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Wladimir Schirinowski gilt als einer der originellsten Wahlkämpfer - und als einer der trinkfestesten (Foto: Berinowa/.rufo)
Wladimir Schirinowski gilt als einer der originellsten Wahlkämpfer - und als einer der trinkfestesten (Foto: Berinowa/.rufo)

Wahlkampfzeit – schönste Zeit

André Ballin, Moskau. Der Wahlkampf ist eröffnet. Und obwohl Putin seine sehr eigene Vorstellung von Demokratie hat, ist der Wahlkampf in Russland genau so wie im Westen. Es wird viel versprochen – und wenig gehalten.

Die Bürger Russlands sollten die kommenden Wochen genießen. Wann gibt man ihnen sonst schon einmal die Gelegenheit, sich als Herr ihres eigenen Schicksals und das des Landes zu fühlen?!

Vorfreude – schönste Freude


Außerdem ist Vorfreude bekanntlich die schönste Freude. Umso mehr, wenn sich nach den Wahlen herausstellt, dass die Versprechen vor den Wahlen einfach nur Versprecher waren.

Vor den letzten Duma-Wahlen z.B. hatte die Kremlpartei „Einiges Russland“ den Russen unter Putin steigenden Wohlstand, soziale Gerechtigkeit und Fortschritt versprochen. Kurz nach den Wahlen wurden den Rentnern dann die Sozialvergünstigungen für den öffentlichen Nahverkehr und Medikamente gestrichen.

Rentner als Hindernis des Fortschritts?



Zyniker mögen behaupten, dass die alte Generation dem Fortschritt sowieso nur im Weg stehe. Dennoch waren die Rentner mit ihrer Wegrationalisierung nicht einverstanden und demonstrierten massenhaft. Genützt hat es nichts, denn schließlich hatten sie die Abgeordneten zuvor selbst gewählt. Vielleicht heißen Wahlen auch aus diesem Grund Urnengang.

Bei Russland-Aktuell
• Putin legt Termin für Parlamentswahlen fest (03.09.2007)
• Heißer Wahlkampf: Feuerwehrmann Juschtschenko (27.08.2007)
• Internet-Wahlkampf: Webseiten von zwei Parteien gehackt (20.08.2007)
• Schnellzug-Bombe: Vorhang auf zum Wahlkampf (14.08.2007)
• Kommunisten jagen „Neotrotzkisten“ in eigenen Reihen (29.06.2007)
Derartig unpopuläre Maßnahmen wie Sozialkürzungen sind in den nächsten Wochen glücklicherweise nicht zu erwarten. Im Gegenteil: Kurz vor den Wahlen wird die Basisrente noch einmal leicht erhöht. Zudem wurde versprochen, die Durchschnittsrente in den nächsten drei Jahren um stolze 65 Prozent anzuheben.

In absoluten Zahlen sieht das Versprechen allerdings weniger beeindruckend aus. Demnach bekommen Pensionäre im Jahr 2010 etwa 5.000 Rubel (knapp 150 Euro) pro Monat. Große Sprünge kann man damit nicht machen. Andererseits springt in dem Alter sowieso kaum noch jemand herum.

Schirinowski als Wahlkampfkanone


Aber in der Wahlzeit werden nicht nur Versprechen, sondern auch ganz konkrete Geschenke gemacht. Dabei tut sich besonders der Populistenführer Wladimir Schirinowski hervor, der auf seinen Wahlkampftouren den Bürgern zwar keinen reinen Wein einschenkt, aber reichlich Wodka eingießt.

Böse Zungen behaupten freilich, dass er dies auch nur tut, um das Rentensystem zu entlasten. Russische Männer werden nämlich im Durchschnitt nicht einmal 60 Jahre alt – was nicht zuletzt an deren Trinkfreude liegt.

Da aber in Russland böse Zungen so unbeliebt sind wie Gesundheitsminister Michail Surabow, finden sie wenig Gehör. Gerade auf dem Land hat Schirinowski viele Anhänger. „Nastojaschtschi Muschik“ – ein „echter Mann“ urteilen die Russen dort über den Show-Politiker und freuen sich schon auf dessen nächsten Wahlkampfbesuch. Da aber ein Wodka nicht ohne einen Imbiss (russ. Sakuska) geschluckt wird, könnte der Kreml dem Wahlvolk als Geschenk in den nächsten Wochen zudem noch den bereits angesprochenen Gesundheitsminister zum Fraß vorwerfen. Na dann Prost!


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Tula stimmt für Putin, steht auf dem Wahlplakat. Die Duma-Wahlen wurden vom Kreml zum Referendum über Putin umfunktioniert (Foto: Ballin/.rufo)
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