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An der Absturzstelle ist von dem Flugzeug kaum etwas übrig geblieben (Foto: TV)
An der Absturzstelle ist von dem Flugzeug kaum etwas übrig geblieben (Foto: TV)
Montag, 15.09.2008

Trauer um Opfer des Flugzeugabsturzes im Ural

Perm. Im Gebiet Perm herrscht nach dem Absturz der Boeing-737 Trauer. Während die Verwandten Blut spenden, um die Opfer zu identifizieren, untersuchen die Behörden die Unglücksursache. Ein Anschlag wird ausgeschlossen.

Im Gebiet Perm kurz vor dem Uralgebirge wurden am Montag alle offiziellen Festveranstaltungen abgesagt. Die Flaggen hängen auf Halbmast nach der Tragödie am Sonntag.

Unklarheit über Anzahl der Todesopfer


88 Tote hat die Flugzeugkatastrophe gefordert. Lange Zeit war die Gesamtzahl der Opfer unklar, weil eines der Opfer, ein elf Monate altes Baby, beim Check-In nicht registriert worden war. Zudem sind Passagiere und Crewmitgliedern nach dem Absturz bis zur Unkenntlichkeit verbrannt.

Die Sucharbeiten am Absturzort, einem Teilstück der berühmten Eisenbahnlinie Transsib, sind inzwischen eingestellt. „Alles, was entdeckt wurde, wird zur Expertise gebracht. Allerdings kann wohl niemand anhand der Überbleibsel identifiziert werden. Die Identifizierung muss mit Hilfe der DNS vorgenommen werden“, erklärte Oleg Popow, der Leiter des Katastrophenschutzes in Perm.

Verwandte spenden Blut für DNS-Analyse


Die Verwandten wurden bereits nach Perm gebracht. Sie sollen Blut spenden, um die Erkennung der Opfer zu ermöglichen. Die gesamte Prozedur wird nach Angaben von Experten noch etwa drei – vier Wochen in Anspruch nehmen.

In der Zeit sind Psychologen vor Ort, um den Angehörigen die notwendige medizinische Hilfe zu leisten. Materiell werden die Verwandten mit 2 Mio. Rubel (55.000 Euro) pro Opfer von Aeroflot für den Verlust entschädigt. Zudem übernimmt die Fluggesellschaft auch anteilig die Beerdigungskosten. Das Rote Kreuz hat zudem ein Spendenkonto eingerichtet.

„Kein Terroranschlag“, meinen die Behörden


Unterdessen untersuchen die Behörden die Ursachen der Katastrophe. Als wahrscheinlichste Version wird derzeit ein technischer Defekt gehandelt. Augenzeugenberichten zufolge war das Flugzeug noch in der Luft explodiert, ehe es zu Boden stürzte. Einen Anschlag schließen die Behörden in dem Zusammenhang allerdings aus.

Bei Russland-Aktuell
• Flugzeugabsturz: Behörden schließen Anschlag aus (15.09.2008)
• Boeing 737 stürzt auf die Transsib-Trasse: 88 Tote (14.09.2008)
• Zehn Versionen über die Ursache des Absturzes in Perm (14.09.2008)
• 88 Tote bei Flugzeugabsturz in der Nähe von Perm (14.09.2008)
„Nach Informationen des Geheimdienstes - und es waren Sprengstoffspezialisten vor Ort - gibt es keine Anzeichen für einen Anschlag", sagte Verkehrsminister Igor Lewitin, der über die ersten Ergebnisse der Untersuchungskommission berichtete. Ein Sprecher des FSB bestätigte diese Angaben inzwischen.

Die Version eines Terroranschlags war auch aufgekommen, weil sich mit Gennadi Troschew ein hochrangiger General des ersten Tschetschenienfeldzugs an Bord der Unglücksmaschine befand. Troschew war zuletzt als Präsidentenberater tätig.

Technischer Defekt vermutet


Die Behörden konzentrieren ihre Arbeit auf die Suche nach dem technischen Defekt. Die Staatsanwaltschaft hat ein Strafverfahren wegen Missachtung der Sicherheitsbestimmungen im Flugverkehr eingeleitet. Generalstaatsanwalt Juri Tschaika hat die Ermittlungen unter seine Fittiche genommen.

Schon beim Anflug auf Perm hatten die Piloten Schwierigkeiten und kamen vom Kurs ab. Der Dispatcher schickte sie daraufhin auf eine zweite Runde, um erneut einen Landeversuch zu starten.

Flugschreiber sollen bei der Unglücks-Analyse helfen


Als die Boeing an Höhe gewann, gab es eine starke Explosion, vermutlich bei einer der Turbinen. Die Crew konnte die Maschine nicht mehr unter Kontrolle halten und die Boeing stürzte ab.

Die genaue Rekonstruktion der Tragödie soll durch die Auswertung der Flugschreiber ermöglicht werden, die an der Absturzstelle gefunden wurden. Die Auswertung wird ebenfalls knapp einen Monat in Anspruch nehmen. Minister Lewitin betonte allerdings bereits jetzt, dass es sich bei dem Absturz um einen tragischen Einzelfall, nicht um eine Systemkrise in der russischen Luftfahrt handle.



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