|
Dienstag, 16.09.2008
Lawrow: Russische Truppen schlugen über die Stränge
Moskau. Der russische Außenminister Sergej Lawrow hat eingeräumt, dass die militärische Vorgehensweise im Südossetien-Konflikt von russischer Seite teilweise unangemessen war. Er sagte dies nach einer ersten Reise in die von Russland einseitig anerkannten Republiken Abchasien und Südossetien.
|
|
„Ich bin mir sicher, dass es auf beiden Seiten Ausschweifungen gab, aber es war eben Krieg“, sagte Sergej Lawrow. „Und wenn du nachts bemerkst, dass du beschossen wirst, wenn du nach Zchinwali unterwegs bist, um zu helfen, dann kann man beim Zurückschießen eben nicht absolut exakt sein und auch Unschuldige in Mitleidenschaft ziehen“, erklärte der Minister.
|
Laut Lawrow seien aus den georgischen Dörfern entlang der Verbindungsstraße von Zchinwali über den Kaukasus in den Tagen vor Kriegsausbruch Frauen und Kinder „in großer Anzahl“ in Sicherheit gebracht worden. Die verbliebenen Männer hätten sich bewaffnet und befestigte Stellungen zum Beschuss der Straße eingerichtet, sagte er.
Bei seinem Besuch in Zchinwali hatte der russische Außenminister Georgien vorgeworfen, insgeheim Appelle an internationale Hilfsorganisationen zu schicken, dort keine humanitäre Hilfe oder Unterstützung beim Wiederaufbau zu leisten, solange das Territorium nicht wieder nach Georgien eingegliedert sei.
|
Nach Angaben des russischen Katastrophenschutzes ist in der südossetischen Hauptstadt inzwischen die Stromversorgung wieder hergestellt. Auch die Wasserversorgung sei praktisch wieder intakt und das städtische Gas-Netz zu 96 Prozent wieder in Betrieb.
|
|
|
Leser-Kommentare zu diesem Artikel (und Kommentare zu Kommentaren): ↓
Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar, nachdem Sie sich hier unten für Kommentare neu registriert haben. Sie können hier oder im Forum (www.forum.aktuell.ru) mitdiskutieren.
Bisher gibt es zu diesem Artikel noch keine Leserkommentare
Überblick aller Leserkommentare zu allen Artikeln >>>