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| Alexander Jakowlew war Gorbatschows wichtigste Stütze während der Perestroika (Foto: .rufo) | |
Mittwoch, 19.10.2005
Perestroika-Architekt Alexander Jakowlew gestorben
Moskau. Der ehemalige sowjetische Chefideologe Alexander Jakowlew ist am Dienstag in Moskau gestorben. Jakowlew hatte bei den Reformen von KP-Chef Michail Gorbatschow eine Schlüsselrolle gespielt.
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Im Zentralkomitee der KPdSU war der 1923 in der Nähe von Jaroslawl geborene Weltkriegsveteran bereits in den 1970-er Jahren für Propaganda zuständig. Wegen seiner liberalen Ansichten wurde er allerdings des Postens enthoben und als Botschafter nach Kanada entsandt. Gorbatschow holte ihn 1985 ins ZK zurück, wo Jakowlew zu einem der Väter von Glasnost und Perestroika wurde, der die Reformen gegen die reaktionären Kräfte innerhalb der Partei verteidigte. Wenige Tage vor dem kommunistischen Putschversuch im August 1991 trat Jakowlew aus der KPdSU aus.
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Terrorjustiz aufgearbeitet
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Nach dem Zerfall der Sowjetunion arbeitete er als Leiter der staatlichen Kommission zur Rehabilitierung politisch Verfolgter an der Aufarbeitung des Stalin-Terrors. Dank der Jakowlew-Kommission wurden insgesamt etwa vier Millionen Urteile der sowjetischen Terrorjustiz aufgehoben.
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Ende einer Epoche
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Michail Gorbatschow würdigte seinen Weggefährten als einen Mann, der seinem Land maximalen Nutzen bringen wollte. „Das ist ein schwerer Verlust für alle, die ihr Schicksal mit dem Kampf für Freiheit und Demokratie verbunden haben“, sagte der letzte sowjetische Staats- und Parteichef. „Mit dem Tod von Alexander Jakowlew endet eine ganze Epoche“, so der stellvertetende Duma-Vorsitzende Wladimir Pechtin. „Leider haben die Politiker nur selten auf ihn gehört“, bedauerte die Internetzeitung Gazeta.ru in einem Nachruf. „Wenn sie es getan hätten, würde die demokratische Bewegung womöglich nicht heute kein derart trostloses Bild abgeben.“
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Der Menschenrechtsbeauftrage Wladimir Lukin erklärte, Jakowlew sei eine außergewöhnliche Persönlichkeit gewesen: „Er kämpfte gegen den übermächtigen faschistischen Einfall, wurde an der Front schwer verletzt. Später lief er gegen die Strömung an, als es um die demokratische Entwicklung in unserem Land ging. Er hat standhaft jeden Gegenwind ausgehalten, der ihm ins Gesicht wehte.“
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(epd/.rufo/kp)
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