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Seit 2003 sitzt Ex-Oligarch Chodorkowski hinter Gittern. Jetzt entscheidet sich, ob er 2011 freikommt oder nicht (Foto:  newsru.com)
Seit 2003 sitzt Ex-Oligarch Chodorkowski hinter Gittern. Jetzt entscheidet sich, ob er 2011 freikommt oder nicht (Foto: newsru.com)
Dienstag, 02.11.2010

Urteil gegen Chodorkowski fällt am 15. Dezember

Moskau. Mit einem viertelstündigen Schlusswort des Angeklagten Michail Chodorkowski ist der zweite Yukos-Prozess faktisch zum Abschluss gekommen. Die Urteilsverkündung wurde für den 15. Dezember angesetzt.


Bis Mitte Dezember wird das Gericht nun an seinem Urteil gegen den ehemaligen Yukos-Chef und seinen Mitangeklagten den ehemaligen Menatep-Chef Platon Lebedew arbeiten. Die Anklage hatte für sie eine Verlängerung ihrer bisherigen achtjährigen Haftstrafe auf 14 Jahre gefordert.

Lebedew hatte auf das ihm zustehende Schlusswort verzichtet, sich aber während der Plädoyers und dem anschließenden Austausch von Repliken mehrfach zu Wort gemeldet.

Das Urteil macht Geschichte - so oder so


In seinem Schlusswort appellierte Michail Chodorkowski an den vorsitzenden Richter Viktor Danilkin, Mut zu beweisen und sich seiner historischen Rolle bewusst zu sein: „Ich wünsche mir, dass die Gerichte in meinem Land unabhängig werden und dass wir unseren Kindern und Enkeln keine Spuren des Totalitarismus hinterlassen. Alle verstehen, dass Ihr Urteil in die russische Geschichte eingeht.“

Er selbst glaube zwar nicht an einen Freispruch, habe die Hoffnung darauf aber noch nicht aufgegeben. Er selbst fürchte sich nicht, bis zu seinem Lebensende im Gefängnis zu bleiben: „Wie jeder Mensch will ich nicht im Gefängnis leben und ich will nicht sterben. Aber wenn es notwendig ist, bin ich dazu bereit, mein Glauben ist das Leben wert“, sagte Chodorkowski.

Ein Geständnis sei von ihm nicht zu erwarten. „Kaum jemand wird mir heute glauben, wenn ich sage, dass ich alles Öl gestohlen habe, dass von unserer Firma gefördert worden ist.“

Chodorkowski: Russland ist eine erstarrte Gesellschaft


Die in den letzten Jahren in Russland erreichte Stabilisierung habe sich in Erstarrung verwandelt, die Gesellschaft sei „tot“, so Chodorkowski. Man müsse sich nicht wundern, wenn denkende Menschen in Russland sich nicht mehr selbst verwirklichen wollten.

Bei Russland-Aktuell
• Menschenrechtler für Chodorkowskis Freilassung (29.10.2010)
• Direkt-Interview mit Chodorkowski erscheint Montag (29.10.2010)
• Chodorkowski erklärt Anklage gegen ihn für gescheitert (27.10.2010)
• Chodorkowski zweiteinflussreichster Knacki der Welt (11.08.2010)
• YUKOS-Prozess: Chodorkowski bringt Öl in den Saal mit (06.04.2010)
„Wer wird die Wirtschaft modernisieren? Die Staatsanwälte, Milizionäre, Geheimdienstler? Eine solche Modernisierung hat man schon einmal versucht, es hat nicht geklappt. Die Wasserstoffbombe und Raketen hat man geschaffen, aber einen eigenen guten, modernen Fernseher, ein eigenes billiges, konkurrenzfähiges und modernes Auto, ein modernes Mobiltelefon und viele andere Dinge – das können wir bis heute nicht machen.“ Dabei sei eine Entwicklung der Industrie eine reale Chance „von der Rohstoff-Nadel loszukommen“.

Chodorkowskis Schlusswort wurde im Gerichtssaal von den Zuschauern mit Applaus beantwortet.

Anklage: Milliardendiebstahl in der eigenen Firma


Die Staatsanwaltschaft wirft ihm und Lebedew vor, den ölfördernden Yukos-Tochterunternehmen 218 Millionen Tonnen Öl gestohlen zu haben und die damit erzielten Mittel in Höhe von 487 Mrd. Rubel und 7,5 Mrd. Dollar (zusammen etwa 16,7 Mrd. Euro) gewaschen zu haben.

2005 waren die beiden Angeklagten bereits wegen Steuerhinterziehung und Betrugs zu acht Jahren Haft verurteilt worden. Diese Strafe läuft nächstes Jahr ab. Die Aktiva des Yukos-Konzerns gingen weitgehend an den Staatskonzern Rosneft.



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Anton112 03.11.2010 - 20:08

Wer ist M. Chodorkowski?

Das ist wirklich schwer zu sagen, wer Chodorkowski ist? Ein Dieb, der im Gefängnis bleiben muss oder ein Mann , der für seine demokratische Überzeugung bezahlt...eine Hoffnung des Russlands...
Meiner Meinung nach ist er ein Dieb, aber zweite harte Gefängnisstrafe - das ist zu viel!
auf alle Fälle ist Chodorkowski nicht schlechter als Anatoly Barkov ( Vizepräsident von LUKOIL), der ein Putins Freund ist...und das bedeutet in heutiges Russland sehr viel...leider.


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