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| Wird die graue Eminenz im Kreml bald Zentralbankchef in Russland? | |
Freitag, 16.03.2007
Wird Setschin neuer Zentralbankchef in Russland?
Moskau. Russlands Zentralbankchef Sergej Ignatjew steht unter Druck. In den russischen Medien wird bereits über seine Entlassung diskutiert. Als ein Nachfolge-Kandidat gilt Putins persönlicher Sekretär, Igor Setschin.
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Die Frenkel-Affäre setzt dem Renommee der Zentralbank in diesen Tagen enorm zu. Bankier Alexej Frenkel, der des Mordes an Vize-Zentralbankchef Andrej Koslow bezichtigt wird, hat nach seiner Verhaftung gravierende Vorwürfe gegen die Führung der Zentralbank erhoben. Unter anderem beschuldigte er die Zentralbanker der Bestechlichkeit, der Korruption und sogar des Mordes.
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Die Vorwürfe Frenkels führten immerhin bereits zu einer Untersuchung der Staatsanwaltschaft. Auch die Behörden kamen bei ihren Ermittlungen zu dem Schluss, dass die „Voraussetzungen für Korruption“ bei der Zentralbank gegeben sind. Immerhin fanden die Fahnder heraus, dass 1.500 Zentralbankbeamte Aktieninhaber anderer Staats- und Privatbanken sind. Für Mitglieder einer Aufsichtsbehörde ist dies ein klarer Interessenkonflikt.
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Drei Nachfolgekandidaten im Gespräch
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So ist es nicht verwunderlich, dass der Stuhl des Zentralbankchefs Sergej Ignatjew ins Wanken gerät. Er soll nach Angaben der Tageszeitung „RBK daily“ innerhalb der nächsten Monate entlassen werden. Als Nachfolgekandidaten werden drei Namen gehandelt.
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Der erste Anwärter ist der derzeitige Vize-Chef der Zentralbank Viktor Melnikow. Dieser ist allerdings unmittelbar in den Korruptionsskandal verwickelt. Sein Name steht als einer der Beschuldigten in dem Anklagebrief Frenkels.
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Der zweite Kandidat ist der Gouverneur des sibirischen Gebiets Tjumen, Wladimir Jakuschew. Die interessanteste Personalie ist jedoch sicherlich Igor Setschin. Angeblich soll Setschin selbst den Wunsch geäußert haben, Ignatjew zu beerben. Derzeit arbeitet er in der Präsidialadministration. Der ehemalige KGB-Agent aus Leningrad gilt als einer der mächtigsten Männer Russlands und als graue Eminenz im Kreml.
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Setschin startete die Attacke auf Yukos
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Setschin hat die Kampagne gegen den Ölkonzern Yukos in Gang gebracht. Er war es auch, der später die geplante Fusion zwischen den beiden größten russischen Staatskonzernen Gazprom und Rosneft verhinderte, um sich anschließend zum Rosneft-Aufsichtsratschef zu machen. Sollte Setschin es nun auf den Posten des Zentralbankchefs abgesehen haben, so liegt dies nach Ansicht vieler Beobachter durchaus in seiner Macht.
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Dies würde auch die Aktivität der Staatsanwaltschaft bei den Korruptionsermittlungen erklären. Dass allein die Aussagen eines mordverdächtigen Bankiers der Ermittlungsbehörde genügen, um Untersuchungen gegen das mächtigste Finanzinstitut Russlands einzuleiten, scheint nämlich wenig wahrscheinlich.
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Der Politologe Sergej Markow erklärt die scharfen Attacken gegen die Zentralbank allerdings noch mit politischen Motiven „Igor Setschin strebt seit langem danach, einen seiner Gefolgsleute in den Sessel des Zentralbankchefs zu setzen. Aber ich denke nicht, dass der Angriff auf die Zentralbank allein von ihm ausgeht. Im Land wächst die Unzufriedenheit mit der rigorosen Finanzpolitik, die mit den Namen Ignatjew und Kudrin verbunden wird. Vor den Wahlen kann der Kreml diese Stimmung nicht ignorieren und darum sind die Leiter von Zentralbank und Finanzministerium jetzt unter Beschuss.“
(ab/.rufo/Moskau)
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