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| Natalja Estemirowa setzte sich seit Jahren für die Menschenrechte im Kaukasus ein (Foto: newsru) | |
Donnerstag, 16.07.2009
Mord an Bürgerrechtlerin Estemirowa weltweit verurteilt
Moskau. Der Mord an der Bürgerrechtlerin Natalja Estemirowa hat weltweit Entsetzen hervorgerufen. Russlands Präsident Medwedew fordert eine schnelle Aufklärung der Tat. Bürgerrechtler werfen Kadyrow den Mord vor.
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Der neuerliche Mord an einer Bürgerrechtlerin im Kaukasus hat in der ganzen Welt Empörung ausgelöst. Schweden, das derzeit die EU-Ratspräsidentschaft inne hat, forderte in einem Schreiben, den Mord „schnell und gründlich“ aufzuklären. US-Präsident Barack Obama forderte, die Täter zur Verantwortung zu ziehen.
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Empörung nach der Tat Deutschlands Außenminister Frank-Walter Steinmeier erklärte in Berlin: „Ich bin bestürzt über die Ermordung von Natalja Estemirowa und verurteile diese feige Tat auf das Schärfste.“ Er lobte Estemirowa als „mutige Kämpferin“ für die Menschenrechte.
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Auch Russlands Präsident Dmitri Medwedew reagierte mit Empörung auf den Mord. Er beauftragte Russlands Chefermittler Alexander Bastrykin, die Aufklärung des Falls unter seine persönliche Aufsicht zu nehmen.
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Generalstaatsanwaltschaft leitet Ermittlungen Estemirowa war gestern vormittag in der tschetschenischen Hauptstadt Grosny von Unbekannten in ein Auto gezerrt und entführt worden. Am Abend wurde ihre Leiche in der Nachbarrepublik Inguschetien gefunden.
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Bastrykin ist überzeugt, dass der Mord an Estemirowa mit ihrer beruflichen Tätigkeit zusammenhängt. Die Bürgerrechtlerin von „Memorial“ hatte im Kaukasus über Entführungen und Folter berichtet. Immer wieder hatte sie die Einhaltung der Menschenrechte eingefordert und dabei auch die Obrigkeit kritisiert. Estemirowa galt als Weggefährtin der 2006 ermordeten Journalistin Anna Politkowskaja.
Kadyrow des Mordes bezichtigt Der Leiter der Bürgerrechtsorganisation „Memorial“ Oleg Orlow macht für den Mord den tschetschenischen Präsidenten Ramsan Kadyrow persönlich verantwortlich. „Ramsan hat Natalja schon bedroht und beleidigt. Er hielt sie für einen persönlichen Feind. Wir wissen nicht, ob er selbst den Befehl gegeben hat oder einer seiner engsten Mitarbeiter, um seinem Chef einen Gefallen zu tun“, erklärte Orlow.
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Kadyrow streitet alle gegen ihn erhobenen Vorwürfe ab. Seinen Angaben nach können ehemalige Angehörige des Tschetschenen-Bataillons „Wostok“ hinter der Bluttat stecken. Das Bataillon wurde von den Brüdern Sulim und Ruslan Jamadajew geführt. Beide galten als Widersacher Kadyrows und wurden ebenfalls ermordet. Auch in diesen Fällen hat Kadyrow die Verantwortung abgestritten.
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Parallelen zu Politkowskaja Bürgerrechtler vermuten zudem, dass Kadyrow auch hinter dem Mord an Anna Politkowskaja steht. Die Journalistin der „Nowaja Gaseta“ wurde im Oktober 2006 im Hauseingang vor ihrer Wohnung erschossen.
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Der Prozess gegen die mutmaßlichen Beihelfer der Tat (der Täter selbst ist flüchtig) endete mit einer „Ohrfeige“ für die russische Staatsanwaltschaft. Die Geschworenen befanden die Angeklagten in einem ersten Prozess für nicht schuldig. Eine zweite Schlappe dieser Art können sich die russischen Behörden wohl nicht leisten.
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