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| Semjon Mogilewitsch bleibt in U-Haft | |
Montag, 07.04.2008
Mogilewitsch bleibt in Haft – wegen Urkundenfälschung
Moskau. Sergej Schneider, alias Semjon Mogilewitsch, bleibt in Untersuchungshaft. Dem von Interpol wegen Betrugs und Geldwäsche gesuchten Mafiaboss „Don Semjone“ wird nun auch Urkundenfälschung vorgeworfen.
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Verhaftet wurde Schneider-Mogilewitsch Ende Januar zusammen mit dem Besitzer der Kosmetik-Kette „Arbat Prestige“, Wladimir Nekrassow. Die Behörden werfen Nekrassow Steuerhinterziehung in Höhe von etwa 50 Mio. Rubel (etwa 1,4 Mio. Euro) vor.
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Feindliche Übernahme oder Aushebung einer Geldwäsche-Anstalt? Russische Medien vermuteten zunächst wegen der relativ geringen Summe, – immerhin wird Arbat Prestige auf einen Gesamtwert von 1 Mrd. USD geschätzt – dass es sich bei der Anklage um einen Vorwand handelte, um das lukrative Business zu übernehmen.
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Inzwischen wird vermutet, dass Mogilewitsch, der offiziell als Berater Nekrassows fungiert, der eigentliche Besitzer der Parfümeriekette war und diese für Geldwäsche nutzte. Mogilewitschs Anwalt Alexander Pogontschenkow bestreitet allerdings jedwede Beteiligung seines Mandanten an Arbat Prestige.
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Mogilewitsch hat Geburtsdaten gefälscht Interessanterweise hat die Staatsanwaltschaft bis vor kurzem tatsächlich mit dem Gedanken gespielt, Mogilewitsch, einen der weltweit am meisten gesuchten mutmaßlichen Verbrecher, wieder auf freien Fuß zu setzen. Den Antrag auf Aussetzung der U-Haft nahm die Behörde erst am Freitag wieder zurück.
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Denn inzwischen gibt es einen neuen Anklagepunkt. Mogilewitsch soll seine Geburtsdaten gefälscht haben. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass es sich dabei nicht um einen Anfall von Eitelkeit des Kettenrauchers gehandelt hat, sondern dass die Urkundenfälschung dem Verwischen von Spuren diente.
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Immerhin ist Mogilewitsch in der Vergangenheit nicht nur als Schneider, sondern unter insgesamt zwölf verschiedenen Pseudonymen aufgetreten. Er besitzt einen israelischen, russischen, ukrainischen und ungarischen Pass. Mehr als 15 Jahre wird er auf Ersuchen des FBI von Interpol inzwischen gesucht.
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Betrug, Steuerhinterziehung und Schmuggel Mitte der 90er Jahre soll er bei der YBM-Affäre Investoren durch künstlich hoch gepushte Aktienwerte und gefälschte Rechnungsbücher um über 150 Mio. USD geprellt haben. Zudem wird Mogilewitsch auch Zigarettenschmuggel in Osteuropa und sogar die Führung der berüchtigten Mafia-Gruppierung Solnzewo nachgesagt.
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Mehr als zweifelhaft scheint zudem seine Rolle bei den undurchsichtigen Gaslieferungen zwischen Russland und der Ukraine. Es wird vermutet, dass hinter dem in der Schweiz registrierten Zwischenhändler „RosUkrGas“, über den Gazprom sein Gas in die Ukraine liefert, Mogilewitsch steht.
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Die Abkürzung „Ros-Ukr-Gas“ dient russischen Medien daher als beliebtes Wortspiel, denn „ukrast“ bedeutet im russischen „stehlen“. Dies scheint Mogilewitsch – auch dank guter Beziehungen zu Spitzenbeamten – in der Vergangenheit relativ erfolgreich betrieben zu haben. Das Vermögen von „Don Semjone“ wird auf über 10 Mrd. USD geschätzt.
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