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Das Tauziehen mit der Ukraine scheint beendet. In Russland liegen 60 Prozent der Weltvorräte an Erdgas (Foto: Archiv)
Das Tauziehen mit der Ukraine scheint beendet. In Russland liegen 60 Prozent der Weltvorräte an Erdgas (Foto: Archiv)
Samstag, 31.12.2005

Frohes Neues Jahr? Gasstreit Ukraine – Russland beendet

Moskau. Die Ukraine ist bereit, für Gas aus Russland marktübliche Preise zu bezahlen, so ein Regierungssprecher in Kiew. Man müsse sich nur noch auf die konkrete Summe einigen. Zuvor hatte Putin Sonderkonditionen angeboten.


Gazprom (Gasprom) sei bereit, noch bis um Mitternacht einen neuen Liefervertrag mit der Ukraine zu unterschreiben, erklärte Gazprom-Sprecher Sergej Kuprianow. Es sei keine ukrainische Delegation in Moskau, aber ein Flugzeug stehe bereit. Auch ein Fax sei aber genug, sagte Kuprianow.

Auch ein Fax aus Kiew ist genug


Am Silvester-Nachmittag hatte Wladimir Putin auf einer Sitzung des Nationalen Sicherheitsrates der Ukraine angeboten, im ersten Vierteljahr 2006 noch Gas zum bisherigen Billigpreis zu liefern, wenn die Ukraine bis um Mitternacht mit Gasprom den Übergang zu Marktpreisen im zweiten Vierteljahr 2006 unterschreiben würde.

Für Russland würde dieser Kompromiss Verluste in Höhe von etwa einer Milliarde Dollar bedeuten.

Putin bietet Sonderkonditionen - und nimmt 1 Mrd Dollar Verlust in Kauf


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Putin warnte aber auch, wenn es keine klare Antwort auf sein Angebot gebe, müsse er davon ausgehen, dass sein Angebot abgelehnt wurde. Falls es nicht zu einem neuen Gas-Liefervertrag kommt, wird Gazprom der Ukraine am Neujahrsmorgen um 10:00 Moskauer Zeit (8:00 MEZ) den Gashahn abdrehen. Die Transitlieferungen nach Europa sollen aber weitergehen.

An der Sitzung des Nationalen Sicherheitsrates nahm auch Gazprom-Chef Alexej Miller teil.

Russland subventioniert die Ukraine mit jährlich etwa drei Milliarden Euro


Die Ukraine zahlt seit 10 Jahren nur 50 Dollar pro 1.000 Kubikmeter, während in Westeuropa der Gaspreis, der an den Weltölpreis gekoppelt ist, im kommenden Jahr auf 230 – 270 Dollar steigen wird. Derselbe Preis wird auch für die ukrainischen Nachbarländer wie Moldawien, Rumänien oder Bulgarien und Ungarn gelten, die gegenwärtig etwa 170 Dollar bezahlen.

Gazprom hat der Ukraine angeboten, die Gaspreiserhöhung auf verschiedenen Wegen zu kompensieren.

Gazprom will der Ukraine in Zukunft für den Gastransit nach Europa 2,60 Dollar für 1.000 Kubikmeter und 100 km Entfernung zahlen. Dieser Preis entspricht dem, was Deutschland von Gasprom erhält. Durch die Ukraine fliessen alleine nach Deutschland etwa 80 Milliarden Kubikmeter jährlich.

Gasprom will den Gastransit gemeinsam mit der Ukraine betreiben und europäische Preise dafür bezahlen


Gazprom-Sprecher Sergek Kuprianow erklärte gegenüber Russland-Aktuell, Gazprom schlage der Ukraine vor, die Gastransit-Pipelines gemeinsam zu entwickeln und zu betreiben. Dafür könne ein Gemeinschaftsunternehmen von Gazprom und der ukrainischen Naftagas gebildet werden.

Da Gazprom stark an einem solchen Modell interessiert sei, könnte dies auf den Preis des Gases angerechnet werden, das die Ukraine selbst bezieht.

Auch sei es möglich, eine Übergangsphase bei den Gaspreisen mit Krediten zu finanzieren, so Kuprianow. Zuvor hatte Wladimir Putin es abgelehnt, die Ukraine über billiges Gas de facto mit drei Milliarden Dollar jährlich zu subventionieren. Russland sei aber bereit, einen Kredit in dieser Höhe zu erteilen.

Die Ukraine hat bisher alle Angebote abgelehnt. Das letzte Angebot der Ukraine belief sich auf 80 Dollar.

(gim/.rufo)


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