Geldwäscheverdacht: Kein US-Visum für Vizeminister
Binnenwasserwege für ausländische Yachten jetzt frei
Russland-Aktuell zur Startseite machen


Der Stuhl des Vorsitzenden Grigori Jawlinski wackelt nach dem bescheidenen Abschneiden seiner Partei bei den Duma-Wahlen (Foto: Russische Medien).
Der Stuhl des Vorsitzenden Grigori Jawlinski wackelt nach dem bescheidenen Abschneiden seiner Partei bei den Duma-Wahlen (Foto: Russische Medien).
Donnerstag, 13.12.2007

Oppositionspartei „Jabloko“: Muss Jawlinski weichen?

Moskau. Muss Parteigründer Grigori Jawlinski nach 14 Jahren den Vorsitz von „Jabloko“ räumen? Gerüchte über seine Ablösung machen die Runde. Mögliche Nachfolger bringen sich in die Schlagzeilen und in Position.

Nach dem erwartungsgemäß bescheidenen Abschneiden der Oppositions-Partei „Jabloko“ bei den Parlaments-Wahlen am 02. Dezember, haben Parteimitglieder den Rücktritt des langjährigen Parteivorsitzenden Grigori Jawlinski ins Gespräch gebracht.

Jawlinski habe an Kraft verloren, finden seine innerparteilichen Kritiker. Jetzt wollen sie die Ablösung des Spitzenpolitikers in den regionalen Abteilungen der Partei diskutieren und eventuell auch an diesem Freitag im zentralen Büro von „Jabloko“.

Bei Russland-Aktuell
• Duma-Wahl: Kremlpartei bei 63, Liberale unter 2 Prozent (03.12.2007)
• Dagestan: Jabloko-Kandidat nach Mordanschlag im Koma (22.11.2007)
• Dumawahl: Nur 11 von 14 Parteien dürfen antreten (29.10.2007)
• Steinmeier trifft Putin, Kasparow und Jawlinski (21.12.2006)

Nachfolger bringen sich in Position

Die möglichen Nachfolger bringen sich bereits in Position und in die Schlagzeilen der russischen Medien: Sergej Mitrochin, Jawlinskis Stellvertreter, Ilja Jaschin, Mitglied des Zentralbüros, und Michail Amosow von der St. Petersburger Partei-Abteilung werden als Kandidaten gehandelt.

Angeblich laufen die Vorbereitungen für die Ablösung auf Hochtouren. 15 Regionen hätten sich bereits auf einen der genannten Kandidaten geeinigt. Unterschriften-Aktionen würden vorbereitet.

Zurückhaltung im Wahlkampf

Wie einige andere Oppositionsparteien, hatte „Jabloko“ bei den Duma-Wahlen von Anfang an eine äußerst schlechte Startposition: Die Regierungspartei „Jedinaja Rossija“ und in geringerem Maße die „Kreml-Satelliten-Partei“ „Sprawedliwaja Rossija“ (Gerechtes Russland) sowie die geduldeten Kommunisten „KPFR“ und Rechtspopulisten „LDPR“ erhielten die meiste Sendezeit zugeteilt und drückten die Opposition ins kommunikative Abseits.

Zudem hatte Parteiführer Jawlinski gegen Ende des Wahlkampfs auf eine sachliche, ruhige Taktik gesetzt – anders als etwa die Parteien der Bewegung „Anderes Russland“, die bis zur letzten Minute durch die „Märsche der Unzufriedenen“ zumindest etwas Medienaufmerksamkeit erhaschen konnten.

Nur 1,7 Prozent der Stimmen bei Duma-Wahl

Schließlich hatte die Partei, die auch in der Vergangenheit nur von einer Minderheit gewählt wurde, aber immerhin von 1993 bis 2003 im Parlament vertreten war, keinen Rückhalt bei den Wählern mehr. „Jabloko“ kam am 02. Dezember nur auf 1,7 Prozent und scheiterte an der von fünf auf sieben Prozent heraufgesetzten Sperrklausel.

Grigori Jawlinski gehört zu den Reformern der ersten Stunde. 1990 erarbeitete er unter dem damaligen Präsidenten Michail Gorbatschow gemeinsam mit anderen Wirtschaftsexperten das so genannte „500 Tage“-Programm, das aber niemals umgesetzt wurde. 1993 gründete Jawlinski „Jabloko“. Damals konnte die Partei noch mit 7,86 Prozent der Wählerstimmen ins Parlament einziehen. 2003 mussten die Liberalen um Jawlinski dann in die außerparlamentarische Opposition ausweichen – „Jabloko“ konnte lediglich 4,3 Prozent der Wählerstimmen auf sich vereinigen und scheiterte an der fünf Prozent Hürde.

Experten stimmen zwar zu, dass Jawlinski an politischer Strahlkraft für die Partei verloren habe. Andererseits warnen sie vor einem vollständigen Zerfall von „Jabloko“, sollte der Gründer und Vordenker abtreten.

(cj/.rufo/Moskau)


Artikel versenden Druckversion

Leser-Kommentare zu diesem Artikel (und Kommentare zu Kommentaren): ↓

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar, nachdem Sie sich hier unten für Kommentare neu registriert haben. Sie können hier oder im Forum (www.forum.aktuell.ru) mitdiskutieren.

Bisher gibt es zu diesem Artikel noch keine Leserkommentare


Überblick aller Leserkommentare zu allen Artikeln >>>



E-Mail (Zur Registrierung. Wird nicht veröffentlich)

Kennwort

Schnelle Neuanmeldung zum Schutz vor Spam
Klicken Sie hier, wenn Sie sich bisher noch nicht für Kommentare registriert haben.




nach oben
Alle Berichte aus dieser Rubrik
Alle Artikel vom Donnerstag, 13.12.2007
Zurück zur Hauptseite








Sicherheitsabstand sieht anders aus. Aber wenn an der Peter-Pauls-Festung in St. Petersburg der Rundflug-Helikopter startet und landet, sind Zuschauer immer ganz nah dabei. Sobald sie allerdings der Rotorwind samt Staubwolke erfasst, haben die Neugierigen wieder etwas Nützliches fürs Leben gelernt. (Topfoto: Deeg/.rufo)






Die populärsten Artikel der letzten drei Tage


Mail an die Redaktion schreiben >>>



Als Chef vom Dienst ist für Sie
im Moment im aktuellen Einsatz
André Ballin, Moskau

Schnell gefunden
Russland Veranstaltungen und Kultur-Events in D+A+CH

Die Top-Themen
St.Petersburg
Nach dem Schwulengesetz: „Wir wollen uns mehr zeigen!“
Kopf der Woche
Deripaska setzt auf Ex-Stasi-Agent und Putin-Spezi
Kommentar
G-8 u ASEAN: russische-amerikanische Beziehungsprobleme
Moskau
Protest-Lager: Barrikadnaja statt Saubere Teiche
Thema der Woche
Ämtertausch vollendet: Medwedew ist Premierminister
Kaliningrad
AirBerlin nimmt Kaliningrad wieder in Flugplan auf
Der Russland-Aktuell
Nachrichten-Monitor
Montag, 28. Mai
10:22 

Orenburg: Ausländische Studenten aus Wohnheim geworfen

08:51 

Opposition beantragt neuen Protestmarsch am 12. Juni

01:03 

Geschichte Russland: Rust landet auf dem Roten Platz

Sonntag, 27. Mai
01:03 

Russland Geschichte: St. Petersburg und Tsuschima

Samstag, 26. Mai
01:03 

Geschichte Russland: Nikolaus II. wird gekrönt

Freitag, 25. Mai
20:02 

CH-Staatsanwälte legen Deripaska-Klagen zu den Akten

18:27 

Geldwäscheverdacht: Kein US-Visum für Vizeminister

18:03 

Baku: Missklänge beim Grand Prix – vorrangig politisch

17:09 

26-facher Mumienmacher muss in psychiatrische Klinik

16:26 

Medwedew will „Einiges Russland“ intern demokratisieren

14:37 

Russische Motorradfahrer im Irak freigelassen

13:28 

Fünf Tote: Familientragödie unter Russen in den USA

12:47 

Schlägerei bei Sprach-Debatte im ukrainischen Parlament

11:09 

Binnenwasserwege für ausländische Yachten jetzt frei

09:27 

Ferien! Heute letzter Schultag für Russlands Schüler

01:03 

Russland Geschichte: Aus finstersten Tiefen

Donnerstag, 24. Mai
18:22 

ESC: udmurtische Äffin sagt Sieg der Babuschki voraus

17:57 

Russland verliert Raketen-Radarstation in Aserbaidschan

17:22 

Trotz Timoschenko: Polen und Ukraine erwarten gute EM

16:14 

Nach dem Schwulengesetz: „Wir wollen uns zeigen!“

15:04 

Alu-Zar Deripaska verliert Petersburger Großprojekt?

13:58 

Minister verspricht Abschleppdienst per Helikopter

12:42 

Irak: Vier russische Biker sitzen in Militär-Gefängnis

12:13 

Vergewaltigtes Kind im Müllschlucker: 22,5 Jahre Haft

10:53 

Kremlwache kauft Atomschlag-sichere Kinder-Wiegen

09:23 

Demonstrantenführer Udalzow wieder auf freiem Fuß

01:03 

Geschichte Russland: Die „Aurora“ läuft vom Stapel

Mittwoch, 23. Mai
18:23 

Moskauer sollen eigene Speakers Corners bestimmen

17:53 

Ukraine lehnt Behandlung von Häftlingen im Ausland ab

17:13 

Verletzte bei Bruchlandung von Militärflugzeug

16:24 

Vor der EM: Sportjournalist pöbelt über Nationalspieler

15:11 

Tschetschenische Saurier-Eier sind profane Steine

13:51 

Kapitalflucht aus Russland kann auf 100 Mrd. USD steigen

12:35 

Anti-Alkoholkampagne: Wodka in Jakutien nur nachmittags

12:04 

Rosneft-Boss Setschin – der Mann, der Yukos beerbte

Unseren kompletten
aktuellen News-Uberblick
finden Sie bei
russland-news.RU

Alle Berichte bei Russland-Aktuell ab 2000 finden Sie in unserem Archiv
Weitere Nutzung im Internet oder Veröffentlichung auch auszugsweise nur mit
ausdrücklicher Genehmigung der Redaktion (Chefredakteur: Gisbert Mrozek) und mit Quellenangabe www.aktuell.ru
E-mail genügt
www.Russland-Aktuell.ru (www.aktuell.ru) ist nicht verantwortlich für die Inhalte externer Internetseiten.


Basis-Information aus Russland, der Provinz und der GUS auf deutschen Internetseiten:
www.kasachstan.ru, www.russlanddeutsche.ru, www.georgien.ru, www.abchasien.ru, www.ossetien.ru, www.waldikawkas.ru, www.grosny.ru, www.sibirien.ru, www.wolga.ru, www.baikalsee.ru, www.kaukasus.ru, www.sotschi.ru, www.baltikum.ru, www.nowgorod.ru, www.nischni-nowgorod.ru, www.nowosibirsk.ru, www.rubel.ru, www.kultur.ru, www.puschkin.ru, www.wladiwostok.ru, www.sotschi.ru ... und noch einige andere mehr!
Russia-Now - the English short version of Russland-Aktuell








google.com
yahoo.com