|
Donnerstag, 27.11.2008
Heroin im Kindergarten: Drogen im Kompott aufgetaucht
St. Petersburg. Einen ungewöhnlichen Rauschgiftfund machten Drogenfahnder im Kreis Priosersk des Leningrader Gebietes: Zur Beschlagnahme mussten sie in die Küche eines Kindergartens ausrücken - und Dörrobst unter die Lupe nehmen.
|
|
Dort war das Heroin im wahrsten Sinne des Wortes aufgetaucht: Als das Kindergartenpersonal abends für die Kleinen Trink-Kompott aus Dörraprikosen kochte, erschienen an der Oberfläche des Getränks nach und nach kleine Beutel mit einer zunächst undefinierbaren Füllung.
|
Die Petersburger Antidrogen-Polizeibehörde identifizierte den Inhalt inzwischen als Heroin. Die Drogenbeutel waren im Innern der Früchte versteckt. Das Heroin-verseuchte Getränk war dank der rechtzeitigen Entdeckung nicht an die Kindergartenkinder ausgegeben worden.
Wie die weiteren Ermittlungen ergaben, hatte der Kindergarten die Trockenfrüchte bei einem aus Afghanistan gebürtigen Kleinunternehmer gekauft. Dieser wiederum hatte die Lieferung von Geschäftspartnern aus Tadschikistan erhalten.
|
Darüber, ob die Lieferanten des Obstes selbst aktiv in den Drogenschmuggel verwickelt sind oder durch Zufall in den Besitz der Drogen-gespickten Ware kamen, wurden keine Angaben gemacht.
|
Der Chef der russischen Anti-Drogen-Behörde Viktor Iwanow hatte eine Tag vor Bekanntwerden dieses Falles in einem Interview erklärt, dass 95 Prozent des in Russland abgesetzten Heroins aus Afghanistan über die kasachische Grenze ins Land geschmuggelt würden.
|
In der Regel versteckten die Drogenhändler dabei ihre heiße Ware in Ladungen mit Gemüse und Obst aus Mittelasien. Da jährlich 6 Mio. Tonnen Lebensmittel auf diesem Weg nach Russland importiert würden, sei es schwierig, den Schmuggel bei den Grenzkontrollen zu bemerken.
|
|
|
Leser-Kommentare zu diesem Artikel (und Kommentare zu Kommentaren): ↓
Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar, nachdem Sie sich hier unten für Kommentare neu registriert haben. Sie können hier oder im Forum (www.forum.aktuell.ru) mitdiskutieren.
Bisher gibt es zu diesem Artikel noch keine Leserkommentare
Überblick aller Leserkommentare zu allen Artikeln >>>