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Donnerstag, 23.03.2006
Freispruch bei Berufung im Autofahrer-Prozess
St. Petersburg. In Barnaul wurde in der Berufungsverhandlung das umstrittene Urteil gegen den Autofahrer Oleg Schtscherbinski aufgehoben, dem die Verantwortung für den Unfalltod des Altai-Gouverneurs Michail Jewdokimow angelastet worden war.
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In erster Instanz war Schtscherbinski zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Das Urteil hatte in ganz Russland Proteste und Autofahrer-Demonstrationen unter der Losung „Wir sind alle Schtscherbinskis!“ ausgelöst. Vor einer Woche war auch die Kreml-treue Partei „Einiges Russland“ auf den Protest-Zug aufgesprungen und hatte begonnen, das Urteil offen zu kritisieren.
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Schtscherbinski, der im Prozess von Sytschow-Anwalt Anatoli Kutscherena verteidigt wurde, wurde jetzt in der zweiten Instanz freigesprochen, das Verfahren gegen ihn eingestellt. Das Gericht verfügte seine umgehende Freilassung. Bei der ersten Verhandlung seien ihn entlastende Argumente nicht oder nicht hinreichend gewürdigt worden, hieß es zur Begründung.
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Jewdokimow, sein Fahrer und sein Leibwächter waren im August letzten Jahres ums Leben gekommen, als sein Blaulicht-tragender Dienst-Mercedes auf einer Landstraße mit extrem hoher Geschwindigkeit von hinten kommend Schtscherbinskis nach links abbiegenden Toyota touchierte und frontal in eine Böschung knallte. Die Insassen hatten keine Gurte angelegt.
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Der Unfall und erst recht das harte erste Urteil gegen den einfachen Eisenbahn-Arbeiter löste in Russland eine intensive Diskussion um die Justizgerechtigkeit wie auch um die Anmaßung von Vorrechten durch – zum teil illegal montierte – Blaulichter auf VIP-Limousinen aus. (ld/.rufo)
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