Mord an dem Fernsehmoderator Wladislaw Listjew am 1.März 1995 ist bis heute nicht aufgeklärt.
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(gim/.rufo)
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