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In der Christ-Erlöser-Kirche im Zentrum Moskaus wurde der jährliche Weihnachts-Gottesdienst vor rund 5.000 Gläubigen abgehalten (Foto: Ballin/.rufo).
In der Christ-Erlöser-Kirche im Zentrum Moskaus wurde der jährliche Weihnachts-Gottesdienst vor rund 5.000 Gläubigen abgehalten (Foto: Ballin/.rufo).
Montag, 08.01.2007

Brutaler Priester-Mord am russischen Weihnachtsfest

Moskau. Die orthodoxen Christen in Russland haben am 7. Januar ihr Weihnachtsfest gefeiert. Während Patriarch Alexi II. in Moskau für den Frieden betete, wurde in Swerdlowsk ein Priester ermordet.

In seiner Weihnachtsbotschaft, die Alexi II. vor rund 5.000 Gläubigen in der Moskauer Christ-Erlöser-Kirche verlas und die landesweit auf mehreren Fernsehkanälen übertragen wurde, hatte der Patriarch die Gläubigen aufgerufen, das „Licht der Welt“ zu sein und ihren Angehörigen und Freunden auch in den trüben Stunden des Alltags Freude und Liebe zu schenken.

„Das was einst geschehen ist (die Geburt Christi d.R.) erfüllt die Menschen auf ewig mit Frieden und Freude“, erklärte der Patriarch. Daher forderte er die orthodoxen Christen dazu auf, sich nicht nur an Weihnachten zu erinnern, sondern es tatsächlich zu feiern. Während der Weihnachtsandacht betete er dafür, „dass dieses Jahr für unser Vaterland friedlich und schöpferisch wird. Und für uns erbitten wir in diesem Jahr Gesundheit, Wohlergehen und geistiges Wachstum im christlichen guten Schaffen.“

In seiner Weihnachts-Andacht betete Patriarch Alexi II. um Frieden. Fast zeitgleich fiel in Swerdlowsk ein Priester einem Raubmord zum Opfer (Foto: Ballin/.rufo).
In seiner Weihnachts-Andacht betete Patriarch Alexi II. um Frieden. Fast zeitgleich fiel in Swerdlowsk ein Priester einem Raubmord zum Opfer (Foto: Ballin/.rufo).
Der erbetene Frieden wurde allerdings schon in der Weihnachtsnacht gebrochen. Im Uralgebiet Swerdlowsk töteten zwei Männer einen Priester, raubten 21 Ikonen, darunter auch einige aus dem 18. Jahrhundert, und steckten die in Renovierung befindliche Kirche in Brand. Der Polizei gelang es noch in der Nacht, die beiden bereits vorbestraften Täter zu stellen.

„Im Zusammenhang mit dieser Tragödie ist es offensichtlich, dass es unverantwortlich ist, sich gegenüber dem moralischen Zustand der Menschen – ob jung, ob alt – weiterhin so gleichgültig zu verhalten. Dies führt nur zu immer neuem Unglück“, sagte der Sprecher des Moskauer Patriarchats, Michail Prokopenko, in einer ersten Reaktion auf das Verbrechen.

Die russisch-orthodoxe Kirche, der im Land immerhin 27.000 Gemeinden angehören, richtet sich bei der Berechnung des Weihnachtstages nach dem julianischen Kalender. Daher findet das Fest in Russland 13 Tage später als in Westeuropa statt. Allein in der Hauptstadt Moskau wurden am Heiligabend in über 600 Kirchen Gottesdienste abgehalten.

Das Weihnachtsfest bedeutet auch das Ende einer 40-tägigen Fastenzeit für die frommen Christen. Allerdings ist – auch wegen des Neujahrsfests – der Kirchgang zu Weihnachten bei den Russen wesentlich weiter verbreitet als die Einhaltung der Fastenzeit.


(ab/cj/epd/.rufo)


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