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Dies ist nicht die Liste der Staaten, die Abchasien anerkannt haben. Sondern eine Aufstellung, woher am letzten Sonntag Wahlbeobachter nach Suchumi kamen (Foto: abkhazia.org)
Dies ist nicht die Liste der Staaten, die Abchasien anerkannt haben. Sondern eine Aufstellung, woher am letzten Sonntag Wahlbeobachter nach Suchumi kamen (Foto: abkhazia.org)
Dienstag, 15.12.2009

Winzling Nauru erkennt Abchasiens Unabhängigkeit an

Suchumi. Als vierter Staat hat Nauru Abchasien als unabhängig anerkannt. Russland bietet dem Pazifik-Atoll dafür einen Kredit über 50 Mio. Dollar an. Südossetien zeigen die Insulaner jedoch die kalte Schulter.

Bisher wurden die beiden von Georgien abtrünnigen Republiken von Russland, Nicaragua und Venezuela diplomatisch anerkannt.

Mit Nauru hat sich jetzt erstmals ein ausländischer Staat in der Anerkennungsfrage wählerisch gegeben: Abchasien wurde von Nauru anerkannt, Südossetien hingegen nicht - obwohl die Delegation aus Nauru zuvor auch dieses Staatsgebilde an der russischen Südflanke besucht hatte.

Kleiner als Nauru ist nur der Vatikan - aber der hat viel mehr zu sagen


Nauru ist allerdings selbst nicht gerade ein Staat, dessen Stimme auf der Welt besonderes Gewicht hat: Das Pazifik-Eiland wird von nur 13.000 Menschen bewohnt – und kämpft seit dem Ende seiner Phosphatvorräte mit dem Ruin. Abchasien mit seinen 215.000 Einwohnern und den soliden Branchen Landwirtschaft und Fremdenverkehr erscheint dagegen geradezu wie eine Großmacht.

Aber dafür ist Nauru UN-Mitglied – und entsandte seinen „Minister für Äußeres, Handel und Finanzen“ Kirien Keke persönlich zur Unterzeichnung einer Vereinbarung über die gegenseitige Anerkennung nach Suchumi.

Solidarität unter Mikro-Staaten


Keke begründete in Suchumi mit dem Bestreben, andere kleine Nationen in ihrem Streben nach verdienter Souvernänität zu unterstützen – und mit historischer Dankbarkeit gegenüber Moskau. „1967 war die Stimme Russlands eine der stärksten bei der Unterstützung unserer eigenen Unabhängigkeit.“

Zuvor hatte Multi-Minister Keke allerdings in Moskau mit seinem russischen Amtskollegen Sergej Lawrow über die Bereitstellung eines russischen Kredites in Höhe von 50 Millionen Dollar für sein Land verhandelt. Auf die Gesamtbevölkerung umgerechnet sind dies immerhin 3.500 Dollar pro Person – und somit eine riesige Summe für den bankrotten Zwergstaat.

Moskau versüßt die Anerkennungsfrage mit Krediten


Mit dem Prinzip „Geld gegen Anerkennung“ hat Moskau bereits Ende Oktober den Präsidenten Ecuadors zu ködern versucht. Rafael Correa schlug aber den von Moskau gebotenen 200-Millionen-Dollar-Kredit wegen der damit verbundenen weltpolitischen Stolpersteine aus.

Bei Russland-Aktuell
• Ergebnis der Präsidentenwahlen stabilisiert Abchasien (14.12.2009)
• Moskau verweigert 500-Millionen-Kredit an Minsk (05.10.2009)
• Venezuela-Russland: Waffen und Geld für Anerkennung (15.09.2009)
• Moskau missmutig, weil Minsk Abchasien nicht anerkennt (18.05.2009)
• Nicaragua erkennt Abchasien und Südossetien an (04.09.2008)
Weißrussland, im Prinzip Moskaus Russlands engster außenpolitischer Verbündeter, schiebt seit dem Kaukasus-Krieg im Sommer 2008 die Frage der Anerkennung der beiden Zwergstaaten hinaus. Auch wenn dies offiziell natürlich so nicht gesagt wird, ist sie mit einer Einigung über Kredite und Energiepreise zwischen den beiden notorisch zerstrittenen "Bruderstaaten" verbunden.

Wie Andrej Sagorski, Professor für Theorie der internationalen Beziehungen gegenüber „Radio Swoboda“ erklärte, ist es in der diplomatischen Praxis „nicht angebracht“, humanitäre Hilfe mit Anerkennungsfragen zu verbinden – aber große Staaten würden es dennoch immer wieder tun.

Spielstand Kosovo-Abchasien: 63:4


Russland habe sich offenbar das Ziel gesetzt, dass genauso viele Staaten Südossetien und Abchasien anerkennen wie das Kosovo, so Sagorski.

Wenn dem so ist, bleibt Moskau noch viel zu tun - und zu bezahlen: Wie das Präsidentenamt in Pristina vermeldet, haben bereits 63 Länder (von 192 UN-Mitgliedern) die ehemalige serbische Provinz anerkannt.



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... und in der Ferne glänzen die goldenen Kreml-Kuppeln vor dem Winterpanorama der Stadt Moskau. Das historische Moskau, das "Goldköpfige" genannt, hatte 40x40 goldene Kirchenkuppeln. ( Topfoto: mig/.rufo)




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