 |
|
| Krasnaja Poljana soll Haupttragungsort der Winterspiele 2014 werden (Foto: Courtesy of Sochi 2014) | |
Dienstag, 03.10.2006
Olympia: Russland rührt Werbetrommel für Sotschi
Moskau. Nach mehreren erfolglosen Bewerbungen um internationale Großveranstaltungen will Russland endlich punkten. In Moskau startete die Werbekampagne für die Austragung der Winterolympiade 2014 in Sotschi.
|
|
„Diese Spiele haben wir uns zusammen verdient“, singen fröhliche Stimmen einer russischen Boygroup. In einer Endlosschleife klingt das offizielle Bewerbungslied für Sotschi aus den Lautsprechern im Pressezentrum des Moskauer Außenministeriums. Nach einer halben Stunde können alle Journalisten den Text bereits auswendig.
|
Spiele für das neue, schöne, reiche Russland
|
|
 |
| Vizepremier Alexander Schukow koordiniert die russischen Olympia-Pläne (Foto: Packeiser/.rufo) |
Im Ferienzentrum Sotschi, dem subtropischen Schwarzmeerbadeort und dessen Kaukasus-Hinterland soll der Traum der Moskauer Sportfunktionäre in Erfüllung gehen: Die Noch-immer-Sport-Supermacht Russland will 2014 zum ersten Mal die Olympischen Winterspiele auf eigenem Boden ausrichten. Neben Salzburg in Pyeongchang (Südkorea) schaffte es Sotschi immerhin in die Endrunde der drei Favoriten. Das „neue, schöne, reiche“ Russland habe ein Recht auf die Spiele, verkündete Leonid Tjagatschow, Chef des Russischen Olympischen Komitees.
|
Über neun Milliarden Euro will die russische Regierung in den kommenden Jahren in den Ausbau der Infrastruktur von Sotschi und dem Skiort Krasnaja Poljana investieren. 200 Kilometer Straßen und Eisenbahnlinien sollen neu entstehen, elf Großsportanlagen sind geplant, erklärte der für die Olympia-Pläne zuständige Vizeregierungschef Alexander Schukow.
|
Neuer Flughafen schon 2007
|
Der neue internationale Flughafen von Sotschi für vier Millionen Passagiere jährlich soll sogar bereits fertig gestellt sein, wenn das Internationale Olympische Komitee im kommenden Jahr vor der entscheidenden Abstimmung zur letzten Inspektion an der Schwarzmeerküste einfliegt. Die zuständigen Funktionäre versprechen eine „Olympiade der kurzen Entfernungen“, ein „mutiges, aber gut durchdachtes wirtschaftliches Konzept“ und die Einhaltung moderner Umweltstandards.
|
Zumindest an der Umweltverträglichkeit der Spiele waren zuletzt erhebliche Zweifel aufgekommen. Greenpeace hat bereits Klage vor dem Obersten Gerichtshof eingereicht – wegen einer Reihe nach Ansicht der Umweltschützer illegaler Bauarbeiten in Naturschutzgebieten.
|
Gegenüber dem Konkurrenten Salzburg hat Sotschi jedoch noch zwei entscheidende Nachteile: Im Ausland werden die Berge des Kaukasus nicht so sehr mit ihren grandiosen Landschaften assoziiert, sondern mit einem Knäuel ungelöster ethnischer und politischer Konflikte. Die Krisenregion Abchasien etwa beginnt direkt hinter der Stadtgrenze des russischen Ferienparadieses. Außerdem hatte Sotschi bislang noch keine Erfahrung mit der Organisation von Sportgroßereignissen.
|
Das alles ficht die Organisatoren jedoch nicht an. Sotschi sei einfach ein einmaliger Ort, so Vizepremier Schukow. „Ich bin sicher, dass wir es schaffen“, meint auch Eiskunstlauf-Star Jewgeni Pljuschtschenko.
|
(kp/.rufo)
|
|
|
|
Leser-Kommentare zu diesem Artikel (und Kommentare zu Kommentaren): ↓
Schreiben Sie Ihren eigenen Kommentar, nachdem Sie sich hier unten für Kommentare neu registriert haben. Sie können hier oder im Forum (www.forum.aktuell.ru) mitdiskutieren.
Bisher gibt es zu diesem Artikel noch keine Leserkommentare
Überblick aller Leserkommentare zu allen Artikeln >>>