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| Timoschenko ist ab sofort nicht mehr ukrainischer Premier | |
Donnerstag, 08.09.2005
Orangenschlacht in Kiew(2): Timoschenko gefeuert
Moskau. Der Machtkampf zwischen Präsident Juschtschenko und Premier Timoschenko ist entschieden. Juschtschenko entließ die Regierung und beauftragte Juri Jechanurow mit der Bildung eines neuen Kabinetts.
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Es sei eine schwere Entscheidung gewesen, beteuerte Viktor Juschtschenko. Er habe sowohl mit Julia Timoschenko als auch mit dem Chef des nationalen Sicherheitsrates, Pjotr Poroschenko, freundschaftliche Beziehungen gehabt, sagte Juschtschenko.
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Tägliche Streitereien
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Doch die Streitigkeiten seiner ehemaligen Gefährten untereinander habe eine effektive Regierungspolitik unmöglich gemacht. „Ich musste mich täglich in Konflikte zwischen dem Sicherheitsrat und der Regierung, zwischen der Präsidialadministration und dem Sicherheitsrat und zwischen der Regierung und dem Parlament einmischen. Mit einem Wort, diese Konflikte wurden zur Tagesordnung bei der Arbeit der Führung“, kritisierte Juschtschenko.
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Das Team habe seinen Geist verloren, sagte der Präsident. Daher habe er sich entschieden, sowohl Timoschenko als auch Poroschenko zu entlassen. Mit dieser Formulierung stellt sich Juschtschenko als Schiedsrichter über die Streitenden.
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Juschtschenko selbst in Konflikt involviert
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Allerdings ist der Präsident ebenfalls Bestandteil des Konflikts. Denn die starke Ministerpräsidentin hatte durchaus eigene Vorstellungen von einer neuen Politik. Julia Timoschenko wurde als Premierministerin immer stärker und spielte sogar Präsident Viktor Juschtschenko an die Wand. Es kam zu Verteilungskämpfen innerhalb des einstigen Kommandos, die in gegenseitigen Korruptionsvorwürfen gipfelten.
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Rating rapide gesunken
Juschtschenko, der Ende 2004 in Kiew als Retter gefeiert wurde, der die Ukraine vom korrupten System Kutschmas befreien sollte, hat inzwischen einen Großteil seines einstigen Ratings eingebüßt. Inzwischen vertraut ihm nicht einmal die Hälfte der Bevölkerung. Insofern war der Rauswurf von Timoschenko auch ein Befreiungsschlag des Präsidenten, dem persönlich vor allem die Eskapaden seines pubertärenden Sohnes Andrej angelastet werden.
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Als neuer Premier ist der bislang weitgehend unbekannte Juri Jechanow vorgesehen. Er soll eine neue Regierung zusammen stellen. Bislang war Jechanow Gouverneur des Verwaltungsgebietes Dnepropetrowsk im Osten der Ukraine.
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(ab/.rufo)
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