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Die Raketentrümmer weisen nach Meinung Georgiens eindeutig auf Russland hin. Russische Waffen gibt es überal, erklärt Russland (Foto: newsru.com)
Die Raketentrümmer weisen nach Meinung Georgiens eindeutig auf Russland hin. Russische Waffen gibt es überal, erklärt Russland (Foto: newsru.com)
Donnerstag, 09.08.2007

USA verurteilen „Raketenschlag“ gegen Georgien

Washington. Das US-Außenministerium hat offiziell den Raketenangriff gegen Georgien verurteilt und eine Aufklärung des Vorfalls gefordert. Tiflis beschuldigt Moskau, den Angriff initiiert zu haben. Russland dementiert.

Die Bombenaffäre zieht ihre Kreise. Am späten Mittwochabend präsentierte das georgische Fernsehen Aufnahmen einer Radaranlage. Auf den Bildern waren zwei Punkte zu erkennen, die von Norden her (also von Russland aus) in georgisches Territorium eindrangen. Ein Vertreter des Verteidigungsministeriums, Surab Potschchua, erklärte dazu, dass es sich bei diesen beiden Punkten um die rätselhaften Flugzeuge handle, die am 6. August Georgien bombardiert haben.

Georgisches Verteidigungsministerium: „Flugzeuge kamen von Russland“


Seinen Angaben zufolge zielte der Angriff auf eine neue Radarstation in der Nähe von Gori, die den gesamten Luftraum des Kaukasusstaates, einschließlich der abtrünnigen Teilrepubliken Abchasien und Südossetien, überwachen könne.

Georgien beschuldigt Russland, die Rakete abgeworfen zu haben. Davon zeuge nicht nur, dass die Flugzeuge russischer Bauart seien, sondern auch die gefundene Rakete, eine Raduga KN-58, soll in russischen Rüstungsbetrieben hergestellt worden sein. Tiflis fordert deshalb nun eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrates, auf der der Vorfall aufgeklärt werden soll.

Balujewski: „Raketenabschuss ist georgische Provokation“


Bei Russland-Aktuell
• Bombe: Georgien fordert Sitzung von UN-Sicherheitsrat (09.08.2007)
• Streit um vermeintlichen Bombenangriff auf Georgien (07.08.2007)
• Kaukasus: Schießerei in Südossetien (29.06.2007)
• Gas-Poker: Baku bietet EU an, Russland zu umgehen (22.03.2007)
• Abchasien kommt nicht zur Ruhe (16.03.2007)
Eine Aufklärung der Geschehnisse fordert auch Russland. Allerdings bewertet Moskau den Skandal ganz anders. Die russische Militärführung erklärte kategorisch, dass russische Kampfflugzeuge nicht über Georgien gekreist seien. Das Ganze sei eine Provokation und ein Versuch Georgiens, die Lage im Kaukasus zu destabilisieren, meinte der russische Generalstabschef Juri Balujewski.

Auch der russische Botschafter in Tiflis, Wjatscheslaw Kowalenko, der im Zusammenhang mit der Affäre vom georgischen Außenministerium einbestellt wurde, wies alle Vorwürfe zurück. „SU-24 fliegen in der ganzen Welt“, erklärte der Diplomat. Unter anderem besitze auch die georgische Luftwaffe mehrere Exemplare, sagte Kowalenko. Die Fotos vom Tatort seien ebenfalls kein Beweis für die Beteiligung Russlands, da auch russische Raketen inzwischen weltweit gehandelt würden, meinte er.

Amerikaner auf Seiten Georgiens


In den bilateralen Streit mischte sich nun auch das Weiße Haus. Aus der Stellungnahme des US-State Departments geht hervor, dass Washington die Position von Tiflis unterstützt.

„Die USA verurteilen den Raketenschlag gegen Georgien am 6. August. Wir erkennen, dass Georgien trotz des Luftangriffs weiter Zurückhaltung übt und rufen alle Seiten dazu auf, den Vorfall schnellstmöglich aufzuklären und die Untersuchung der georgischen Regierung und der OSZE zu unterstützen“ heißt es in einem Schreiben des offiziellen Vertreters des amerikanischen Außenministers, Sean McCormack.

Aufruf zu friedlicher Einigung


Zugleich rufen die USA zu einer friedlichen Lösung aller Konflikte in Georgien auf. Die Nähe des Einschlags zur Konfliktzone bestätige die Notwendigkeit einer schnellen Lösung des Südossetienproblems, teilte McComack mit. An der Schaffung eines dauerhaften Friedens in der Region sowie auch in Abchasien sollen nach Ansicht der Amerikaner Russen und Georgier gemeinsam arbeiten.

Dies jedoch scheint nach dem Vorfall derzeit ausgeschlossen: Beim Aufschlag auf georgischen Boden explodierte die Rakete zwar nicht, für die russisch-georgischen Beziehungen erweist sich der Einschlag jedoch als extrem gefährlicher Sprengsatz. Das sich gerade erst wieder auf dem Weg zur Normalisierung befindliche Verhältnis beider Staaten ist praktisch völlig zerstört.

(ab/.rufo/Moskau)


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