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Der ehemalige Agent Alexander Litwinenko vor seiner Ermordung im Herbst 2006 in London (Foto: Archiv)
Der ehemalige Agent Alexander Litwinenko vor seiner Ermordung im Herbst 2006 in London (Foto: Archiv)
Dienstag, 08.07.2008

Litwinenko-Mord: MI5 beschuldigt erneut russischen FSB

London/Moskau. Britische Medien bringen einmal mehr die Version einer Verstrickung des russischen Staats in den Mord an Agent Litwinenko in Umlauf. Am Rande des G8-Gipfels soll womöglich Druck auf Medwedew gemacht werden.

Der ehemalige KGB-Agent Alexander Litwinenko war im Herbst 2006 in seinem Londoner Exil vergiftet worden. Die britische Rundfunkanstalt BBC strahlte am Montag einen Beitrag aus, in dem ein hochstehender Mitarbeiter des britischen Geheimdiensts MI5 erklärt, es sei nicht auszuschließen, dass Litwinenko im Auftrag des russischen Staats ermordet worden sei.

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• Fall Litwinenko: Zeuge bittet um Asyl in England (16.12.2007)
• Affäre Liwinenko (15.08.2007)
• Litwinenko und kein Ende (27.07.2007)
• Putin schlägt London vor, „das Gehirn zu wechseln“ (25.07.2007)
• Litwinenko, das Grundgesetz und die doppelte Moral (24.07.2007)

Druck auf Medwedew


Die Ermittlungsversion von der möglichen Verstrickung des „Kremls“ in den Mord war in der Vergangenheit bereits ausführlich in den Medien diskutiert worden. Jetzt wird sie am Rande des G8-Gipfels in Japan und des Zweiergesprächs zwischen dem britischen Premierminister Gordon Brown und dem neuen russischen Präsidenten Dmitri Medwedew neu aufgekocht. Russische Medien halten es für möglich, dass der Brite Medwedew noch einmal auf die Mord-Ermittlungen ansprechen könnte.

Nicht auszuschließen, dass im Vorfeld die Stimmung in den Medien angeheizt werden und Druck auf Medwedew ausgeübt werden soll – trotz aller politischen Erfahrung ist Medwedew auf internationalem Parkett auf allerhöchster Ebene noch ein Neuling.

Moskau liefert Lugowoj nicht aus


Britische Ermittler verdächtigen den Moskauer Geschäftsmann Andrej Lugowoj, der in der Vergangenheit ebenfalls für den KGB gearbeitet hatte, mit Litwinenko bekannt war und sich kurz vor dessen Tod mit Litwinenko in London getroffen hatte.

London hat wiederholt die Auslieferung Lugowojs gefordert. Moskau verweigert sie mit Verweis auf das in der Verfassung formulierte Verbot, nach dem der russische Staat seine Bürger nicht an Drittstaaten ausliefern darf.

Die britischen Ermittler gehen weiter davon aus, dass sie im Juni vergangenen Jahres einen Anschlag auf den ebenfalls im Londoner Exil lebenden und mit dem ermordeten Litwinenko befreundeten Milliardär Boris Beresowski verhindern konnten. Im Sommer vergangenen Jahres hatte der britische Geheimdienst einen russischen Staatsbürger verhaftet und später wegen des Verdachts des Landes verwiesen.

Beresowski weiter unter Kreml-Verdacht


Beresowski war von der russischen Seite als möglicher Drahtzieher im Mordfall Litwinenko beschuldigt worden. Der Geschäftsmann, seit Jahren ein Erzfeind des ehemaligen Präsidenten Wladimir Putin und seiner politischen Gefolgschaft, soll den Mord organisiert und anschließend versucht haben, den Verdacht auf den Kreml zu lenken, um diesen international zu diskreditieren – so die Version des politischen Moskaus.

Sowohl britische Ermittler als auch russische Ermittler stützen sich in ihrer Argumentation auf Spuren des radioaktiven Gifts Polonium, mit dem Litwinenko 2006 vergiftet wurde.

Spuren fanden sich sowohl im Bürogebäude Beresowskis als auch in dem Hotel, in dem Lugowoj kurz vor dem Mord in London residierte.



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