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Montag, 24.09.2007
Schwangere überfahren: Mildes Urteil wegen Psychatrie?
Moskau. Die Verursacherin eines Verkehrsunfalls mit einer Toten könnte ihre psychische Erkrankung nur vortäuschen, um vor Gericht ein milderes Urteil zu erreichen – das befürchtet der Bräutigam der überfahrenen Frau.
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„Ich fürchte, dass ihre Angehörigen die Schuldige aus den Ermittlungen heraushalten wollen“, erklärte der Bräutigam der überfahrenen Jewgenija Pugatschowa Alexej Stawrowski. Er erklärte weiter, sein Anwalt vermute, dass die vermeintlichen psychischen Probleme der Schuldigen und ihre Einlieferung in eine psychiatrische Klinik von der Verteidigung als Argument für ein milderes Urteil genutzt werden könnten.
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Mit Vollgas über Rot
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„Wer versetzt sich aber in meine Lage?“, so Stawrowski weiter. „Ich habe einen geliebten Menschen und ein noch ungeborenes Baby verloren. Wir haben die Straße an der dafür vorgesehenen Stelle überquert. Die Fahrerin aber fuhr mit voller Geschwindigkeit über Rot.“
Stawrowski und Pugatschowa hatten am Samstag, dem 25. August, gerade das Juwelier-Geschäft verlassen, in dem sie sich ihre Eheringe gekauft hatten. An der Smolenskaja-Straße warteten die beiden bis die Ampel auf Grün umsprang. Dann betraten sie die Fahrbahn – die 37-jährige Pugatschowa einen Schritt vor ihrem Bräutigam.
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Plötzlich schoß ein Nissan Almera auf die Kreuzung erfasste die Frau und schleifte sie 15 Meter mit sich – all das wurde von einer Video-Beobachtungskamera aufgezeichnet. Die Frau starb mit gebrochenem Genick am Unfallsort.
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Vitamin B hilft vor Gericht?
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Wie sich später herausstellte, ist die Unfall-Schuldige Anastasija M. eine Verwandte des Russischen Gesundheitsministers Michail Surabow. Die 31-jährige ließ sich nach dem Unfall in ein psychiatrisches Krankenhaus einliefern. Mit Verweis auf die angeblichen psychologischen Probleme hat Anastasija M. auch einen Monat nach dem Unfall noch nicht gegenüber den Ermittlern ausgesagt. Der Presse wurde mitgeteilt, Anastasija M. stehe weiter unter Schock.
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Der Fall wäre nicht der erste, bei dem der Schuldige ein Verwandter eines russischen Prominenten ist und mit einem milden Urteil rechnen kann.
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Im Mai 2005 überfuhr der Sohn des amtierenden ersten Vizepremiers und aussichtsreichen Präsidentschaftskandidaten Sergej Iwanow eine Frau, die einen Zebrastreifen überquerte. Er kam vollkommen straffrei davon.
(cj/.rufo/Moskau)
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