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GAZ kommt mit dem Wolga-Nachfolger Siber in schweren zeiten auf den russischen Markt (foto: car.ru)
GAZ kommt mit dem Wolga-Nachfolger Siber in schweren zeiten auf den russischen Markt (foto: car.ru)
Dienstag, 21.10.2008

Auto-Krise: Russlands Händler müssen Rabatt geben

Moskau. In Europa wurden im September 8,2 Prozent weniger Neuwagen verkauft als im Vorjahresmonat. In Russland wächst der Markt zwar noch immer, aber nicht mehr so stürmisch wie bisher. Und es droht eine harte Landung.

Um bis zu 40 Prozent pro Jahr wuchs vor kurzem noch der Absatz von Neuwagen in Russland. Mit einer Verlangsamung der Wachstumsdynamik rechneten Analytiker bei bleibender Konjunktur nicht vor 2014. Doch diese Annahmen hat die über Russland hereingebrochene Finanzmarkt-Krise widerlegt.

Der Kunde wird plötzlich wieder umworben


Der Boom flacht merklich ab, zahlreiche Marken und bislang gut verkäufliche Modelle sind bereits mit Verkaufsrückgängen konfrontiert. Viele Autohändler versuchen nun, Kunden mit attraktiven Rabatten und Sonderangeboten anzulocken. Und man lässt sogar mit sich handeln.

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• Ölpreis unter 70 Dollar: Jetzt muss Russland sparen (16.10.2008)
• Russlands Mittelschicht droht Arbeitslosigkeit (16.10.2008)
• Ende des Booms? Russischer Automarkt bremst ab (12.09.2008)
• Moskauer Automesse: Mit Vollgas auf Russlands Markt (27.08.2008)
• Russland: Ausländische Autos mit 49 Prozent Verkaufsplus (21.05.2008)
Im Vergleich zum Ausland betrachtet gibt es zur Panik bislang kaum Grund: Selbst in den aktuellen Krisenzeiten wurden in Russland noch um 22 Prozent mehr Neuwagen verkauft als im Vorjahres-September. Allerdings hatte sich die Branche auf anhaltendes Schönwetter eingestellt – und steht nun im Platzregen.

Die Krise trifft nun die Verkäufer russischer wie importierter Autos gleichermaßen: Marktführer Avtovaz senkte bereits den Preis für sein neuestes Modell, den Lada Kalina, um 15.000 Rubel (ca. 420 Euro). Bei anderen Marken sind – den höheren Preisen angemessen – die Nachlässe oder Gratis-Extras deutlich größer.

Zu einem ernsten Problem für die Branche droht der Überbestand an nicht verkauften Autos auf den Höfen zu werden: Üblicherweise werden Autos für anderthalb Monate Verkauf vorgehalten, jetzt stehen bei vielen Autohäusern Fahrzeuge für drei bis vier Monate auf Halde, schreibt die Zeitung „Wedomosti“. .

Kreditverkäufe nehmen drastisch ab


Dramatisch eingebrochen sind der Zeitung zufolge alle über Kredit finanzierten Autoverkäufe: Sowohl die Käufer wie auch die Banken schrecken davor momentan zurück - die Kreditbedingungen sind bedeutend schlechter geworden. So gibt es keine Bankkredite ohne Eigenbeteiligung mehr.

Bislang hat die Krise auch noch nicht voll auf den Automarkt durchgeschlagen, weil die meisten Händler momentan noch Bestellungen abarbeiten, die sie im Sommer angenommen haben. Bis zum Jahresende könnte die Lage dann „wirklich ernst“ werden, so ein Branchen-Insider.

(ak/ld/Moskau/.rufo)

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