Geldwäscheverdacht: Kein US-Visum für Vizeminister
Binnenwasserwege für ausländische Yachten jetzt frei
Russland-Aktuell zur Startseite machen


In Zchinwali hinterließ der Südossetien-Krieg im August starke Zerstörungen (Foto: vesti.ru)
In Zchinwali hinterließ der Südossetien-Krieg im August starke Zerstörungen (Foto: vesti.ru)
Dienstag, 17.03.2009

Russland bewilligt Subventionen für Südossetien

Moskau. Das russische Finanzministerium hat umfangreiche Mittel zur Subvention der Staatshaushalte der beiden De-facto-Staaten Abchasien und Südossetien freigegeben. Zchinwali erhält auch 190 Mio. Euro Aufbauhilfe.

Die Subventionierung der von Georgien abtrünnigen Zwergstaaten an der russischen Südgrenze war in den letzten Monaten ins Stocken geraten: Wie der „Kommersant“ berichtete, erhielten die südossetischen Staatsbediensteten ihre Gehälter für Januar und Februar erst im März. In dem nur von Russland und Nicaragua anerkannten Kleinstaat im Kaukasus sei das Wirtschaftsleben faktisch zum Erliegen gekommen, immer wieder fehle es auch an Strom und Gas.

Hintergrund der Finanznot ist einerseits, dass aufgrund der Wirtschaftskrise auch der russische Staat jetzt streng sparen muss. Zum anderen wogt hinter den Kulissen ein Verteilungskampf um die Gelder: Während die südossetische Regierung darüber selbst verfügen möchte, will Moskau die Kontrolle über die Verwendung und Verteilung der Mittel nicht aus der Hand geben.

Russland übernimmt die Staatsausgaben


Nun soll der Geldfluss jedenfalls prinzipiell wieder in Gang kommen: Die Finanzministerien Russlands, Südossetiens und Abchasiens unterzeichneten am Montag eine Vereinbarung, wonach Südossetien in diesem Jahr 2,8 Mrd. (ca. 62 Mio. Euro) und Abchasien (ca. 52 Mio. Euro) „internationale Finanzhilfe“ bekommen soll. Das Geld soll zur Auszahlung von Gehältern, und Sozialleistungen und der Finanzierung von Einrichtungen wie Krankenhäusern dienen.

Das im August im Krieg mit Georgien stark zerstörte Südossetien bekommt zudem 2009 auch noch Aufbauhilfe in Höhe von 8,5 Mrd. Rubel (ca. 189 Mio. Euro). Damit wird das Hilfsprogramm nun doch in dem Umfang verwirklicht, wie es nach dem Krieg – aber noch vor Ausbruch der weltweiten Finanzkrise – vom Kreml beschlossen worden war. 1,5 Mrd. Rubel hatte Russland bereits im letzten Jahr zu diesem Zweck ausgegeben.

Bei Russland-Aktuell
• NATO versöhnt sich mit Russland, Konflikt bleibt (06.03.2009)
• US-Basen in Georgien gegen Russen in Abchasien ? (03.02.2009)
• Soldat Gluchow: Desertiert oder von Georgien entführt? (28.01.2009)
• Abchasien, Südossetien: Weißrussland vor Anerkennung (22.01.2009)
• Georgien: Südossetien-Krieg doch von Russland begonnen (19.12.2008)

Wiederaufbau bisher willkürlich


Allerdings wurde Medienberichten zufolge das russische Geld nicht immer sinnvoll angelegt: So seien in der Hauptstadt Zchinwali 29 Kindergärten wieder hergerichtet worden, die jetzt aber leerstehen, weil große Teile der Bevölkerung wegen der allgemeinen Not abgewandert seien. Im Dorf Chetagurowo gingen die Kinder hingegen bis heute in eine durch einen Granattreffer halb zerstörte Schule. Ein Bautrupp sei hier nie erschienen, so der „Kommersant“.

Auch würden viele der auf zum Teil schwer beschädigten Wohnhäusern neu errichteten Dächer lecken. So habe in staatlich finanziertes Bauunternehmen aus Tschetschenien bei einem Wohnblock in Zchinwali zwar das Dach neu gedeckt – aber keine Regenrinnen und Rohre angebracht. Das Ergebnis seien nun völlig durchnässte Wohnungen.

Zwei kleine Neubausiedlungen mit Fertighäusern, die von den reichen russischen Regionen Moskau und Tjumen finanziert werden, sind auch nach sechs Monaten Bauzeit noch nicht bewohnbar – obwohl es in der Stadt im Winter an tauglichem Wohnraum bitter fehlte.

Phantasie-Rechnungen für beseitigte Kriegsschäden


Die Beamten im Wiederaufbau-Komitee in Zchinwali begründen die Fehleistungen damit, dass es noch keine entsprechenden Verwaltungsstrukturen gab, als die russischen Aufbauhelfer erschienen. „Sie haben da angefangen zu arbeiten, wo sie es für richtig hielten und dann Abrechnungen präsentiert, dass alle nur noch staunten“, sagt eine südossetische Beamtin.

Verliert Russland den Krieg noch nachträglich?


Die Unzufriedenheit mit Russland wie mit der eigenen Führung ost deshalb hoch in Südossetien – vor allem auf den Dörfern, wo kaum Hilfe angekommen ist und die Menschen wegen der Minen dieses Jahr sogar Angst hatten, ihre Ernten einzubringen. Man sei Moskau zwar dankbar, dass die russische Armee im August den georgischen Angriff mit gaballter Macht zurückgeschlagen habe, schreibt die Zeitung.

Der Wiederaufbau gestalte sich nun aber schwerer als der Krieg: „Wenn die Republik jetzt verlassen wird, dann hat Russland das erreicht, was Georgien nicht durchsetzen konnte“, sagt man in Zchinwali.



Artikel versenden Druckversion

Leser-Kommentare zu diesem Artikel (und Kommentare zu Kommentaren): ↓

Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar, nachdem Sie sich hier unten für Kommentare neu registriert haben. Sie können hier oder im Forum (www.forum.aktuell.ru) mitdiskutieren.

Bisher gibt es zu diesem Artikel noch keine Leserkommentare


Überblick aller Leserkommentare zu allen Artikeln >>>



E-Mail (Zur Registrierung. Wird nicht veröffentlich)

Kennwort

Schnelle Neuanmeldung zum Schutz vor Spam
Klicken Sie hier, wenn Sie sich bisher noch nicht für Kommentare registriert haben.




nach oben
Alle Berichte aus dieser Rubrik
Alle Artikel vom Dienstag, 17.03.2009
Zurück zur Hauptseite








Sicherheitsabstand sieht anders aus. Aber wenn an der Peter-Pauls-Festung in St. Petersburg der Rundflug-Helikopter startet und landet, sind Zuschauer immer ganz nah dabei. Sobald sie allerdings der Rotorwind samt Staubwolke erfasst, haben die Neugierigen wieder etwas Nützliches fürs Leben gelernt. (Topfoto: Deeg/.rufo)






Die populärsten Artikel der letzten drei Tage


Mail an die Redaktion schreiben >>>



Als Chef vom Dienst ist für Sie
im Moment im aktuellen Einsatz
André Ballin, Moskau

Schnell gefunden
Russland Veranstaltungen und Kultur-Events in D+A+CH

Die Top-Themen
St.Petersburg
Nach dem Schwulengesetz: „Wir wollen uns mehr zeigen!“
Kopf der Woche
Deripaska setzt auf Ex-Stasi-Agent und Putin-Spezi
Kommentar
G-8 u ASEAN: russische-amerikanische Beziehungsprobleme
Moskau
Protest-Lager: Barrikadnaja statt Saubere Teiche
Thema der Woche
Ämtertausch vollendet: Medwedew ist Premierminister
Kaliningrad
AirBerlin nimmt Kaliningrad wieder in Flugplan auf
Der Russland-Aktuell
Nachrichten-Monitor
Montag, 28. Mai
10:22 

Orenburg wirft ausländische Studenten aus Wohnheim

08:51 

Opposition beantragt neuen Protestmarsch am 12. Juni

01:03 

Geschichte Russland: Rust landet auf dem Roten Platz

Sonntag, 27. Mai
01:03 

Russland Geschichte: St. Petersburg und Tsuschima

Samstag, 26. Mai
01:03 

Geschichte Russland: Nikolaus II. wird gekrönt

Freitag, 25. Mai
20:02 

CH-Staatsanwälte legen Deripaska-Klagen zu den Akten

18:27 

Geldwäscheverdacht: Kein US-Visum für Vizeminister

18:03 

Baku: Missklänge beim Grand Prix – vorrangig politisch

17:09 

26-facher Mumienmacher muss in psychiatrische Klinik

16:26 

Medwedew will „Einiges Russland“ intern demokratisieren

14:37 

Russische Motorradfahrer im Irak freigelassen

13:28 

Fünf Tote: Familientragödie unter Russen in den USA

12:47 

Schlägerei bei Sprach-Debatte im ukrainischen Parlament

11:09 

Binnenwasserwege für ausländische Yachten jetzt frei

09:27 

Ferien! Heute letzter Schultag für Russlands Schüler

01:03 

Russland Geschichte: Aus finstersten Tiefen

Donnerstag, 24. Mai
18:22 

ESC: udmurtische Äffin sagt Sieg der Babuschki voraus

17:57 

Russland verliert Raketen-Radarstation in Aserbaidschan

17:22 

Trotz Timoschenko: Polen und Ukraine erwarten gute EM

16:14 

Nach dem Schwulengesetz: „Wir wollen uns zeigen!“

15:04 

Alu-Zar Deripaska verliert Petersburger Großprojekt?

13:58 

Minister verspricht Abschleppdienst per Helikopter

12:42 

Irak: Vier russische Biker sitzen in Militär-Gefängnis

12:13 

Vergewaltigtes Kind im Müllschlucker: 22,5 Jahre Haft

10:53 

Kremlwache kauft Atomschlag-sichere Kinder-Wiegen

09:23 

Demonstrantenführer Udalzow wieder auf freiem Fuß

01:03 

Geschichte Russland: Die „Aurora“ läuft vom Stapel

Mittwoch, 23. Mai
18:23 

Moskauer sollen eigene Speakers Corners bestimmen

17:53 

Ukraine lehnt Behandlung von Häftlingen im Ausland ab

17:13 

Verletzte bei Bruchlandung von Militärflugzeug

16:24 

Vor der EM: Sportjournalist pöbelt über Nationalspieler

15:11 

Tschetschenische Saurier-Eier sind profane Steine

13:51 

Kapitalflucht aus Russland kann auf 100 Mrd. USD steigen

12:35 

Anti-Alkoholkampagne: Wodka in Jakutien nur nachmittags

12:04 

Rosneft-Boss Setschin – der Mann, der Yukos beerbte

Unseren kompletten
aktuellen News-Uberblick
finden Sie bei
russland-news.RU

Alle Berichte bei Russland-Aktuell ab 2000 finden Sie in unserem Archiv
Weitere Nutzung im Internet oder Veröffentlichung auch auszugsweise nur mit
ausdrücklicher Genehmigung der Redaktion (Chefredakteur: Gisbert Mrozek) und mit Quellenangabe www.aktuell.ru
E-mail genügt
www.Russland-Aktuell.ru (www.aktuell.ru) ist nicht verantwortlich für die Inhalte externer Internetseiten.


Basis-Information aus Russland, der Provinz und der GUS auf deutschen Internetseiten:
www.kasachstan.ru, www.russlanddeutsche.ru, www.georgien.ru, www.abchasien.ru, www.ossetien.ru, www.waldikawkas.ru, www.grosny.ru, www.sibirien.ru, www.wolga.ru, www.baikalsee.ru, www.kaukasus.ru, www.sotschi.ru, www.baltikum.ru, www.nowgorod.ru, www.nischni-nowgorod.ru, www.nowosibirsk.ru, www.rubel.ru, www.kultur.ru, www.puschkin.ru, www.wladiwostok.ru, www.sotschi.ru ... und noch einige andere mehr!
Russia-Now - the English short version of Russland-Aktuell








google.com
yahoo.com