In Samara, wo am Samstag ein Flugzeug vom Typ Tu-134 verunglückte, laufen nun die Ermittlungsarbeiten (Foto: Westi).
Donnerstag, 22.03.2007
Umfrage: Ist das Fliegen in Russland noch sicher?
Moskau. Der Flugzeugabsturz in Samara an diesem Samstag wirft erneut die Frage nach ausreichenden Sicherheitsmaßnahmen auf. Russland-Aktuell fragte Moskauer Bürger, ob sie sich beim Fliegen in Russland sicher fühlen.
Alexej, Rentner Einmal pro Jahr fliege ich zu meinen Verwandten nach Tscheljabinsk oder ans Schwarze Meer. Derartige traurige Nachrichten wirken natürlich sehr beängstigend auf mich. Ich wünsche mir schon, dass unser Staat mehr für unsere Sicherheit tut. Denn es geht ja nicht nur um Flugkatastrophen. Unglücksfälle in sozialen Einrichtungen oder Terroranschläge in der U-Bahn betreffen viel mehr Leute.
Natalja, Managerin Ich muss schon ziemlich oft fliegen, und die Nachrichten über die Flugzeugabstürze der letzten Zeit bereiten mir natürlich oft unangenehme Gedanken, wenn ich in die Maschine einsteige. Ich würde aber nicht sagen, dass es der Staat ist, der uns die Sicherheit in solchen Sachen nicht gewährleisten kann. Der Staat gibt dafür bestimmt Geld aus. Es mangelt eher an der Kontrolle und Verantwortung auf der regionalen Ebene.
Tatjana
Tatjana, im Schwangerschaftsurlaub Wenn ich jetzt fliegen müsste, würde ich das gern und ohne trübe Gedanken im Hinterkopf machen. Der letzte Absturz vor Samara hat mich aber sehr erschüttert. Dies und auch die Unglücke im Kusbass und in Ejsk geschehen, weil einfachste Sicherheitsregeln total vernachlässigt werden. In Ejsk beispielsweise, wo das Altersheim abbrannte, haben die örtlichen Behörden noch im Dezember vergangenen Jahres den Feuerwehrposten abgezogen. Ich wundere mich, wie dies rechtlich möglich war. Aber jemand muss trotzdem seine Zustimmung gegeben haben.
Dmitrij
Michail, Manager Seinerzeit musste ich dienstlich recht viel fliegen, und Flugkatastrophen ereigneten sich auch damals. Ich glaube daher nicht, dass Flugzeuge heute häufiger abstürzen, als früher. Heute ist die Information darüber bloß offener. Doch was die anderen zwei Unglücksfälle angeht, muss ich zugeben, dass das ganze soziale System einfach kaputt ist und die russische Regierung sich um ihre Bürger einfach nicht mehr kümmern will.
So zynisch das auch klingen mag: Ich bedauere den Ingenieur nicht, der bei der Schachtexplosion in Ejsk ums Leben gekommen ist. Denn das war gerade seine Pflicht, für die Sicherheit im Schacht zu sorgen.
Dmitri, Student Ich reise viel und meistens mit dem Flugzeug. Die letzten Ereignisse sind natürlich entsetzlich. Ich werde aber dennoch weiter fliegen. Ich denke, die Wahrscheinlichkeit, dass ausgerechnet ich in eine solche Situation gerate, ist wirklich klein.
(ak/dh/.rufo/Moskau)
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