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| Auf dem Eisbrecher Rossija geht es in Richtung Nordpol (Foto: TV) | |
Freitag, 31.08.2007
Deutscher nimmt an russischer Nordpolexpedition teil
Moskau. Der deutsche Polarforscher Jürgen Graeser ist zusammen mit russischen Kollegen auf dem Weg zum Nordpol. Acht Monate will er in der Kälte ausharren. Wodka zum Aufwärmen gibt es im Dienste der Wissenschaft.
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Die internationale Expedition dient der Erforschung von Klimaveränderungen. Der Großteil der 24 Teilnehmer sind Russen, hinzu kommen Wissenschaftler aus den USA, Frankreich und eben Jürgen Graeser vom Potsdamer Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung.
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Wodka für die gute Stimmung
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Im Gegensatz zu den Kurztrips von Kanzlerin Angela Merkel nach Grönland und Außenminister Frank-Walter Steinmeier nach Spitzbergen wird Graeser im ewigen Frost überwintern. So dick wie ein Eisbär wolle er nicht werden, um die Kälte zu überstehen, verriet Graeser im Interview mit Russland-Aktuell. „Aber russischen Wodka werde ich nicht ablehnen, um mich aufzuwärmen und die gute Stimmung auf der Station aufrecht zu erhalten“, sagte der Polarforscher.
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Vom Russlands nördlichstem Hafen Murmansk ging es bereits vor einigen Tagen auf dem Eisbrecher „Rossija“ los. In der arktischen See ist ein Treffen mit dem Forschungsschiff „Akademiker Fjodorow“ vorgesehen, von dem noch zwölf russische Expeditionsteilnehmer aufgenommen werden. Diese hatten vor kurzem noch unter Leitung des Polarforschers Artur Tschilingarow die russische Flagge auf dem Meeresboden unter dem Nordpol gehisst.
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Auf einer Eisscholle zum Nordpol
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Anschließend geht die Suche nach einer geeigneten Eissscholle los. Auf dieser wollen die Wissenschaftler immerhin ein Jahr lang in Richtung Nordpol treiben. Immerhin für Graeser soll die Expedition schon im April 2008 zu Ende gehen. Ein Flugzeug holt dann einen Teil der Mannschaft vom Eis. Auf der Eisscholle muss daher eine Landebahn angelegt werden.
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„Die Arktis beeinflusst das Klima in Europa, daher ist es wichtig für uns“, erklärt Graeser den Grund für die Reise in die Heimat der Eisbären. „Wir hoffen Informationen über mögliche Klimaveränderungen zu bekommen und darüber, wie man diese Veränderungen verhindern kann“, sagt der Wissenschaftler.
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Klima verändert sich
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Seinen Beobachtungen zufolge ändert sich bereits jetzt das Klima. In den vergangenen zwei – drei Jahren habe sich der Eisschild verringert. „Gewöhnlich ist das Franz-Joseph-Land (russische Inselgruppe im Nordpolarmeer – d.R.) das ganze Jahr über mit Eis bedeckt, doch in diesem Jahr nicht“, erklärt Graeser, der seit 15 Jahren als Forscher tätig ist.
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Seine Aufgabe wird es sein, die meteorologischen Parameter der Expedition zu erfassen und die Ozonschicht zu untersuchen. Die russischen Wissenschaftler untersuchen die Eisdicke und dessen Zusammensetzung, die Schneebedeckung, Wasserströmungen und Salzgehalt des Ozeans und die Verschmutzung einzelner Schichten.
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Graeser ist zuversichtlich, dass alles klappen wird. „Eis ist doch immer noch besser als Hitze. Gegen Kälte kann man sich schützen, gegen Hitze nicht.“
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(am/ab/.rufo/Moskau)
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