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| Land unter herrschte 2002 bei einem katastrophalen Hochwasser in Lensk an der Lena (foto: archiv-rufo) | |
Montag, 10.04.2006
Rekord-Hochwasser kommt auch auf Russland zu
Moskau. Nach der Rekord-Kälte rollt nun Rekord-Hochwasser auf Russland zu. Besonders bedroht sind Kaliningrad, Südrussland und Sibirien. Die Deiche sind teils marode und mancherorts liegt Chemiemüll im Flutgebiet.
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Nach den Prognosen der russischen Wetterfrösche wird das Frühlingshochwasser heuer noch höher ansteigen als in den vergangenen Jahren. Die Schneedecke, die nach dem extrem kalten und schneereichen Winter besonders lange liegen blieb und jetzt rapide abschmilzt, ist anderthalb mal dicker als sonst.
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Im Unterschied zu vergangenen Jahren scheinen diesmal allerdings auch die Eingreif- und Rettungstrupps des Katastrophenschutzministeriums besser gerüstet zu sein. Alleine in Sibirien, so teilt das Ministerium mit, stehen 68.000 Mann, 14.000 Fahrzeuge und Baumaschinen sowie 75 Fluggeräte zum Einsatz bereit. Beim Elbehochwasser im Jahre 2002 hatte das russische Katastrophenschutzministerium bereits Hochleistungspumpen als humanitäre Hilfe nach Sachsen geschickt.
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Russische Natur-Unbill: Stau durch Eis-Barrieren
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Für Überraschungen in den sibirischen Weiten an Ob, Tom, Jenissej oder Lena können meterhohe und kilometerdicke Eisdämme und Treibeisstaus sorgen, hinter denen sich die Schmelzwassermassen extrem hoch anstauen können. In vielen Fällen hilft dann auch ein Sprengstoff- und Luftwaffen-Einsatz nicht. Im Mai 2001 hatte der gewaltige Lena-Strom die Siedlung Lensk überschwemmt und 3.231 Häuser mitgerissen.
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In Mittelsibirien könnten bis zu 72.000 Quadratkilometer überschwemmt werden. Bedroht sind hier 280 Ortschaften und 38 Fabrikanlagen. Es gebe keinen Grund zur Panik, sagt das Katastrophenschutzministerium, doch Vorsorge müsse getroffen werden.
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Hochwasserschutz liegt im Argen
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Im Süden des europäischen Russlands liegt das Problem eher darin, dass nach Behördenangaben 40 Prozent der Deiche und Dämme nicht im besten Zustand sind. An der Wolga, so heißt es, sei ein Viertel aller Hochwasserschutzanlagen nicht intakt.
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Ähnliche Probleme soll es auch im Gebiet Kaliningrad geben – wobei in vielen Fällen nicht Altersschwäche, sondern Schlendrian und Diebstahl die Ursache ist. Im Gebiet der Stadt Tschernjachowsk (früher Insterburg) sei, so berichtet Verwaltungschef Andrej Winogradow laut „Iswestija“, im vergangenen Jahr ein Dorf überschwemmt worden, weil der Schieber eines Staudammes geklaut worden war. Pumpen und Kabel kämen häufig abhanden.
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Im nördlichen Kaukasusvorland werden aller Voraussicht nach die Flüsse Terek und Sundscha über die Ufer treten. Betroffen werden davon besonders Ortschaften in Tschetschenien und Dagestan sein.
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Besonders im kriegsgeschädigten Tschetschenien, aber auch landesweit bereitet den Katastrophenschützern Kopfschmerzen, dass zerstörte oder stillgelegte Fabrikanlagen oder illegale Sondermülldeponien von dem Hochwasser erfasst werden könnten.
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(mig/.rufo)
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