Danny macht ein kurioses Tor und leitet damit Zenits Sieg gegen Loko ein. (Foto: sportexpress.ru)
Sonntag, 29.08.2010
Zenit-Loko 3:0 – Eisenbahner liegen auf den Schienen
St. Petersburg. Nach der Niederlage gegen Auxerre kam der Verdacht auf: Jetzt ist Zenit angeschlagen, und es kommt die erste Niederlage in der russischen Premierliga. Nein – Zenit stürmt weiter, wenn auch kurios zu Beginn.
Bis zur 17. Minute war es ein Spiel wie üblich – ein normaler Schlagabtausch, wenn auch mit leichtem Vorteil für die Gäste. Dann kam ein Foul – Bucharow wurde kurz vor der Strafraumgrenze gelegt, Schiri Jegorow bestand nicht auf Wiederanstoß nach Pfiff – und dann traten die Schlitzohren in Aktion…
Ein Schlitzohrtor
Bevor Loko überhaupt wusste, was passiert, spielte Lazovic den Ball schnell auf Danny, und der nutzte die Verwirrung von Loko und erwischte den Keeper eiskalt – schon stand es 1:0 für Petersburg. Das war, möchte ich mal frech behaupten, ein eindeutiger Schiedsrichterfehler.
Sjomin vor dem Aus
Loko war geschockt, natürlich. Eh ist die Atmosphäre bei den „Eisenbahnern“ angespannt – bereits vor dem Spiel hatte die Clubführung erklärt, Cheftrainer Juri Sjomin würde den Sessel räumen. Der Erfolgscoach, mit dem Loko in den 2000-er Jahren mehrere Titel holte, kann den Verein nicht aus der Krise holen.
Im Gespräch bei Lokomotive sind Valeri Gasajew und Anatoli Byschowez. Erstgenannter hat in Kiew bei Dynamo nur wenig gewuppt, die Erwartungen nicht erfüllt, und ist wohl bereit für eine neue Aufgabe in der Heimat. Byschowez aber hat es sich bei seinem kürzlichen Einsatz für Loko mit allen verdorben und ist kaum eine aktuelle Ersatzvariante.
Unterdessen ging das Match weiter: Die zweite Hälfte startete mit Attacken der Gastgeber, aber Zenit stand fest in der Verteidigung, und Torhüter Malafejew war mehrmals zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort.
Lokos Lage wurde richtig brenzlig, als Torbinski für ein Foul gegen Zenits Neuling Lukovic seine zweite gelbe Karte, also die Rote sah.
Loko wartet auf abseits und kriegt die zweite „Bude“
In der 67. Minute erzielte Zenit das zweite Tor hart an der Offside-Grenze. Nach einer Mehrfachkombination von Anjukow, Semak und Bystrow fand Neuzugang Bucharow das Ziel, während die Loko-Spieler wie gelähmt dastanden und den Abseits-Pfiff vom Linienrichter erwarteten. Das Tor zählte.
Nach mehreren gefährlichen Angriffen von Zenit setzte Schirokow in der 78. Minute mit einem hervorragenden Weitschuss den Schlusspunkt in der Partie. Kurz vorher war der Ball nach einem von Zenit-Kapitän Anjukow an Bucharow weitergeleiteten Schuss von Loko-Keeper Guillerme abgewehrt worden. Schirokow holte sich die Kugel und netzte ein.
Einsame Spitze weiterhin
Während die Eisenbahner ihren desolaten Zustand analysieren müssen, behauptet Zenit die Tabellenführung. Mit 43 Punkten, keiner Niederlage, der besten Torausbeute (29) und den wenigstens Gegentoren (7) bisher liegen die Petersburger einsam vorn.
Und das, obwohl zwei Spiele noch nachgespielt werden müssen – gegen ZSKA und Spartak. Spartak hat übrigens gestern gegen Terek ein 0:2 hinnehmen müssen; ZSKA besiegte heute Abend Alanija mit 2:1.
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