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Bush und Putin bezeichnen sich als Freunde, doch immer häufiger gibt es Streit zwischen Kreml und Weißem Haus (Foto: TV)
Bush und Putin bezeichnen sich als Freunde, doch immer häufiger gibt es Streit zwischen Kreml und Weißem Haus (Foto: TV)
Donnerstag, 01.03.2007

US-Geheimdienst erklärt Russland zum Gegner

Moskau. Der Chef der US-Geheimdienste, Michael McConnell, hat einen wachsenden russisch-amerikanischen Antagonismus vorausgesagt. Dem Kreml wirft er Konfrontationsdenken und fehlendes Demokratieverständnis vor.

Immer öfter demonstriere Moskau seine Muskeln, beklagte sich der US-Geheimdienstchef. Die hohen Ölpreise haben ein neues Selbstbewusstsein bei der politischen Elite Russlands geschaffen und sie verfolge ihre Ziele nun offen und teilweise bewusst gegen westlichen Widerstand: „Die Stärkung der russischen Leistungsfähigkeit wird begleitet von Elementen steigender Rivalität und des Antagonismus in den Beziehungen zwischen der USA und Moskau, besonders auf dem Gebiet der ehemaligen UdSSR.“

„Starkes Russland erschwert Kooperation“


Bei Russland-Aktuell
• Iranischer Raketenstart – eine kosmische Ente? (26.02.2007)
• Krieg im Iran wäre der politische Tod für George Bush (21.02.2007)
• Neuer Rüstungswettlauf USA –Russland droht (15.02.2007)
• Putin zu München: USA spielen mit russischer Karte (14.02.2007)
• Gates: USA für Krieg gegen Russland vorbereiten (08.02.2007)
Je stärker Russland sei, desto weniger könne Washington mit Moskau zusammenarbeiten, behauptete McConnell schließlich. Die ständige Anhäufung neuer Probleme und Trennlinien drohe zu einer ernsthaften Verschlechterung der russisch-amerikanischen Beziehungen zu führen.

Vor McConnell hatte bereits US-Verteidigungsminister Robert Gates Russland als möglichen Gefahrenherd bezeichnet und gefordert, dass die Vereinigten Staaten auf einen Krieg mit Russland vorbereitet sein müssten. Mit der geplanten Stationierung des Raketenschildes in Europa ohne Konsultationen mit Russland setzt die US-Führung schon seit einiger Zeit auf die Konfrontationsstrategie.

McConnell: In Russland wird Präsident bald ernannt und nicht gewählt


Als Ursache für das Misstrauen des Weißen Hauses gegenüber dem Kreml gab McConnell Demokratiedefizite in Russland an. „Auf dem Weg in Richtung Demokratie hat es einen Rückschritt gegeben. Jetzt wird alles dafür getan, um die Vorgänge in Russland, die Bevölkerung, die Parteien usw. zu kontrollieren – bis hin zu dem Schritt, dass das nächste Staatsoberhaupt Russlands einfach nur ernannt wird.“

McConnell kreidete Russland in dem Zusammenhang auch die Tötung des ehemaligen russischen Geheimdienstoffiziers Alexander Litwinenko an, obwohl Scotland Yard noch kein offizielles Untersuchungsergebnis zu dem Fall bekannt gegeben hat. Litwinenko selbst hatte freilich auf seinem Totenbett Präsident Wladimir Putin beschuldigt, den Anschlag auf ihn befohlen zu haben.

Moskau weist Kritik als nicht stichhaltig zurück


Russische Politiker wiesen die Russland-Kritik McConnells zurück. Konstantin Kossatschow bezeichnete die Äußerungen des amerikanischen Geheimdienstchefs als Ablehnungsmanöver. Das Weiße Haus versuche, von seinen Misserfolgen im Nahen Osten, insbesondere im Irak, abzulenken, indem es Russland als neue Bedrohung kennzeichne, sagte der Chef des Duma-Ausschusses für Auswärtige Angelegenheiten.

Auch ein Sprecher des Russischen Auswärtigen Amtes wies die Behauptungen McConnells zurück. „Als ehemaliger Sowjetologe lebt Michael McConnell mit veralteten und überlebten Vorstellungen. Seine Bewertungen haben keine Grundlage und gehen vollständig am Charakter der russisch-amerikanischen Beziehungen vorbei“, sagte er.

(ab/.rufo)


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