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Bislang setzt Russland bei der Energiegewinnung vor allem auf traditionelle Rohstoffe (Foto: newsru)
Bislang setzt Russland bei der Energiegewinnung vor allem auf traditionelle Rohstoffe (Foto: newsru)
Freitag, 23.12.2005

Russland soll führende Energie-Nation werden

Moskau. Russland soll zur führenden Energienation werden, fordert Präsident Putin. Außerdem soll die Energetik zum Zugpferd der russischen Wirtschaft werden. Die Energiepolitik ist Thema des nächsten G-8-Gipfels.

Im nächsten Jahr findet in Petersburg unter dem Vorsitz Russlands das G-8-Treffen statt, welches der Energiesicherheit gewidmet ist. Im Vorfeld des Gipfels verkündete Russlands Präsident Wladimir Putin eine neue Energiestrategie seines Landes.

Russland als Motor der globalen Energieforschung


„Russland soll zum Initiator und Modeschöpfer bei Energie-Innovationen, bei der Erschließung neuer Technologien und der Suche nach modernen Formen der effizienten Nutzung von Ressourcen und Rohstoffen werden.“, sagte Putin am Donnerstag vor dem Sicherheitsrat.

Zwei Grundaufgaben gelte es bei der Verwirklichung dieser „nationalen Idee“ zu lösen. Einmal müsse die Weltwirtschaft mit den traditionellen Brennstoffen versorgt werden. Dies müsse zu Preisen geschehen, die sowohl für die Verbraucher als auch für die Produzenten annehmbar seien. Zum anderen müsse die Energieversorgung diversifiziert und gesichert werden, u.a. auch gegen terroristische Angriffe, forderte der Präsident.

Neben der Atomenergie setzt Putin dabei auch auf die Entwicklung erneuerbarer Energien und neuer Technologien zur effizienteren Nutzung der Rohstoffe. Damit die Energetik, wie gefordert, zum Zugpferd der russischen Wirtschaft werden kann, sind Investitionen notwendig. Diese will Putin aus dem Ausland einwerben.

Keine Voraussetzungen für schnelle Entwicklung der Energetik in Russland


Doch bislang lässt das Investitionsklima in dieser Sphäre in Russland zu wünschen übrig. Ausländische Unternehmen, die sich für den russischen Markt interessieren, erhalten oft keinen Zutritt. Ein neues Rohstoffgesetz sieht in seiner jetzigen Fassung eher noch eine Verschärfung der Regeln für Ausländer vor.

Der Chef des Instituts für Energiepolitik, Wladimir Milow, kritisierte, dass es unmöglich sei, ein „Imperium vor dem Hintergrund korrumpierter Staatsmonopole aufzubauen, die mit riesigen Schulden belastet sind und die unfähig sind, eine qualitative korporative Verwaltung zu schaffen.“

Pipelines nach Ost und West


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Entgegen dieser Kritik ist Gazprom (Gasprom) dabei, Produktion und Export deutlich anzukurbeln. Nach der Fertigstellung der Gas-Pipeline „Blue Stream“ durchs Schwarze Meer in Richtung Türkei und Südeuropa, begann der Gasmonopolist mit dem Bau der Ostsee-Pipeline.

Diese Trasse soll Nord- und Mitteleuropa mit Gas versorgen. Dazu sind Milliardeninvestitionen nötig, die Gazprom u.a. durch die Kooperation mit den deutschen Partnern E.ON Ruhrgas und BASF-Wintershall gewinnen will.

In Richtung Osten wird an der Ölleitung nach Nachodka gebaut. Von dort soll das „Schwarze Gold“ nach Japan und eventuell in die USA exportiert werden. Eine weitere Pipeline in Richtung China ist derzeit ebenfalls wieder im Gespräch, nachdem der ursprüngliche Hauptinteressent Yukos aus dem Rennen ist. Mehr als Absichtserklärungen gibt es allerdings noch nicht.

Im Bereich der effizienteren Energie-Nutzung gehen die Hauptbestrebungen derzeit in Richtung einer Senkung der CO2-Ausstöße von Unternehmen. Damit strebt Russland nach einer Erfüllung der Verpflichtungen, die dem Land aus der Ratifizierung des Kyoto-Protokolls entstehen.

(ab/.rufo)


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