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| Oleg Deripaska ist in letzter Zeit auf Einkaufstour in der Weltwirtschaft (foto. newsru.com) | |
Freitag, 11.05.2007
Deripaska kauft sich beim Autozulieferer Magna ein
Moskau. Oleg Deripaska, Russlands zweitreichster Oligarch, kauft sich weiter munter im Westen in die Wirtschaft ein: Für 1,54 Mrd. Dollar erwarb er Einfluss beim kanadischen Autozulieferer-Giganten Magna.
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Vor allem in Österreich ist der Name von Oleg Deripaska jetzt in aller Munde: Erst Ende April hatte der russische Aluminiumkönig einen 30-Prozent-Anteil am österreichischen Baukonzern Strabag erworben. Das Aktienpaket kostete ihn 1,2 Milliarden Euro.
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Magna International ist zwar in Kanada beheimatet, aber ebenfalls stark mit Österreich verbunden: einerseits durch die Herkunft des Magna-Gründers und Haupteigners Frank Stronach, andererseits durch das zu dessen Konzern gehörende Autowerk Magna Steyr. Dort werden vor allem Modelle des DaimlerChrysler-Konzerns gebaut.
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Deripaska faktisch mit Stronach bei Magna gleichberechtigt
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An Stronachs Selfmade-Imperium in der Autoindustrie ist Deripaskas Holding „Russkije Maschiny“ nun formell mit 16 Prozent des Stammkapitals beteiligt. Faktisch wird der Einfluss des russischen Partners aber weitaus stärker sein: In einem neugegründeten Unternehmen namens Newco, das 71 Prozent der stimmberechtigten Magna-Aktien hält, werden Deripaska und seine Leute sechs von 14 Aufsichtsratsposten bekommen – genauso viele wie Stronach.
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Kleine Fußnote: Zwischen dem Magna-Deal und dem Einkauf bei der Strabag erwarb Deripaskas Konzern „Basowoj Element“ auch noch drei Prozent des deutschen Bauriesen Hochtief AG - wie die Strabag auch in Russland stark engagiert.
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Magna und GAZ arbeiten schon zusammen
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Die Immobilien- und Baubranche ist ein Geschäftszweig, den Deripaska erst jetzt stärker entwickelt. Zuvor hatte er sich neben seinem ursprünglichen Business, der Aluminiumindustrie vor allem für den Automobilbau interessiert – womit gemeinsame Interessen mit Magna gegeben wären.
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Schon zuvor hatten Magna und der russische Autokonzern GAZ, der zu Deripaskas Imperium gehört, einige Joint-Ventures vereinbart, die das russische Unternehmen mit Zulieferteilen aus Kunststoff und Blech versorgen sollen.
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Parallel hatte Magna im letzten Jahr auch an anderen Standorten eine Expansion in die boomende russische Autobranche begonnen: Mit dem indirekt unter staatlicher Kontrolle stehenden Lada-Hersteller Avtovaz wurde die gemeinsame Entwicklung eines neuen Automodells der C-Klasse nebst dem Bau einer neuen Autofabrik beschlossen. Auch in St. Petersburg, wo sich mehrere Autokonzerne mit Fertigungsanlagen niederlassen wollen, möchte Magna ein Werk zur Produktion von Zulieferteilen errichten.
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Für GAZ ist Magna deshalb als Partner besonders interessant, weil die Kanadier einerseits ihr Vertrauen in die russischen Autobranche schon bewiesen haben und zum anderen über starke Kompetenzen in der Entwicklung und im Engineering besitzen.
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Objekte von Interesse für Deripaska: Chrysler und/oder Lada
Branchenkenner schließen deshalb nicht aus, dass das durch die neue Partnerschaft nun beidseitig gestärkte Tandem Stronach-Deripaska in der Autoindustrie noch auf weitere Erwerbe aus ist: Durchaus denkbar wäre angesichts der schon bestehenden Verflechtungen ein Erwerb eines Anteils am Avtovaz-Konzern, der auf sich alleine gestellt auf Dauer kaum eine Chance in der globalisierten Autoindusterie haben dürfte.
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Die andere Expansionsrichtung betrifft die USA: Magna als Hauptzulieferer hat sich als Interessent für die Übernahme von Chrysler geoutet – da der DaimlerChrysler-Konzern ja bekanntlich sein verlustbringendes US-Geschäft gerne wieder loswerden möchte. Deripaskas 1,5 Milliarden Dollar können deshalb durchaus zunächst dazu dienen, Stronachs Spesenkasse für dieses Geschäft aufzufüllen.
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Damit würde sich dann der Kreis auch wieder schließen: Deripaskas bislang größtes Investitions-Projekt in der Autoindustrie war schließlich der Erwerb einer Lizenz samt Produktionsanlagen zur Fertigung des Chrysler Sebring bei GAZ in Nischny Nowgorod. Die Produktion ist noch nicht angelaufen, aber dann wird der Ami-Schlitten faktisch zum Nachfolger des überalterten Sowjet-Limousinenklassikers „Wolga“ avancieren.
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(ld/rufo/St.Petersburg)
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