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| Nach der Übernahme von Yuganskeftegas ist Rsoneft einer der Big Player in der russischen Ölindustrie (Foto: Archiv) | |
Montag, 19.12.2005
Ein Amerikaner für Rosneft
Moskau. Der ehemalige US-Handelsminister Donald Evans ist Kandidat auf den Chefsessel beim russischen Staatskonzern Rosneft. Der Ölproduzent soll im nächsten Jahr an die Börse gebracht werden.
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Donald Evans gilt als enger Freund von US-Präsident Bush. Evans, der Anfang Dezember eine US-Wirtschaftsdelegation in Russland anführte, soll ein Angebot von Präsident Wladimir Putin bekommen haben. Putin wollte dies zwar offiziell nicht bestätigen, dementierte aber auch nicht, dass Evans den Posten des Aufsichtsratschefs übernehmen könnte.
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Folgt Evans Schröder?
Sollte Evans das Angebot annehmen, wäre er der zweite ehemalige Spitzenpolitiker des Westens, der einen lukrativen Führungsjob in einem russischen Staatskonzern annimmt. Ex-Kanzler Gerhard Schröder soll das Konsortium zum Bau der Ostsee-Pipeline leiten. Die befindet sich zu 51 Prozent im Besitz des staatlichen Erdgasmonopolisten Gazprom (Gasprom).
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Während Russland an Gazprom nur Mehrheitseigner ist, gehört Rosneft noch zu 100 Prozent dem Staat. Allerdings will der Kreml das Unternehmen im nächsten Jahr an die Börse bringen. 49 Prozent des zweitgrößten russischen Ölexporteurs sollen an den Markt gebracht werden, der größte Teil davon an der Londoner Börse.
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Vertrauen für Rosneft und Russland schaffen
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Insofern ist der Schritt, Evans an die Spitze des Unternehmens zu holen, doppelt logisch. Zum einen macht der Kreml damit deutlich, dass sich Rosneft trotz der Staatsbeteiligung an westliche Prinzipien der Unternehmensführung halten will. Dies soll Vertrauen unter den Anlegern schaffen, denn immerhin will die russische Führung wohl Aktien von im Wert bis zu knapp 13 Mrd. Euro an den Markt bringen.
Amerikanisches Kapital ist bei der Entwicklung von Rosneft hoch willkommen und der Texaner Evans könnte dies mit seinen Verbindungen garantieren. Doch die Verpflichtungen von Evans und Schröder zielen darüber hinaus. Sie sollen nach dem Yukos-Skandal, in den übrigens Rosneft durch die Übernahme von Yuganskneftegas verwickelt ist, auch ein Stück Vertrauen in die gesamte russische Wirtschaft zurück bringen. Denn Russland braucht ausländisches Kapital, um seine Rohstoffe expansiv zu erschließen und auch andere Wirtschaftszweige zu beleben.
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Der Westen hingegen ist auf russisches Öl und Gas angewiesen. Insofern ist ein künftiger Aufsichtsrats-Chef Evans bei Rosneft eine Option mit hohem Wahrscheinlichkeitswert.
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(ab/.rufo)
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