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| Die illegalen Bauten zerstören die Dünen. (Foto: Mischke/rufo) | |
Dienstag, 06.12.2005
Schwarzbauten gefährden Kurische Nehrung
Kaliningrad. Bauen ist im Nationalpark Kurische Nehrung verboten. Trotzdem entstehen in der sensiblen Kulturlandschaft neue Häuser. Die Nationalpark-Verwaltung ist machtlos - und zum Teil nicht ganz unschuldig.
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Schon seit Jahren erfreut sich die Kaliningrader Ostseeküste ungebrochener Beliebtheit. Nicht nur die Kaliningrader, auch „neue Russen“ aus Moskau strömen im Sommer in Scharen in die traditionsreichen Ostseebäder der russischen Exklave und auf die Kurische Nehrung.
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Häuschen mit Meerblick sind bei den Urlaubern besonders heiß begehrt. Und so findet man in Selenogradsk (Cranz) die neuen Ferienhäuser direkt in den Sanddünen. In Swetlogorsk (Rauschen) sieht es nicht anders aus. Dort hat in diesem Jahr an der Uferpromenade zudem das 5-Sterne-Hotel „Grand Palace“ eröffnet, das in die Steilküste hineingebaut wurde.
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Alle wollen ein Häuschen haben
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Auch auf der Kurischen Nehrung sprießen die privaten Neubauten wie Pilze aus dem Boden. „Alle wollen ihr kleines Häuschen haben“ sagt resigniert schulterzuckend Swetlana Koroljewskaja von der Verwaltung des Nationalparks „Kurische Nehrung“. Vor allem wenn es sich bei den Häuslebauern um Regierungsmitarbeiter oder höhere Beamte handele, könne die Nationalparkverwaltung nicht viel machen. Denn die Baugenehmigung wird von der Gebietsverwaltung ausgesprochen, zudem ist die Zustimmung der Bezirksverwaltung Selenogradsk notwendig. Erst ganz zuletzt wird die Parkverwaltung um Erlaubnis gefragt. Aber das sei dann nur noch eine Formalie, so Koroljewskaja.
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Aufweichung der Schutzzonen
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Ursprünglich war der gesamte Nationalpark „Kurische Nehrung“, ausgenommen der Ortschaften, „strenge Schutzzone“, wo nicht gebaut werden durfte. Doch dieser Status gilt jetzt nur noch für das Gebiet hinter der Ortschaft Morskoje (Pillkoppen), welches aufgrund der Nähe zur litauischen Grenze sowieso nicht betreten werden darf. Der restliche Teil der Halbinsel wurde offiziell zur „Erholungszone“ herabgestuft. Entschieden habe dies der Direktor des Nationalparks, ärgert sich Koroljewskaja.
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Ortschaften gehören nicht zum Nationalpark
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Was innerhalb der Ortschaften auf der Nehrung geschieht, darauf haben die Mitarbeiter von der Nationalparkverwaltung seit jeher keinen Einfluss. So hat die russische Zentralbank in Lesnoje (Sarkau) - mit allen notwendigen Genehmigungen ausgestattet - direkt am Ufer des Kurischen Haffs eine exklusive Hotelanlage errichtet. Dort können Gäste mit dem nötigen Kleingeld die Naturschönheiten in aller Abgeschiedenheit genießen. Das Haff-Ufer in diesem Bereich ist für die Öffentlichkeit gesperrt.
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Ein klarer Gesetzesverstoß, stellt Koroljewskaja fest. Aber so sei das eben in Russland. Im litauischen Teil der Kurischen Nehrung werde die Bebauung streng kontrolliert. „Selbst die Fassadenfarbe ist dort klar geregelt“, weiß die Park-Mitarbeiterin. „Hier hingegen baut jeder wie er will.“ (-jm/rufo)
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