Anatoli Serdjukow - erst Steuereintreiber, jetzt Verteidigungsminister
Aktualisiert 22.05.2012 18:52
Anatoli Eduardowitsch Serdjukow
Russischer Verteidigungsminister.
Zitat: „In Russland werden täglich werden täglich 1.500 Firmen gegründet. Davon sind die Hälfte Eintagsfliegen-Firmen, die nur gegründet wurden, um sich vor den Steuern zu drücken.“
Geboren: 08.01.1962 in der Siedlung Cholmski im Gebiet Krasnodar.
Laufbahn: Ausbildung zum Ökonom am "Institut für sowjetischen Handel". Armeedienst als Leutnant. Möbelverkäufer. Direktor der Aktiengesellschaft „Möbel-Markt“. Seit 2000 Arbeit in der russischen Steuerbehörde. Aufstieg zu deren Leiter. Verteidigungsminister
Skandale: Serdjukow ist einer der Initiatoren der umstrittenen Alkoholreform. Das neue elektronische Überwachungssystem EGAIS sollte die gesamte Produktion und den Umlauf von Spirituosen in Russland kontrollieren. Stattdessen führte das System bei der Einführung zu enormen Problemen, zu einem zeitweisen Alkoholdefizit und zur Verteuerung von Wodka und Co.
Familie: Zum zweiten Mal verheiratet, zwei Töchter - aus jeder Ehe eine.
Hobbys: Nicht bekannt.
Laufbahn:
Schon als Leiter der Steuerbehörde war er des öfteren im Büro bei Präsident Putin (Foto: Wsgljad)
Mai 2012 Wird nach dem Regierungswechsel erneut im Amt bestätigt - zur allgemeinen Überraschung von Experten und russischen Medien, die den skandalträchtigen Minister im Vorfeld zu einem der sichersten Kandidaten für einen Rücktritt auserkoren hatten.
Mai 2008 Nach dem Regierungswechsel in Russland wird Serdjukow im Amt bestätigt.
15. Februar 2007 Ernennung zum russischen Verteidigungsminister.
2004 - 2007 – Leiter der russischen Steuerbehörde.
2004 – Stellvertretender Minister des Steuerministeriums, das im Zuge einer Kabinettsreform aufgelöst und dem Finanzministerium unterstellt wird.
2001 - 2004 – Stellvertretender Leiter der Steuerbehörde von St. Petersburg.
2001 – Abschluss der zweiten Hochschulbildung an der Petersburger Universität als Jurist.
2000 – 2001 – Stellvertretender Leiter der Steuerinspektion Nr.1 in St. Petersburg (verantwortlich für die Arbeit mit den größten Steuerzahlern der Newa-Metropole).
1991 - 2000 –Erst Stellvertreter, dann Direktor der Aktiengesellschaft „Möbel-Markt“.
1985 – 1991 arbeitete Serdjukow als stellvertretender und später als Abteilungsleiter des Geschäfts Nr.3 der staatlichen Möbelverkaufsgesellschaft „Lenmebeltorg“ in Leningrad
1984 - 1985 – Armeedienst als Leutnant (dank eines Studienabschlusses)
1984 – Abschluss des Leningrader „Instituts für sowjetischen Handel“ als Ökonom
Freunde und Team:
Viktor Subkow ist der Schwiegervater Serdjukows und sitzt mit ihm als Vize-Premier in der Regierung. 2007/2008 war Subkow sogar kurzzeitig Regierungschef in Russland.
Serdjukow ist ein Vertreter des Leningrader/Petersburger Flügels im Kreml. Als Förderer gelten daher die Geheimdienstler Igor Setschin und Viktor Iwanow aber auch der liberale Finanzminister Alexej Kudrin. Weitere Förderer sind Ex-Premier Michail Fradkow und Premier Wladimir Putin.
Feinde:
Kurz nach Amtsantritt Serdjukows als Leiter der Steuerbehörde begannen die Steuerfahnder ihre Untersuchungen gegen den Yukos-Chef Michail Chodorkowski. Der sitzt nun u.a. wegen Steuerhinterziehung im Gefängnis.
Skandale:
Serdjukow ist einer der Initiatoren der umstrittenen Alkoholreform. Das neue elektronische Überwachungssystem EGAIS sollte die gesamte Produktion und den Umlauf von Spirituosen in Russland kontrollieren. Das System scheiterte und führte zu einem zeitweisen Alkoholdefizit und zur Verteuerung von Wodka und Co.
Familie und Eltern:
Zum zweiten Mal verheiratet, zwei Kinder. Die erste Tochter stammt aus der ersten Ehe.
Hobbies und Charakter:
Hobbies nicht bekannt. Gilt als diensteifrig. In seiner Zeit als Petersburger Steuerinspekteur gelang es ihm die Steuerverschuldung vor dem Haushalt zu halbieren.
Zitate:
„In Russland werden täglich werden täglich 1.500 Firmen gegründet. Davon sind die Hälfte Eintagsfliegen-Firmen, die nur gegründet wurden, um sich vor den Steuern zu drücken.“
Sicherheitsabstand sieht anders aus. Aber wenn an der Peter-Pauls-Festung in St. Petersburg der Rundflug-Helikopter startet und landet, sind Zuschauer immer ganz nah dabei. Sobald sie allerdings der Rotorwind samt Staubwolke erfasst, haben die Neugierigen wieder etwas Nützliches fürs Leben gelernt. (Topfoto: Deeg/.rufo)