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Es wird mal wieder an der Gasuhr gedreht, der Zufluss nach Weißrussland wurde reduziert (Foto: TV)
Es wird mal wieder an der Gasuhr gedreht, der Zufluss nach Weißrussland wurde reduziert (Foto: TV)
Montag, 21.06.2010

Gaskrieg zwischen Moskau und Minsk hat begonnen

Moskau. Ab 10 Uhr wird zugedreht: Gazprom hat den Gastransport nach Weißrussland reduziert. Die Gnadenfrist sei abgelaufen, erklärte Gazprom-Chef Miller. Minsk hat im ersten Halbjahr 200 Mio. Dollar Schulden angehäuft.

Seit Jahresbeginn beträgt der Gaspreis für Weißrussland 169 USD pro 1.000 Kubikmeter. Die weißrussische Führung hat aber einseitig beschlossen, weiter nur den Vorjahrespreis von 150 USD zu zahlen. Bis Mai hat Minsk auf diese Weise Schulden in Höhe von 192 Mio. USD (160 Mio. Euro) gemacht.

Bis zu einer halben Milliarde Schulden befürchtet


Nach Angaben von Gazprom kann der Fehlbetrag bis zum Jahresende auf 500 – 600 Mio. USD (410 – 520 Mio. Euro) anwachsen, wenn sich das Zahlungsschema nicht ändert.

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Verhandlungen am Wochenende über eine Lösung des Problems sind gescheitert. Schon zuvor hatte Gazprom-Chef Alexej Miller der Gegenseite eine Fünftages-Frist eingeräumt, um die Schulden zu bezahlen. Die Frist ist am Morgen ausgelaufen.

Gashahn wird langsam zugedreht


Um 10 Uhr hat Gazprom daher die Gaszufuhr ins Nachbarland gedrosselt. Zunächst werden die Lieferungen um 15 Prozent der Tagesnorm reduziert. Dadurch sei Weißrussland in der Lage, sein Gastransportsystem weiter am Laufen zu erhalten, begründete Miller.

Gazprom hat aber bereits angekündigt, bis zu 85 Prozent der Lieferungen einzubehalten, wenn Minsk nicht in Kürze einlenkt.

Lukaschenko ist empört


„Sich so gegenüber einem Unionsstaat und gegenüber einem Volk zu verhalten, mit dem man gemeinsam in den Schützengräben verfault ist, ist unerhört,“ hatte sich Weißrusslands Präsident Alexander Lukaschenko über die Forderung der Russen nach einer Nachzahlung empört. Er forderte Russlands Präsident Dmitri Medwedew auf, den Gaspreis zu senken.

Der Gaspreis für Weißrussland könnte im Verlauf des Jahres auf 187 USD pro 1.000 Kubikmeter steigen. Damit müsste Minsk allerdings immer noch den niedrigsten Gaspreis in Europa zahlen. Der slawische Nachbar Ukraine zahlt rund 1,5mal so viel.

Gaskrieg, die x-te Folge


Der Streit um den Preis für Gas ist nicht neu. Immer wieder kam es in den vergangenen Jahren zu Auseinandersetzungen zwischen Moskau, Kiew und Minsk um das Thema. Den größten „Gaskrieg“ lieferten sich Anfang 2009 Russland und die Ukraine, als die Russen nach Gasklau der Ukrainer die Leitung abdrehten.

Von der Auseinandersetzung wurden damals auch Verbraucher in Europa in Mitleidenschaft gezogen. Im kalten Januar blieben vor allem in Osteuropa viele Heizungen kalt, weil kein russisches Gas mehr über die ukrainischen Pipelines nach Westen floss. Erst nach über zehn Tagen wurde der Streit beigelegt.



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