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Vergebliche Flucht vor Gläubigern und Grenzschutz: Der Frachter New Star vor seinem Untergang (Foto: tv/newsru)
Vergebliche Flucht vor Gläubigern und Grenzschutz: Der Frachter New Star vor seinem Untergang (Foto: tv/newsru)
Donnerstag, 19.02.2009

Acht Tote nach wilder Verfolgungsjagd auf See

Wladiwostok. Im Japanischen Meer sind acht Seeleute ertrunken, nachdem der russische Grenzschutz einen flüchtenden Frachter unter Feuer genommen hatte. Das Drama ereignete sich bereits am Sonntag bei starkem Sturm.

Acht der 16 Seeleute von Bord der unter der Flagge von Sierra Leone fahrenden „New Star“ wurden am Sonntag von einem russischen Grenzschutzboot gerettet. Die aus China und Indonesien kommende Besatzung war in Rettungsinseln umgestiegen, nachdem ihr manövrierunfähiges Schiff zu sinken drohte.

Doch was in ersten Meldungen aus Wladiwostok wie eine leidlich glückliche Rettung aus Seenot dargestellt wurde, entpuppte sich nach einigen Tagen als wahrer Krimi: Der russische Grenzschutz hatte den Frachter zuvor selbst verfolgt – und „sturmreif“ geschossen.

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Alles begann mit verdorbenem Reis


Begonnen hatte das Drama mit einem drohenden Rechtsstreit: Der Frachter hatte im russischen Hafen Nachodka eine große Ladung Reis für einen Abnehmer in Sibirien angeliefert. Doch die Ware erwies sich als verdorben: Während des Transports war der Reis durch Seewasser aufgequollen. Die Empfänger wollten deshalb den Schiffseigner, eine Hongkonger Reederei auf 120 Mio. Rubel (ca. 2,67 Mio. Euro) Schadenersatz verklagen – worauf das Schiff unter Arrest gestellt wurde.

Der Kapitän beschloss, sich und das Schiff mit einer Flucht aus der Affäre zu ziehen – und lief am Freitag ohne Genehmigung der russischen Behörden aus dem Hafen aus. Daraufhin schickte die russische Küstenwache zwei Patrouillenboote hinterher, die den Flüchtigen vor Erreichen der internationalen Gewässer wieder einfangen sollten.

Der flüchtende Kapitän kannte kein Halten


Auf Licht- und Funksignale reagierte die New Star nicht, weshalb die Grenzschützer den Frachter mit Leuchtkugeln und schließlich auch ihren Bordwaffen zum Anhalten zwingen wollten. 515 Projektile wurden abgefeuert – erst erfolglos vor den Bug, schließlich auch auf das Heck, um Schiffsschrauben und Ruder zu treffen.

Schließlich nahm eines der russischen Boote den angeschlagenen Frachter in Schlepp, um zur Küste zurück zu fahren. Doch dabei geriet der Konvoi in einen schweren Sturm – und die New Star begann im Laufe von 24 Stunden Schlagseite zu bekommen und zu sinken.

Sahen die Grenzschützer zu lange tatenlos dem Untergang zu?


Ob die russischen Grenzer nun unter diesen Bedingungen der Besatzung mögliche und nötige Hilfe verweigerten, ist momentan noch unklar. Jedenfalls stieg die Crew bei sieben Meter hohen Wellen in zwei Rettungsinseln um. Eine von ihnen bekamen die Russen dann im Sturm zu fassen, die andere wurde abgetrieben und ist vermutlich gekentert. Eine drei Tage dauernde Suchaktion blieb erfolglos.

Die Staatsanwaltschaft in Wladiwostok prüft nun, inwieweit der indonesische Kapitän, die Hafenbehörde von Nachodka und der Seerettungsdienst Schuld an der Tragödie haben.

Das eher entscheidende Vorgehen der Grenzschützer kann hingegen nur von der Militär-Staatsanwaltschaft durchleuchtet werden.



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