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Roman Abramowitsch, Oligarch mit guten Beziehungen zum Kreml, soll den Konflikt um Norilsk Nickel schlichten (Foto: Archiv/.rufo)
Roman Abramowitsch, Oligarch mit guten Beziehungen zum Kreml, soll den Konflikt um Norilsk Nickel schlichten (Foto: Archiv/.rufo)
Mittwoch, 05.12.2012

Abramowitsch Friedensstifter im NorNickel-Konflikt

Moskau. Der Machtkampf um Norilsk Nickel ist vorbei – zumindest vorläufig. Roman Abramowitsch steigt als Teilhaber ein und wird zugleich Schlichter zwischen den verfeinden Oligarchen Oleg Deripaska und Wladimir Potanin.

Seit 2008 brodelt der Konflikt. Damals hatte Deripaskas Konzern Rusal gegen den Willen von Altaktionär Potanin die Anteile (25 Prozent) von dessen langjährigem Partners Michail Prochorow übernommen. Kurz darauf tauchten Gerüchte darüber auf, dass Deripaska Norilsk Nickel mit seinem Konzern verschmelzen wolle, um so die Kontrolle zu übernehmen. In dem darauf folgenden Machtkampf – nur kurz durch die internationale Finanzkrise gestoppt – haben beide Seiten alle Ressourcen mobilisiert.

Kreml ist des Streits überdrüssig


Nun sind beide Seiten, vor allem aber wohl der Kreml der Streitereien, offenbar müde. Die aufsehenerregenden Prozesse verschiedener russischer Oligarchen in London sollen Präsident Wladimir Putin schon länger geärgert haben. Roman Abramowitsch, im Westen vor allem durch seine Vorliebe für teure Yachten und den Fußballclub Chelsea London bekannt, in Russland aber nach wie vor mit besten Beziehungen in den Kreml, soll den Kleinkrieg daher beenden.

Bei Russland-Aktuell
• Abramowitsch Mittler zwischen Deripaska und Potanin? (26.11.2012)
• Friede sei mit euch: Kreml macht Oligarchen versöhnlich (07.11.2012)
• Norilsk Nickel: Potanin und Deripaska reden miteinander (31.10.2012)
• Potanin: Konflikt um NorNickel nimmt neue Fahrt auf (30.09.2012)
• Beresowski unterliegt Abramowitsch vor Londoner Gericht (31.08.2012)
Abramowitschs Investmentgesellschaft Millhouse Capital übernimmt 7,3 Prozent der NorNickel-Aktien zum – laut Pressemitteilung „marktgerechten Preis“. Derzeit kostet ein solches Paket an der Börse knapp 1,7 Milliarden Euro. Die Papiere gehörten bislang Tochtergesellschaften von Norilsk Nickel selbst und wurden vom Management kontrolliert.

Kleines Aktienpaket, großer Einfluss


Abramowitschs Einfluss auf Norils Nickel wird deutlich größer sein als der Umfang seines Aktienpakets. So stellen Potanins Investmentholding Interros (besitzt 28 Prozent an Norilsk Nickel) und Deripaskas Alukonzern Rusal (25 Prozent) jeweils vier Mitglieder im 13-köpfigen Aufsichtsrat, während Abramowitsch immerhin drei Mitglieder entsendet. Zudem verpflichten sich die drei Beteiligten, zu gleichen Teilen 22 Prozent der Aktien auf einem Spezialkonto zu lagern. Die Kontrolle über die Stimmrechte an dem Paket liegt bei Millhouse.

Drei Jahre lang darf Abramowitsch sein Aktienpaket nicht verkaufen. Für Deripaska und Potanin liegt die Haltefrist sogar bei fünf Jahren. Damit soll für Stabilität gesorgt werden.

Dividenden für Rusal


Potanin wird mit der Einigung zugleich neuer Generaldirektor bei Norilsk Nickel. An der operativen Führung des Geschäfts werde sich damit wenig ändern, vermuten Analysten in Moskau. Auch eventuelle Fusionspläne sind damit vorerst vom Tisch. Im Gegenzug darf sich Deripaska über einen stabilen Dividendenzufluss für Rusal freuen. Entsprechend der Vereinbarung wird Norilsk Nickel bis 2014 regelmäßig und stabil Dividenden auszahlen.

Die Dividendenpolitik war einer der größten Streitpunkte in der Vergangenheit. Während Potanin den Gewinn in Produktionsausbau und ein Aktienrückkaufprogramm investierte, forderte Deripaska Dividenden ein, um damit Löcher bei seinem mit rund 8,3 Milliarden Euro verschuldeten Konzern Rusal zu stopfen.

Nach der Einigung werden weltweit alle laufenden Gerichtsprozesse zwischen Potanin und Deripaska gestoppt. Damit sich künftig alle Seiten an den Frieden halten, wurde das Abkommen Medienberichten nach mit einigen Giftpfeilen ausgestattet: Wer demnach gegen die Vereinbarung verstößt, muss einen Teil seiner Aktien weit unter Wert an die Konkurrenten verkaufen.



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